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14.03.2016, 07:55 Uhr | 0 |

App für Raketenwarnung Israelische Armee hat einen App Store nur für Soldaten

Ein App Store nur für Soldaten? Genau darüber verfügt die Armee Israels. Die Apps sollen die Soldaten im Einsatz unterstützen – und warnen sogar vor Bomben- und Raketenangriffen? Wie das möglich ist, lesen Sie hier.

Israelische Soldatin beim Aufbringen einer Tarnung
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Israelische Soldatin beim Aufbringen einer Tarnung: Die Armee hat einen App Store speziell für Soldaten eingerichtet. Er unterstützt den einzelnen Soldaten in speziellen Aufgaben.

Foto: Israel Defense Forces

Von außen zugänglich ist der neue App Store des israelischen Militärs nicht. Immerhin ist bekannt, dass er Apps für Apple- und Android-Smartphones anbietet, die die Soldaten bei ihren Einsätzen unterstützen sollen.

So gibt es eine App, die Soldaten vor Angriffen warnt. Aufgrund der GPS-Funktion von Smartphones weiß das Militär genau, wo seine Soldaten unterwegs sind. Gibt es plötzlich eine Gefährdung, droht sogar einen Bombenangriff oder ist gar eine Rakete im Anflug, können die betroffenen Soldaten über die App gewarnt werden.

15 Programmierer in der Cyber Defense Academy

Die Israel Defense Forces (IDF), also das israelische Militär, betreibt in Tel Aviv eine zentrale IDF Cyber Defense Academy, die für die Entwicklung von Cyber Defense Systemen zuständig ist. Dort sind 15 Programmierer für die Entwicklung von Soldaten-Apps zuständig. Das C4i Computer Services Directorate will nach eigenen Angaben „eine App für jede Herausforderung“ entwickeln. So werde das „Computing aus dem Büro ins Feld verlegt”, so Oberstleutnant Rami Shaked.

Es soll bereits einige Dutzend Apps geben, die auf verschiedene Bedürfnisse der Soldaten zugeschnitten sind. Nähere Angaben macht das Militär nicht. Bemerkenswert ist allerdings, dass die IDF Cyber Defense Academy nicht ausschließt, dass in Zukunft einzelne dieser rein militärischen Apps auch in zivilen Versionen verkauft werden könnten.

Gesichtserkennung mit einer speziellen militärischen App

Neben der oben genannten App zur Warnung von Soldaten vor Gefährdungslagen soll es auch eine spezielle App zur Gesichtserkennung geben. Das ist auch in der zivilen Anwendung längst verbreitet. Doch die für militärische Zwecke weiterentwickelte Variante bezieht auch das Umfeld in die Analyse ein. Dies trägt dem Umstand Rechnung, dass ein Gesicht unter verschiedenen Verhältnissen und je nach Umfeld sehr unterschiedlich wirken kann.

Mit der Militär-App soll es möglich sein, ein Gesicht in jedem Umfeld zweifelsfrei zu erkennen und sofort zu wissen, zu wem es gehört. Eine Rolle spielen kann das beispielsweise bei Demonstrationen und Protestaktionen, um zu erkennen, wer die Drahtzieher sind. Die IDF Cyber Defense Academy hat in die App offenbar auch die Funktion eingebaut, Passanten auf der Straße zu beobachten und per Gesichtserkennung Personen herauszufiltern. Damit will die Armee auf bevorstehende Unruhen oder Gewaltaktionen schließen, ehe diese überhaupt begonnen haben.

Eine App nur für Scharfschützen

Auch den Einsatz ihrer Scharfschützen soll eine App verbessern. Da Luftbewegungen die Treffsicherheit beeinträchtigen und eine Gewehrkugel stark ablenken können, soll eine App dem Scharfschützen Daten zu Wetterlage, Windrichtung und Windgeschwindigkeit im Zielgebiet geben.

Arabische Texte werden automatisch per App übersetzt

Und was fängt man mit Flugblättern oder Dokumenten an, deren Sprache man nicht kennt? Diese können die israelischen Soldaten mit einer weiteren App übersetzen lassen. Dazu wird das jeweilige Material fotografiert – Sekunden später ist die Übersetzung etwa aus dem Arabischen in hebräischer oder auch in englischer Sprache auf dem Bildschirm zu lesen.

Während die meisten Militär-Apps aktuell noch für sämtliche Soldaten gedacht sind, soll es künftig deutlich mehr Apps für spezielle Anwendungen geben. Das geht sogar so weit, dass Apps speziell für ultra-orthodoxe Soldaten, für Behinderte und für Frauen geplant sind.

Sie wollen noch mehr über Apps wissen? Hier haben wir die 7 besten iPhone-Apps für Ingenieure.

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Von Peter Odrich & Axel Mörer-Funk
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