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24.02.2015, 11:19 Uhr | 0 |

Topographie wird berücksichtigt InCarApp berechnet genau die Reichweite eines Elektroautos

„Der Akku kann doch gar nicht leer sein.“ Volle Kraft zeigte das Elektroauto noch beim Start und eine Reichweite von 135 Kilometern. Doch nach 95 Kilometern war Schluss, den Anstiegen im Bayerischen Wald sei dank. Damit das nicht mehr vorkommt, hat die TH Deggendorf eine App entwickelt, die zuverlässige Reichweitenangaben verspricht.

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Optimale Darstellung: Eine zweidimensionale Wolke berechnet, wie weit man mit seinem Elektroauto kommt. Dabei berücksichtigt die neue InCarApp die Topographie rund um den Standort, die Außentemperatur, Verkehrsverhältnisse und das bisherige Fahrverhalten des Fahrers.

Foto: TH Deggendorf

Wer mit einem Elektroauto unterwegs ist, weiß in der Regel gar nicht genau, wie weit er noch kommt und ob er tatsächlich das angefahrene Ziel mit der Batterieladung erreichen kann. Bisherige Berechnungssysteme verunsichern eher. Oft zeigen sie gerade zu Fahrtbeginn eine viel zu große Reichweite an.

Der Grund: Bei der Reichweitenberechnung wird meist nur der Verbrauch der zuletzt zurückgelegten Kilometer zu Grunde gelegt. Wo ein Fahrer hin will und welche Steigungen energiefressend zu bewältigen sind, weiß die Reichweitenangabe schon gar nicht. Und schaltet der Fahrer auch noch die Klimaanlage, das Radio und weitere Stromverbraucher ein, kann die Energie viel schneller aufgebraucht sein als vom System zu Fahrtbeginn berechnet.

App berücksichtigt Temperatur, Steigungen und Fahrverhalten

Das neue Optimierte Reichenweitenmodell (ORM) der Deggendorfer Forscher soll eine optimale Reichweitenberechnung für Elektroautos ermöglichen, die zuverlässig und genau ist und damit dem Fahrer ein Gefühl der Sicherheit vermittelt. Die Idee: Wenn das System weiß, wo der Fahrer startet und wo er hin will, so kann die Reichweitenberechnung die Topographie und selbst aktuelle Verkehrsverhältnisse berücksichtigen. Und noch genauer wird die Berechnung, wenn sie die Fahrgewohnheiten des Piloten kennt.

Für die Berechnung haben die Ingenieure eine App entwickelt, die idealerweise auf einem Tablet installiert wird und dann rund um den Standort des Autos die mögliche Reichweite in allen Himmelsrichtungen angibt. Dabei berechnet die InCarApp die Reichweite vorausschauend und mit weitaus größeren Datenmengen als herkömmliche Systeme. Neben den Geoinformationsdaten werden auch Daten zu Topographie, Straßennetz, Verkehr, Fahrzeugdaten und der aktuelle Ladezustand der Batterie mit in die Berechnungen einbezogen. Aber auch das bisherige Fahrverhalten des Fahrers wird berücksichtigt.

Die Darstellung der Reichweite auf einer Karte mittels einer zweidimensionalen Wolke, die sich rund um das Fahrzeug legt, macht es dem Fahrer leicht zu entscheiden, ob er sein Ziel überhaupt erreichen kann. Dabei kann der Fahrer aber auch prüfen, ob am Rande der Wolke Ladesäulen zur Verfügung stehen, um seine Fahrt fortsetzen zu können.

Forscher verhandeln mit Autoherstellern über Serieneinsatz

Die Deggendorfer glauben, dass die Technik schon bald in Serienfahrzeugen eingebaut wird. Derzeit verhandeln sie mit mehreren Autoherstellern und sind optimistisch, dass es zu Abschlüssen kommt. Zunächst wird die Technik in den 180 Elektroautos installiert, die im Rahmen des größten Demonstrationsprojekt für Elektromobilität in Deutschland im Bayerischen Wald unterwegs sind. Die Flotte reicht vom kleinen Renault Twizy bis zum Sportwagen Tesla S.

Das Gebiet des Modellprojektes „E-Wald“ umfasst sechs Landkreise mit einer Fläche von 7000 Quadratkilometern. Es will zeigen, dass Elektromobilität auch auf bergigen Strecken, bei kalten Temperaturen und winterlichen Straßenverhältnissen auf dem Land funktionieren kann.

Die erste offizielle Testfahrt mit dem neuen ORM-Reichweitenmodell hat die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner unternommen. Natürlich war die Ministerin begeistert, was die bayerischen Forscher da entwickelt haben. „Das ist ein wichtiger Impuls für die Elektromobilität in ganz Deutschland, der die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen erheblich steigern kann“, sagte Aigner nach der Premierenfahrt. 

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Von Petra Funk
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