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10.09.2014, 13:06 Uhr | 0 |

Montezemolo tritt zurück Ferrari geht als erster mit Apples CarPlay auf die Reise

Pferd trifft Apfel: Bei der Integration von Smartphone-Funktionen in die Autoelektronik hat Apple die erste Etappe gewonnen. Ferrari liefert die ersten Autos mit integriertem CarPlay von Apple aus. Unterdessen ist nach einem Streit über die künftige Ferrari-Strategie der legendäre Präsident Montezemolo zurückgetreten.

Ferrari-Chef Montezemolo
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Nach einem Krach mit Fiat-Konzernchef Sercio Marchionne ist Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo am heutigen Mittwoch zurückgetreten. 23 Jahre lang führte er den Sportwagenhersteller.

Foto: Ferrari

Es ist noch gar nicht so lange her, dass sich Apple und Google ein hartes Rennen lieferten bei der Frage, wer am schnellsten am meisten Partner zur Einbindung von Smartphone-Unterhaltungstechnik im Auto findet: Apple mit seinem System CarPlay oder Google mit Android Auto. Ach ja, von Microsoft gab es auch noch einen halbgaren Vorstoß mit Windows for Cars, aber das tut hier nichts zur Sache. Was auf die Ankündigungen jedoch folgte? Nichts.

Möglicherweise war das die Ruhe vor dem Sturm, denn der Reigen ist eröffnet. Den Anfang hat jetzt Ferrari gemacht und mit seinem Modell FF das erste weltweit erhältliche Auto mit Apple CarPlay ausgeliefert. Die ersten Exemplare gehen derzeit an ihre Käufer in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und der Schweiz sowie in den USA und Japan. Auch im Modell California T sei CarPlay verfügbar, so der Hersteller.

Zugriff über Touch-Display oder per Sprachbefehl

Fortan können die Besitzer während der Fahrt über das im Fahrzeug integrierte Touch-Display in der Mittelkonsole schnell und einfach auf nahezu die gesamte Bandbreite an iPhone-Funktionen zugreifen. Sie können Musik von ihren iPhones hören, Karten zur Navigation aufrufen oder Anrufe tätigen – entweder per einfachem Fingertipp, idealerweise vor der Fahrt, oder mit Hilfe der Sprachassistentin Siri.

Auch Textnachrichten können so verschickt werden – der Fahrer diktiert, Siri schreibt mit. Anwendungen wie Spiele und Videos bleiben während der Fahrt natürlich gesperrt, schließlich soll der Fahrer sicher und entspannt ans Ziel kommen und nicht unkonzentriert.

CarPlay war von Apple im März 2014 als Teil des mobilen Betriebssystems iOS 7 angekündigt, in Grundzügen aber schon im Herbst 2013 vorgestellt worden, berichtet das IT-Onlineportal Heise. Natürlich soll das Feature nicht nur bei Ferrari, sondern auch in Fahrzeugen anderer Marken erhältlich sein – entweder direkt ab Werk oder als Nachrüstsatz. Da tut sich jedoch gerade wenig.

Volvo und Mercedes zum Beispiel haben die Technik auf 2015 verschoben. In Sachen Nachrüstsatz hat Mercedes sogar die Rolle rückwärts gemacht und das angekündigte Set kurzerhand wieder abgesagt, so Heise

Ferraris mit CarPlay beginnen bei 260.000 Euro

Wer sich jetzt schon darauf freut, bald per Sprachbefehl Musik auszuwählen, Karten aufzurufen oder Anrufe zu tätigen, sollte jedoch als allererstes seine Barschaft checken. Das Drumherum für das System ist nämlich nicht billig: Los geht es bei den Ferrari-Modellen, die es unterstützen, mit 260.000 Euro. Dafür gibt’s dann aber auch 660 PS – eine schicke Beigabe zu CarPlay. Bei diesen Preisen ist es müßig zu erwähnen, dass CarPlay nur iPhones mit Lightning-Port unterstützt – alles vor dem iPhone 5 fällt damit heraus. Aber diese Modelle dürften in der Ferrari-Zielgruppe inzwischen sowieso selten anzutreffen sein.

Und warum jetzt ausgerechnet der italienische Sportwagen mit dem Pferd im Logo als CarPlay-Pionier auftritt? Da könnte der kurze Dienstweg eine große Rolle gespielt haben, vermutet Heise: Seit Ende 2012 sitzt Eddy Cue, Apples Chef für Internetdienste, im Aufsichtsrat von Ferrari und sei selbst ein großer Fan der Marke.

Ferrari-Präsident reicht nach Strategiewandel Rücktritt ein

Überhaupt tut sich gerade einiges bei der italienischen Nobelmarke. Auf der einen Seite setzte Luca di Montezemolo, bisher Präsident der zu 90 Prozent zum Fiat-Konzern gehörigen Marke Ferrari, weiterhin auf die Eigenständigkeit und die Exklusivität der Sportwagen-Ikone. Erreichen wollte er das unter anderem durch einen Absatz von maximal 7.000 Exemplaren pro Jahr. Auf der anderen Seite hat Fiat-Chef Sergio Marchionne laut Nachrichtenagentur Bloomberg dagegen einen Bekanntheitsschub für sämtliche Fiat-Marken einschließlich Ferrari sowie eine zentralere Steuerung aller Einzelmarken im Sinn.

Das alles soll Teil der Fusion mit dem US-Autohersteller Chrysler sein – von Eigenständigkeit für Ferrari keine Spur. „Ferrari gehört zur Galaxie Fiat“, bekräftigte Marchionne denn auch: „Wir alle stehen im Dienst der Firma.“

Offenbar sieht Montezemolo keine Möglichkeit, sich mit dem Konzernchef über die Strategie zu einigen. Er habe seinen Rücktritt als Ferrari-Präsident für Oktober angekündigt, gab das Unternehmen am heutigen Mittwoch bekannt. 23 Jahre lang hatte er sein Amt inne, nachdem er Anfang der 70er Jahre als Assistent von Enzo Ferrari angefangen hatte.

„Das ist das Ende einer Ära“, kommentiert di Montezemolo selbst: „Daher habe ich mich entschieden, meinen Posten als Präsident zu räumen nach fast 23 herrlichen und unvergesslichen Jahren.“ Neuer Ferrari-Präsident wird sein Kontrahent, Konzernchef Sergio Marchionne.

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Von Judith Bexten
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