14.03.2014, 10:22 Uhr | 1 |

Weniger Elektroschrott EU schreibt einheitliche Ladegeräte ab 2017 vor

Ab 2017 wird es in der EU einheitliche Ladegeräte für alle Mobiltelefone, Smartphones und Tablets geben. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat das europäische Parlament am Donnerstag verabschiedet. Demnach müssen alle Steckersysteme miteinander kompatibel sein.

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Weiterhin gibt es zahlreiche Ladegeräte für Mobiltelefone und Tablets, die nicht kompatibel sind. Jetzt hat die EU einen Gesetzentwurf verabschiedet, der einheitliche Ladegeräte ab 2017 vorschreibt.

Foto: dpa

Jetzt müssen Hersteller wie Nokia, Sony, Apple, Motorola, LG und Samsung innerhalb der nächsten drei Jahre einen einheitlichen Stecker für Handys, Tablets und Smartphones auf den Markt bringen. Die Verbraucher sparen dadurch Kosten, weil sie für ein neues Handy nicht auch noch zusätzlich ein neues Ladegerät benötigen. Die Umwelt wird durch die Vereinheitlichung von über 50.000 Tonnen Elektroschrott entlastet. Ab dem Jahr 2017 dürfen dann nur noch Ladegeräte dieses untereinander kompatiblen Standards in Umlauf gebracht werden.

Selbstverpflichtung der Hersteller ist ausgelaufen

Viele EU-Abgeordnete sind der Ansicht, dass sich die Hersteller zurzeit um ihre Zusagen herumdrücken. Besonders bei einfachen Handys setzt die Branche noch viele unterschiedliche Stecker ein. Bei manchen der Geräte passt nur ein dünner, länglicher Metallstift – bei anderen Geräten wiederum muss es ein breiter Stecker mit vielen kleinen Kontakten sein.

Vor fünf Jahren hatten viele Hersteller eine Selbstverpflichtung unterzeichnet, in der sie sich auf die Nutzung des Micro-USB-Anschlusses zum Laden von Handys geeinigt hatten. Doch diese Vereinbarung lief schon Ende des letzten Jahres aus, ohne dass sich daraus auf dem Markt ein dauerhafter Standard entwickelte oder eine Nachfolgeregelung getroffen wurde. Der jetzt verabschiedete Entwurf schreibt keine technischen Details zum universellen Ladestecker für Mobiltelefone oder zu eventuell einsetzbaren Adaptern vor.

Apple und andere Hersteller setzen eigene Standards

Bei neueren Smartphones bauen die meisten Hersteller inzwischen den Micro-USB-Anschluss ein, der das Gerät mit Strom versorgt und über den gleichzeitig auch Daten übertragen werden können. Auf diesen hatten sich die 14 führenden Smartphone-Hersteller auf Druck der EU-Kommission 2009 geeinigt.

Allerdings setzt einer der Unterzeichner, der iPhone-Hersteller Apple, weiter auf seinen eigene „Lightning“-Steckverbindung und bietet einfach einen Adapter für Micro-USB dazu an. Solche Adapter waren durch die Einigung von 2009 zulässig, sie lösen aber das Problem mit dem Elektroschrott nicht, sondern vergrößern es sogar. Für den Verbraucher bringt das auch Mehrkosten mit sich, denn er braucht dann zwar nicht in allen Fällen ein neues Ladegerät, aber dann einen neuen Adapter zum neuen Modell.

Viele Hersteller schreiben Nutzung eigener Ladegeräte vor

Zum Teil bestehen Hersteller allerdings auch selbst dann auf der unbedingten Verwendung ihres eigenen Ladezubehörs, wenn ihre Geräte über Micro-USB geladen werden können. Das ist beispielsweise bei Googles Android-Smartphone Nexus 4 der Fall. In dessen Betriebsanleitung ist zu lesen: “Verwenden Sie nur das Ladegerät und das Micro-USB-Kabel im Lieferumfang Ihres Nexus 4. Verwendung eines anderen Ladegeräts oder Kabels kann das Telefon beschädigen.”

Solche oder ähnliche Anweisungen, die ja eventuell auch die Garantie beeinflussen können, sind in Zukunft nicht mehr zulässig. Hier müssen die Hersteller innerhalb der nächsten drei Jahre nachbessern.

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Von Klaus Ahrens
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kommentare
14.03.2014, 11:28 Uhr AG
Wozu wird die Diskussion über Stecker noch geführt?
Es gibt Mobilgeräte mit kontaktloser induktiver Akkuaufladung. Damit wäre doch die Steckerfrage obsolet.

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