13.10.2016, 11:59 Uhr | 0 |

Designentwurf in Istanbul Das ist mal ein richtig schöne Haltestelle – sogar mit Ladefunktion

Diese solarbetriebene Ladestation mitten in Istanbul will Schule machen – künftig soll sie in vielen Großstädten stehen. Und was kann Mito, wie die Station heißt? Unter dem holzverkleideten Objekt wartet man auf die nächste Straßenbahn, lädt derweil sein Smartphone auf oder surft im Internet. 

Haltestelle am Taksim-Platz in Istanbul
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Haltestelle aus Holz am Taksim-Platz in Istanbul: So schön können Haltestellen für Busse und Bahnen sein. Entworfen hat das Objekt der russische Designer Artemy Lebedev.

Foto: Studio Art.Lebedev

Am  Istanbuler Taksim Platz, dort wo die Straßenbahn abfährt, können Pendler seit kurzem die Wartezeit mit dem Aufladen ihrer Telefone verkürzen. Die holzverkleidete Station, die vom Istanbuler Technologieunternehmen Verisun in Auftrag gegeben wurde, liefert Strom und bietet auch kabellosen Zugang zum Internet. Bis zu acht Geräte gleichzeitig können an dem Unterstand aufgeladen werden, ohne dass das ohnehin überlastete Istanbuler Stromnetz belastet würde, denn Mito – so der Name der Station – hat eigene Solarpaneele auf dem Dach.

Mitgebrachte Heißgetränke könnten Energie liefern

Auf einem kleinen LCD-Bildschirm im pfeilerartigen Mittelteil von Mito erscheinen außerdem praktische Informationen zum Wetter, den Ankunfts- und Abfahrtszeiten sowie zu den Strecken von Bus und Bahn. Entwickelt wurde die Ladestation, die auch als Designobjekt auf sich aufmerksam macht, vom Studio Art.Lebedev. Designer Artemy Lebedev hatte das Unternehmen 1995 als 20-Jähriger in Moskau gegründet, inzwischen unterhält er weitere Büros in Kiew und New York.

Der Auftrag, den Art.Lebedev von Verisun bekam, sollte die Entwicklung einer Ladestation für mobile Geräte im Außenbereich sein. Die Designer durchdachten unterschiedliche Konzepte: Man könnte die Aufladestation zum Beispiel an bereits vorhandene Straßenmöblierungen wie Straßenlaternen anbringen.

Die Designer überlegten auch, eine Vorrichtung zu bauen, in die man sein Fahrrad einklinken und so die nötige Energie für den Aufladevorgang selbst erzeugen kann. Sogar der vom Passanten mitgebrachte Kaffee wurde als Energielieferant in Betracht gezogen. Das heiße, oder alternativ sehr kalte Getränk, würde auf einer bestimmten Stelle am Aufladepunkt abgestellt. Das damit verbundene Smartphone könnte sich aus dieser Energiequelle bedienen.

Formschön: Holzpfeiler mit Dach als Ladestation

Nach diesen vielleicht etwas unpraktischen Ideen entwickelten die Designer schließlich einen Metallständer, der mit Sperrholz-Paneelen verkleidet wurde. In einer Höhe des schmalen Pfeilers, die von den Nutzern gut erreicht werden kann, wurde eine Ablagefläche eingebaut, über der sich die USB-Steckplätze für die Verbindung zum Smartphone befinden.

Oben weitet sich die Form und dient damit nicht nur als geeignete Fläche für die Solarpaneele, sondern auch als für den Schutz vor Regen. Der zweite Prototyp, den Art.Lebedev entwickelte, ist kürzlich am viel besuchten Taksim Platz im Zentrum von Istanbul aufgestellt worden. Nach Angaben der Designer soll das Modell bald auch in anderen Städten auftauchen.

Auch hierzulande ist die Idee, sich die Wartezeit auf Bus oder Bahn mit dem Aufladen der Mobilgeräte zu vertreiben, nicht neu. Die Idee kam aus Boston, aufgestellt wurde die Sitzbank Soofa vor rund einem Jahr auch in Essen. Hier kann man sogar sitzen, während das in die Bank eingebaute Solarmodul das Smartphone auflädt. Die Bank steht auf dem Vorplatz der RWE-Zentrale an der Kruppstraße in Essen. 

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Von Gudrun von Schoenebeck
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