10.07.2014, 11:25 Uhr | 0 |

Tuna Knobs aus Holland DJs bekommen echte Drehregler für Touchscreens

Das beste zweier Welten scheint sich zu verbinden: Tuna Knobs bestehen aus leitendem Weichgummi und saugen sich an der Oberfläche des Tablets fest. Sie geben DJs das Gefühl zurück, echte Regler zwischen den Fingern zu haben. 

Hersteller machen ihre Apps mit den Tuna Knobs kompatibel
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Hersteller machen ihre Apps mit den Tuna Knobs kompatibel – unter ihnen der japanische Konzern Korg. Sobald genügend Geld per Crowdfunding gesammelt ist, beginnt die Serienproduktion. Auslieferungsstart ist für November 2014 geplant. 

Foto: Tweetonig

Die Idee kam während eines Praktikums. „Ich habe immer gerne Musik gemacht und mich auch als DJ betätigt“, erzählt Samuel Verburg. „Dann habe ich das iPad und die dafür geschaffene DJ-Software für mich entdeckt und war begeistert.“ Jetzt war der Hobby-Musikproduzent nicht mehr an sein Mischpult zu Hause gebunden, sondern hatte auch unterwegs alle Möglichkeiten.

Aber irgendetwas fehlte. „Ich wollte eine bessere Kontrolle, die man nur mit Drehreglern hat“, sagt Verburg. Dann kam das Praktikum im kleinen Rotterdamer Unternehmen Tweetonig und dort fand der junge Musikliebhaber ein offenes Ohr für seine Idee. Gemeinsam mit den Inhabern, den Industrie-Designern John Tillema und Dimer Schaefer, entwickelte Verburg echte Drehregler für die virtuelle Oberfläche eines Touchscreens.

Drehknöpfe bestehen aus leitendem Weichgummi

So wie dem jungen Praktikanten, der inzwischen Teil des Teams bei Tweetonog geworden ist, mag es vielen Freizeit-DJs ergehen: Tablets wie das iPad sind eine prima Sache und über den Touchscreen lassen sich Programme problemlos steuern. Aber es geht doch nichts über das Feingefühl, das man zwischen Daumen und Zeigefinger hat, wenn man mit einem echten Drehregler steuert.

Eine ähnliche Idee, das SenseSurface der britischen Firma Girton Labs, schaffte es vor ein paar Jahren zwar nicht bis zur Serienreife. Aber für die Tuna Knobs von Samuel Verburg sieht es nicht schlecht aus. Auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter, auf der die Designer um Unterstützung werben, gibt es inzwischen positive Resonanz. Nur wenige Tage nach dem Start des Crowdfunding-Projektes haben die Entwickler die benötigten 12.500 US-Dollar schon fast zusammen.

Damit wollen Verburg und seine Kollegen die Gussform finanzieren, mit der sie die kleinen Drehknöpfe in Masse produzieren können. „Wir fanden die Idee von Samuel klasse und haben uns direkt um die technische Umsetzung gekümmert“, sagt Designer John Tillema. Viele Formen, Größen und Materialien seien in der Folge ausprobiert worden. Schließlich habe man die richtige Größe sowie einen leitenden Weichgummi für die Drehknöpfe gefunden. Die Basis des Reglers besteht aus transparentem Polykarbonat, so dass er passgenau auf den Touchscreen aufgesetzt werden kann. Dort saugt er sich fest und ist sofort einsatzbereit. Aktiv wird der Regler erst bei Berührung. Wird er nicht mehr gebraucht, zieht man ihn einfach wieder ab.

App-Entwickler machen ihre Oberflächen kompatibel 

Um die nötige Unterstützung der Software-Entwickler hat sich das Team um Verburg ebenfalls gekümmert, denn Musik-Apps müssen kompatibel sein für den Einsatz der Drehregler. Bisher hätten die Apps TouchOSC, Korg iMS-20, Korg iElectribe und iDJ2GO ihre Oberflächen angepasst. Mit weiteren Apps wie TouchAble und d(--)b) sei man im Gespräch. Auf all diesen Apps habe der Tuna Knob prima funktioniert, erklären die Entwickler bei Kickstarter. Nun sollen noch weitere App-Anbieter kontaktiert werden, damit der Drehregler auf allen virtuellen Oberflächen funktioniert.

Anfang August läuft das Crowdfunding auf Kickstarter aus. Danach, so hoffen die Designer, können sie die Gussform für den Regler herstellen lassen. Im Oktober soll das fertige Produkt getestet werden. Die Auslieferung der Tuna Knobs ist für November 2014 vorgesehen.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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