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20.03.2014, 12:42 Uhr | 0 |

Konkurrenz zu Apple TV4 Chromecast: Google macht jetzt auch Fernsehen

Google hat in Deutschland mit dem Verkauf eines kleinen Sticks begonnen, der das Internet auf den Fernseher bringt. Chromecast heißt das Teil, welches einfach in einen der HDMI-Eingänge gesteckt wird. Gesteuert wird der 35 Euro teure Stick über das Smartphone oder das Tablet.

Mit dem HDMI-Stick Chromecast lassen sich Medieninhalte auf den Fernseher streamen.
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Mit dem HDMI-Stick Chromecast lassen sich Medieninhalte auf den Fernseher streamen.

Foto: Google

Für 35 Euro bringt Google nun also mit einem nur sieben Zentimeter kleinen Stick das Internet auf den Fernsehbildschirm. Chromecast heißt der kleine Stick, der an eine der HDMI-Buchsen des Fernsehers angeschlossen wird. Es ist schon ein wenig grotesk: Jahrelang beherrschte das Thema der Verschmelzung von Internet und TV regelmäßig die Internationale Funkausstellung IFA in Berlin und jetzt löst ein Ministick das Problem im Handumdrehen.

Chromecast ist in wenigen Minuten installiert

Google sieht in seinem Fernseh-Stick ein Produkt für die breite Masse, da das Gerät in wenigen Minuten installiert und leicht zu bedienen sei, sagte Unternehmenssprecher Thorsten Garde. Chromecast sei insbesondere für Zuschauer von Filmportalen ausgelegt – so sei es wesentlich einfacher, Inhalte mit einem Handy zu steuern, als mit einer Fernbedienung zu hantieren. Der TV-Stick muss lediglich ins heimische WLAN integriert werden, dann können vom Laptop, Smartphone oder Tablet Inhalte wie Videos oder Musik auf das TV-Gerät übertragen werden.

Das Ganze funktioniert allerding nur mithilfe von Googles Browser Chrome oder entsprechende Apps, die Chrome unterstützen. Dem mächtigen Internet-Giganten Google scheint es wichtig zu sein, die Nutzer des Chromecast nicht allzu weit aus dem Google-Imperium zu entlassen. Denn zunächst beschränken sich die verfügbaren Inhalte auf eine überschaubare Zahl von Apps. Darunter sind vor allem Google-eigene wie die Videoplattform YouTube, der Musik-Streamingdienst Google Play Music und Google Play Movies.

Kooperation mit Watchever präsentiert

Rechtzeitig zum Verkaufsstart des Chromecast stellte Google eine neue Kooperation mit dem Videostreaming-Anbieter Watchever vor. Demnächst soll die Online-Videothek Maxdome hinzukommen, hinter der der TV-Konzern Pro Sieben Sat 1 steht.

Google tritt mit dem Chromecast vor allem gegen Apple TV an. Die beiden Dienste sind im Prinzip vergleichbar, nur kostet die eigenständige Settop-Box von Apple rund 100 Euro. Bei der Übertragung von Inhalten von Smartphones und Tablets auf den Fernseher genügen Chromecast die Internetquellen der gewünschten Songs oder Videos. Danach können die Nutzer ihr Smartphone oder Tablet weglegen oder sogar ausschalten. Bei der Air-Play-Funktion des Apple TV müssen die Geräte hingegen eingeschaltet bleiben.

Chromecast läuft auf Windows, iOS und Android

Der TV-Stick von Google ist nicht auf ein bestimmtes Betriebssystem des Steuergerätes (Smartphone oder Tablet) festgelegt. Egal ob Windows von Microsoft, iOS von Apple oder Android von Google – alles funktioniert. Eigene Inhalte vom Steuergerät, etwa die hübschen Videoschnipsel vom letzten Italienurlaub, kann Chromecast allerdings nicht abspielen. Für den TV-Stick ist das Smartphone oder das Tablet nur so etwas wie eine Art Fernbedienung, die ihm die entsprechenden Internetquellen aus der Cloud rüberschickt. Das ist etwas ärgerlich, zwingt es den Chromecast-Nutzer dazu, seine privaten Fotos, Musikstücke und Videos in die Cloud hochzuladen und dort zu speichern.

Smart-TV-Geräte haben bereits das Internet an Bord

Google überlässt es Fremd-Entwicklern diese Engstelle beseitigen. Im Google Play Store gibt es Apps, die auch das Abspielen lokaler Medien vom Smartphone oder Tablet ermöglichen. Das Italien-Video kann kommen.

Heutige moderne Fernsehgeräte sind sogenannte Smart-TV-Geräte, die das Internet bereits an Bord haben. Allerdings sind diese modernen Geräte dadurch negativ in Erscheinung getreten, dass sie den Fernsehkonsum ihrer Nutzer aufzeichnen und an die Hersteller übertragen. So flog der südkoreanische Hersteller LG im November damit auf, sogar Nutzerdaten zu übermitteln, wenn die entsprechende Funktion ausgeschaltet war.

Auch Amazon will im Kampf um das Wohnzimmer mitspielen

Weil so etwas vielen TV-Konsumenten so gar nicht gefällt, nutzen sie die Internet-Option ihres smarten Fernsehers oft gar nicht und trennen ihn vom Router. Vielen ist die Handhabung der smarten Internet-Funktion auch schlicht viel zu kompliziert. Und für alle diese ist der Chromecast sicherlich die Lösung, den Fernsehapparat für das selbst gestaltete Programm über das Internet zu benutzen. Für den Preis von 35 Euro kann man da auch sicher nicht viel falsch machen. Nach Berichten in US-Medien sitzt übrigens ein weiterer großer Internetkonzern namens Amazon in den Startlöchern mit einem Datenstick für den Fernseher. Der Kampf um die Herrschaft in den Wohnzimmern ist eröffnet.

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Von Detlef Stoller
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