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17.03.2014, 11:33 Uhr | 0 |

Hybrid TV optimiert Casual.tv bietet mehr Zusatzinformationen beim Fernsehen

Fernsehen oder Surfen? Das wird in Zukunft keine Frage mehr sein, denn Fernsehen und Internet verschmelzen immer mehr miteinander. Ein neues technisches Verfahren sorgt jetzt dafür, dass beides auch völlig synchron empfangen werden kann.

Prof. Dr.-Ing. Uwe Kulisch (re.) und Projektmitarbeiter René Welz forschen zu neuen Verfahren und Anwendungen für Hybrid TV.
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Prof. Dr.-Ing. Uwe Kulisch (re.) und Projektmitarbeiter René Welz forschen zu neuen Verfahren und Anwendungen für Hybrid TV.

Foto: Kristina Denhof

Das Projekt „casual.tv“ will beispielsweise Live-Übertragungen im Fernsehen mit passgenauen zusätzlichen Informationen für die Zuschauer wieder interessant machen. Läuft etwa im Fernsehen ein Spiel des Lieblingsvereins, können über Smartphone oder Tablet Ballkontakte, Fehlpässe oder der Pulsschlag der Spieler verglichen werden. Ist das Auto aus der Werbung interessant, kann der Zuschauer sich den Wagen via Internet in einer anderen Farbe anschauen oder eine Probefahrt beim nächsten Händler vereinbaren. 

Mehr Fernsehzuschauer durch speziell zugeschnittene Inhalte

„Längst werden Smartphones oder Tablets als ´Second Screen', also zweiter Bildschirm neben dem Fernseher, genutzt“, sagt casual.tv-Projektleiter Uwe Kulisch. „Fernsehen als reine Einbahnstraßenkommunikation ist im Zeitalter von Internet und Social-Media-Kanälen fast ein Anachronismus geworden.“ Gegenüber den qualitativ hochwertigen, individualisierten Online-Inhalten großer Anbieter wie Google mit Youtube, Apple, Amazon, oder Netflix verliere das Fernsehen schon seit Jahren dramatisch an Boden, erklärt er. Casual.tv eröffne jetzt ganz neue Möglichkeiten, den Zuschauer über speziell zugeschnittene Inhalte wieder zum Fernsehen zu bringen.

Die Grundlage des technischen Verfahrens ist bekannt. HbbTV (Hybrid broadcast broadband TV) ist eine Art Nachfolger des Videotextes und bereits seit drei Jahren gebräuchlicher Standard. Bislang wird die Technik vor allem für Mediatheken genutzt. Eine Schwierigkeit verhinderte bisher das Einspielen weiterer Zusatzinformationen: Langsames Fernsehen und schnelles Internet ließen sich nicht synchronisieren. Das Fernsehen hat sogenannte Latenzzeiten – Verzögerungen bei der Übertragung – die je nach Gebiet und Übertragungsweg schwanken und bis zu einige Sekunden betragen können.

Verfahren löst Synchronisationsprobleme

Casual.tv hat das Problem der Synchronisation der Latenzzeiten des Fernsehens mit dem Internet gelöst. Es korrigiert die Darstellung der via Internet gesendeten Hybrid-TV-Informationen um genau diese Latenzzeit. Dadurch wird es möglich, die schnelleren Informationen des Hybrid TV jeweils passgenau und nicht zu früh zu senden. „Das ist der Schlüssel zur Zukunft des Fernsehens“, sagt Projektmitarbeiter René Welz..

Das Verfahren casual.tv wurde an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig entwickelt. Es ist bereits zum Patent angemeldet, eine Firmenausgründung wird vorbereitet. 

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Von Andrea Ziech
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