18.07.2015, 08:12 Uhr | 0 |

e-SIM ab 2016 Apple und Samsung arbeiten am Ende der mobilen SIM-Karte

Sie ist so etwas wie das Herz eines jeden Mobilfunkgeräts: die SIM-Karte. Sie ermöglicht die eindeutige Identifikation des Nutzers im Netz. Apple und Samsung wollen gemeinsam mit den Netzbetreibern die Wechsel-SIM-Karte abschaffen. Künftig wird es eine fest eingebaute e-SIM geben, die sich per Funk umprogrammieren lässt. Schon 2016 soll es soweit sein.

Machine-to-Machine SIM-Karte von Vodafone
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Machine-to-Machine SIM-Karte von Vodafone: Apple und Samsung wollen künftig mobilen, sondern nur festverbaute SIM-Karten in alle Geräte einsetzen. Die neue e-SIM soll schon 2016 eingeführt werden.

Foto: Vodafone

Bislang geben die Mobilfunkbetreiber die SIM-Karten aus, die den Nutzer im Netz klar identifizieren und dem Smartphone oder Tablet die Einwahl in den Mobilfunk erlaubt. Wenn ein Nutzer den Mobilfunk-Anbieter wechselt, erhält er vom neuen Provider eine neue SIM-Karte. Dieses Verfahren wollen Apple und Samsung gründlich ändern.

e-SIM ist per Funk umprogrammierbar

Die beiden führenden Handy-Hersteller wollen diese altmodisch wirkende Nutzer-Identifikation abschaffen und arbeiten an einem Standard für eine fest eingebaute elektronische SIM-Karte. Die embedded SIM, kurz e-SIM, soll die bisher übliche feste Bindung der SIM-Karte an einen einzelnen Netzbetreiber beenden, denn sie lässt sich per Funk auf einen neuen Anbieter umstellen. Laut Financial Times stehen die beiden Mobilfunk-Giganten in „fortgeschrittenen Verhandlungen“ mit Mobilfunkanbietern und der Industrievereinigung GSMA.

Unterstützt werden die Pläne für eine in die Geräte eingebettete SIM-Karte offenbar von den Mobilfunkanbietern AT&T, Deutsche Telekom, Etisalat (Vereinigte Arabische Emirate), Hutchison Whampoa, Orange, Telefónica und Vodafone. „Mit der Mehrheit der Betreiber an Bord planen wir, die technische Architektur festzulegen, die für die Entwicklung einer Ende-zu-Ende-Remote-SIM-Lösung für Consumer-Geräte benutzt wird“, zitiert die Financial Times GSMA-Sprecherin Anne Bouverot.

Schon 2016 kommt die e-SIM

Das Ende der Plastik-SIM-Karte ist bereits für das kommende Jahr geplant. Mit dem Engagement der beiden Mobilfunk-Giganten Apple und Samsung ist dieses Ziel mehr als realistisch. Die GSMA muss bei der Entwicklung eines Standards auch nicht bei Null beginnen.

Für den Maschine-zu-Maschine-Markt, das heißt für Geräte wie Assistenzsysteme und Verkehrszeichenanlagen, hat die GSMA bereits einen Standard für eine e-SIM entwickelt, Apple und Samsung haben der Spezifikation zugestimmt. „Wir haben mit ihnen und anderen zusammen eine Branchenlösung für Maschinen geschaffen und wir werden eine Lösung für Consumer-Elektronik finden“, so Bouverot.

Apple-SIM ist seit dem letzten Jahr verfügbar

Dazu kommt: Die Idee einer umprogrammierbaren SIM ist nicht ganz neu. Im vergangenen Jahr hatte Apple die sogenannte Apple-SIM eingeführt. Diese erlaubt den iPhone-Nutzern einen einfachen Wechsel des Mobilfunkanbieters, ohne Austausch der SIM-Karte. Diese Apple-SIM gibt es bisher aber nur in den USA, in Großbritannien sowie seit kurzem auch in Australien.

Allerdings ist es möglich, über ein Roaming-Abkommen mit GigSky die Apple-SIM in mehr als 90 Ländern zu nutzen. Das funktioniert auch hierzulande. Bald soll die Apple-SIM auch ohne Roaming-Umweg in Deutschland für das iPad Air 2 und das iPad mini 3 verfügbar sein. Als Partner gibt Apple auch T-Mobile an. 

„Offizielle Vereinbarung ist noch in Arbeit“

Laut Financial Times soll die nun entwickelte eSIM aber nicht die Apple-SIM ersetzen. Vielmehr setze man „die Zusammenarbeit mit Apple fort, um sich die Unterstützung für die Initiative zu sichern“ ergänzte die GSMA. „Auch wenn wir optimistisch sind, eine offizielle Vereinbarung mit ihnen ist noch in Arbeit.“ Das Ende der austauschbaren Plastik-SIM-Karte, die auch schon von der NSA massenhaft geknackt wurde, ist nur noch eine Frage der Zeit.

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Von Detlef Stoller
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