09.09.2014, 11:57 Uhr | 0 |

Steuerung mit Augen Amazon bringt Fire Phone nach Deutschland

Ab Ende September ist das Fire Phone auf dem deutschen Markt erhältlich – das erste Smartphone des Onlinehändlers Amazon. Es soll Kunden mit zwei Features überzeugen: Der Nutzer kann das Display mit Kipp- und Augenbewegungen steuern, die Suchmaschine Fire Fly erkennt 54 Millionen Objekte in der realen Welt. 

Amazon Fire Phone
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Ab Ende September ist das Fire Phone exklusiv über die Deutsche Telekom erhältlich. Allerdings nur mit einem Zweijahresvertrag und SIM-Lock.

Foto: EPA

Sensoren im Fire Phone erkennen, wohin der Nutzer blickt und wie er das Gerät hält. Somit soll er scrollen können, ohne das Gerät zu berühren, und Games mit der Kraft seiner Augen spielen. Amazon nennt die Funktion Dynamic Perspective, die es auch erlaubt, sich räumlich im 3D-Display umzusehen. Menüs lassen sich auch mit Kippbewegungen ausklappen.

Steuerung fällt bei vielen Kritikern durch

In vielen US-amerikanischen Produktrezensionen stößt Dynamic Perspective auf Kopfschütteln – im Onlinemagazin Computerworld zeigt sich ein Kritiker zunächst begeistert von den 3D-Darstellungen auf dem Display, in denen er sich mit Kopfbewegungen räumlich umsehen kann. Doch nach zwei Wochen zieht er das ernüchternde Fazit: „Die Funktion ist desorientierend und irritierend und erschwert die Bedienung des Smartphones.“ Bei vielen Apps, so auch im Store von Amazon, führten zudem schon die kleinsten Kippbewegungen zum unkontrollierten Zoom, so dass Bilder plötzlich ungewollt den ganzen Bildschirm ausfüllen.

„Wenn man Innovationen auf den Markt bringt, gibt es Leute, die sie mögen – und Kritiker“, gibt sich Amazon-Chef Ian Freed gegenüber der Nachrichtenagentur selbstbewusst. Es sei wichtig, dass die Kunden das Gerät mögen. „Der Rest kommt dann von allein.“ Schließlich habe sich trotz scharfer Kritik im Jahr 2007 auch das erste Kindle-Lesegerät durchgesetzt.

Suchmaschine Fire Fly erkennt 54 Millionen Objekte aus der Umgebung

Eine weitere Funktion des Fire Phones hört auf den Namen Fire Fly. Dahinter versteckt sich eine Objekterkennung mit angeschlossener Suchmaschine. Der Besitzer muss einen Gegenstand nur fotografieren und schon liefert Fire Fly ein entsprechendes Produkt aus der Amazon-Datenbank, das sich auch gleich bestellen lässt. Auf diese Weise sollen sich 54 Millionen Produkte erkennen lassen. Zudem identifiziert die Suchmaschine rund 2000 berühmte Kunstwerke mit Unterstützung von Wikipedia, 30 Millionen Songs sowie zehntausende Filme und Serienepisoden.

Die Hardware des Fire Phones ist zeitgemäß: Ausgestattet ist das Smartphone mit einem 11,9 Zentimeter langen LCD-Display, einem 2,2 GHz Quadcore-Prozessor, 2 GB RAM, Stereolautsprechern mit Dolby Digital Plus und einer 13-Megapixel-Kamera.

Telekom übernimmt Exklusivvetrieb in Deutschland

In den USA ist das Fire Phone Ende Juli auf den Markt gekommen, mittlerweile kostet es mit Mobilfunkvertrag nur 99 Cent. „Wir wollen das Geld verdienen, wenn die Kunden das Gerät nutzen und nicht, wenn sie es kaufen“, erklärt Freed. In Deutschland ist das Smartphone ab dem 30. September erhältlich, exklusiv über die Telekom, und auch nur mit einem zweijährigen Mobilfunkvertrag und SIM-Lock.

Um sich auf dem hart umkämpften Smartphone-Markt durchzusetzen, setzt Amazon auf allerlei Köder: Käufer erhalten einen einjährigen Zugang zum Service Prime, der kostenlose Filme und Amazon-Lieferungen umfasst – zudem einen Online-Speicherplatz, auf dem sie beliebig viele Fotos speichern können.

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Von Patrick Schroeder
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