11.06.2015, 12:35 Uhr | 0 |

KONTAKTLOSE NFC-TECHNIK Aldi führt Bezahlen per Smartphone ein

In allen Filialen von Aldi Nord kann künftig über kontaktlose Near Field Communication per Handy bezahlt werden. Damit zieht der Discounter nach: Edeka und Rewe nutzen bereits eine ähnliche Technik. Die Akzeptanz bei den Kunden ist aber noch recht gering.

Kontaktloses Bezahlen bei Aldi Nord
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Aldi Nord akzeptiert ab sofort in allen Filialen bundesweit kontaktlose Zahlungen. 

Foto: obs/Unternehmensgruppe Aldi Nord

Aldi-Kassiererinnen sind berühmt dafür, dass sie zackig arbeiten. Künftig soll die Abwicklung des Einkaufs aber noch schneller gehen. Kunden, die ein NFC-fähiges Smartphone besitzen und eine entsprechende App installiert haben, können jetzt in den rund 2.400 Filialen von Aldi Nord per Handy bezahlen. Die so genannte Near Field Communication(NFC) ermöglicht über eine kurze Strecke den Datenaustausch zwischen zwei Computerchips.

Bei Beträgen bis zu 25 Euro ist der Bezahlvorgang schon mit dem Hochhalten des Smartphones erledigt. Für höhere Summen verlangt Aldi weiterhin die Eingabe einer PIN wie bei der EC-Karte – aus Sicherheitsgründen, denn sonst könnten Handy-Diebe munter einkaufen gehen. Auch mit NFC-fähigen Maestro- oder V-Pay-Kreditkarten ist das kontaktlose Bezahlen möglich.

Nur sieben Prozent der Kunden haben Technik schon genutzt

Deutschlands größter Discounter überholt damit die beiden größten Handelsketten Edeka und Rewe. Beide hatten zwar schon 2013 mit der Einführung ähnlicher Techniken begonnen, aber bis heute ist sie nicht in allen Märkten verfügbar. Das dürfte auch damit zu tun haben, dass noch nicht allzu viele Kunden der Methode trauen. In einer taufrischen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom jedenfalls gaben nur 22 Prozent der Befragten an, dass sie sich in Zukunft das Bezahlen per NFC mit dem Handy vorstellen können. Ganze sieben Prozent haben das bislang auch schon mindestens einmal getan.

Das Smartphone als Brieftasche und Schlüsselbund

Entsprechend gering ist bisher auch die Verbreitung der entsprechenden Terminals in den Geschäften. Laut Bitkom waren es zuletzt – Aldi Nord noch nicht eingerechnet – rund 60.000 NFC-fähige Kassen, etwa acht Prozent aller Supermarktkassen in Deutschland. Ungeachtet der Verbraucherskepsis gehen Experten davon aus, dass der Trend sich durchsetzen wird.

„Wenn die Kassenterminals flächendeckend umgerüstet sind, wird das Bezahlen per Smartphone in kürzester Zeit einen Durchbruch erleben“, meint Bitkom-Vizepräsident Ulrich Dietz. Die NFC-Technologie schaffe schließlich auch die Voraussetzungen für eine Reihe weiterer praktischer Anwendungen der Mobile Wallet, also der digitalen Brieftasche: als Identifikationsmittel, als Wohnungs- oder Autoschlüssel. „Mittelfristig kann die Mobile Wallet im Smartphone die physische Brieftasche und den Schlüsselbund komplett ersetzen“, sagt Dietz.

QR-Codes oder ID-Nummern

Offen ist, welche Methode sich an der Supermarktkasse durchsetzen wird. Bei den meisten Anbietern wird die Kaufsumme über die Kreditkarte abgerechnet, aber es gibt auch Alternativen, wie sie beispielsweise Rewe getestet hat. Dabei scannt der Kunde mit seinem Handy einen QR-Code am Kassenterminal, der den Betrag enthält. Nach Bestätigung wird die Summe dann von einem Guthaben abgezogen, das zuvor auf einem eigenen Konto angelegt werden muss.

Bei Netto ist das Bezahlen per NFC schon seit zwei Jahren in rund 4.000 Filialen möglich. Die Discount-Tochter von Edeka nutzt ein von der Deutschen Post entwickeltes System mit einer eigenen App. Dabei müssen Kunden allerdings bei jedem Kauf eine vierstellige Identifikationsnummer abrufen und der Kassiererin nennen. Damit nicht andere in der Warteschlange auch noch damit einkaufen, bleibt die ID nur fünf Minuten gültig.

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Von Werner Grosch
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