04.11.2014, 08:55 Uhr | 1 |

Tetra Rex kommt 2015 Tetra Pak bringt Verpackung aus Holz und Zuckerrohr auf den Markt

Das ist weltweit einmalig: Verpackungshersteller Tetra Pak füllt Frischeprodukte ab 2015 in Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen ab. Die ökologische Tetra Rex besteht zu 100 Prozent aus Holz und Zuckerrohr. 

Zuckerrohr
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Zuckerrohr solcher Plantagen ist ein Schlüssel-Rohstoff für Tetra Pak: Chemiker gewinnen aus ihm Polyethylen – einen thermoplastischen Kunststoff mit wachsartiger Oberfläche. 

Foto: Tetra Pak

Zum Großteil besteht die Verpackung Tetra Rex aus Rohkarton. Das verwendete Holz stammt laut Hersteller aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern. Als Beweis liefert Tetra Pak das Siegel der gemeinnützigen Nichtregierungsorganisation Forest Stewarship Council (FSC), die sich 1993 auf der Umweltkonferenz in Rio de Janeiro gegründet hat. Sie ist in 80 Ländern vertreten, kämpft gegen illegalen Holzschlag und schützt vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten sowie die Rechte der Ureinwohner. 

Deckel aus Zuckerrohr statt Plastik

Etwas kniffeliger war es, einen Ersatz zu finden für den traditionellen Plastikverschluss und die Innenbeschichtung, die Feuchtigkeit, Sauerstoff und Licht abhält. Tetra Pak hat sich dafür mit Braskem zusammengetan. Der brasilianische Spezialist für Biokunststoffe hat es geschafft, die Kunststoffkomponenten aus Zuckerrohr zu fertigen. Er gewinnt Ethanol aus Zuckerrohr und stellt Ethylen her. Dieses farblose, süßlich riechende, brennbare Gas wandeln die Chemiker anschließend in Polyethylen um – ein thermoplastischer Kunststoff mit wachsartiger Oberfläche.

Tetra Rex kommt 2015 auf den Markt

„Indem wir den Anteil nachwachsender Rohstoffe in unseren Verpackungen erhöhen, tun wir nicht nur etwas Gutes für die Umwelt, sondern verschaffen unseren Kunden auch einen Wettbewerbsvorteil, indem wir das ökologische Profil ihrer Produkte schärfen“, sagt Charles Brand, Produktmanager bei Tetra Pak. Davon profitieren können sie ab 2015, wenn die nachwachsende Tetra Rex auf den Markt kommt. Zunächst allerdings nur für frische Produkte.

Denn Verpackungen für Haltbares wie H-Milch und Saft enthalten zusätzlich eine Aluminiumschicht. Hier sucht das Unternehmen derzeit eine pflanzliche Alternative.

Tetra Paks Ökoverpackungen sind in Brasilien der Hit

Die Verschlüsse aus Zuckerrohr haben sich in Brasilien übrigens schon bewährt: Im Februar 2014 konnte Tetra Pak Coca-Cola Brazil im Rahmen eines Pilotprojekts überzeugen, die ökologische Verpackungsvariante für die Saftgetränke Del Valle zu verwenden. Weil das in der Öffentlichkeit auf gute Resonanz stößt, will Tetra Pak in Brasilien zukünftig alle 150 Kunden mit der Ökoverpackung versorgen – das sind 13 Milliarden Verpackungen pro Jahr. Eine Umstellung der Abfüllanlagen ist laut Unternehmen nicht nötig. 

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Von Patrick Schroeder
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kommentare
04.11.2014, 12:23 Uhr philisense
Nett, aber es wird wohl nicht davon ausgegangen werden dürfen, dass aus Bio-Rohstoffen hergestelltes Polyethylen besser biologisch abbaubar wäre als das aus Erdöl - oder hat das Bio-Polyethylen eine andere chemische Formel oder zumindest eine andere räumliche Gestalt, die den Abbau erleichtert?

Freue mich über eine Antwort.

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