15.10.2013, 14:46 Uhr | 0 |

Inflation sinkt weiter Industrieproduktion auf dem stärksten Wachstumskurs seit zwei Jahren

Die Wirtschaft in der Eurozone befindet sich im Aufwärtstrend: Innerhalb nur eines Monats ist die Industrieproduktion im August 2013 um einen Prozentpunkt gestiegen – so stark wie zuletzt im Jahr 2011.

BMW-Produktion im Werk München
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Produktion des BMW 3er im Werk München: Vor allem der Fahrzeugbau in Deutschland hat zu einem kräftigen Anstieg der Industrieproduktion in Deutschland geführt.

Foto: BMW

Den stärksten Zuwachs bei der Industrieproduktion verzeichnete im August mit 8,2 Prozent das Krisenland Portugal, gefolgt von Malta (7,2), der Tschechischen Republik (4,7), den Niederlanden (2,4) und Deutschland (1,8). Schlechter hingegen sieht es im aktuellen Euroindikator der europäischen Statistikbehörde Eurostat für Estland aus: Die Industrieproduktion des baltischen Landes sank um 3,5 Prozent. Konfrontiert mit Rückgängen sehen sich ebenso Schweden (-2,8), England (-1,1) und Italien (-0,3).

Deutsche Kraftfahrzeughersteller verzeichnen Plus von 13,6 Prozent

Im produzierenden Gewerbe in Deutschland sei es wahrscheinlich, dass sich die moderate Besserungstendenz fortsetzt, erklärt das Bundeswirtschaftsministerium. Das Plus im August sei dabei hauptsächlich auf einen Anstieg im Bereich der Investitionsgüter (+4,4 Prozent) und hier speziell bei Kraftfahrzeugen (+13,6) zurückzuführen. Die Auftragseingänge blieben aller Wahrscheinlichkeit nach in der Tendenz leicht aufwärtsgerichtet.

Inflationsrate in Deutschland sinkt auf 1,6 Prozent

Am Dienstag hat Eurostat zudem den G20-Vebraucherpreisindex veröffentlicht. Dieser misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte für Konsumzwecke kaufen, und bildet die Teuerung in den weltweit größten Volkswirtschaften ab. Indien, Argentinien, Indonesien und die Türkei verzeichnen dabei im August hohe Inflationsraten von über acht Prozent. In Japan, Frankreich, Kanada und Italien liegen die Raten hingegen lediglich zwischen 0,9 und 1,2 Prozent. Auch für deutsche Verbraucher gibt es Grund zur Freude. Denn die Inflation ist von 1,9 auf 1,6 Prozent gesunken, und das ist gleichbedeutend mit einer stärkeren Kaufkraft.

Lebensmittelpreise verhageln Verbrauchern die gute Stimmung

Doch kommt die sinkende Inflation in der Wahrnehmung der meisten Konsumenten nicht an, erklärt Andreas Rees, Deutschland-Chefökonom bei Unicredit, in einem Bericht von Welt.de: „Dass die Verbraucher die Inflation nach wie vor etwas höher wahrnehmen, liegt vor allem an den teureren Lebensmittelpreisen.“ Und tatsächlich waren Milchprodukte sowie viele Obst- und Gemüsesorten in den letzten Wochen starke Preistreiber. Während sich das Päckchen Butter um gut ein Drittel verteuert hat, haben Äpfel aufgrund schlechter Ernten um über 20 Prozent zugelegt. Hingegen müssen die Deutschen für Benzin und Heizöl derzeit deutlich weniger bezahlen als vergangenes Jahr.

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Von Patrick Schroeder
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