04.05.2016, 09:28 Uhr | 0 |

Voltsonne aus München Mit dieser mobilen Photovoltaikanlage haben Sie überall Strom

Muss man Photovoltaikanlagen eigentlich fest installieren? Nein, beweist Voltsonne. Das Ein-Mann-Unternehmen aus München baut mobile Solargeneratoren – auf Rädern oder in Kofferform. Kunden aus der ganzen Welt nutzen sie für abenteuerliche Projekte fernab der häuslichen Steckdose. 

Voltsonne aus München baut mobile Solargeneratoren
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Voltsonne aus München baut mobile Solargeneratoren – auf Rädern oder in Kofferform.

Foto: Voltsonne

Haben Sie schon mal jemanden gesehen, der eine Photovoltaikanlage auf einem Fahrgestell zu seinem Stand auf dem Wochenmarkt fährt? Oder mit einem kleinen Solargenerator auf der Picknickwiese Kühlbox und Kaffeemaschine betreibt? Falls nein, könnte sich das bald ändern. Denn mitten in Münsing-Holzhausen am Starnberger See in Bayern baut Ingenieur Candemir Ok seit 2010 die sogenannten Lightcatcher. 

Lightcatcher versorgen Menschen überall mit Strom 

Lightcatcher sind mobile Photovoltaikanlagen, die je nach Leistungsstärke unterschiedlich aussehen. Während beim Lightcatcher 2000 ein rechteckiges Solarmodul und eine Bleibatterie auf eine Art Sackkarre geschraubt sind, lässt sich beim Modell 20 AH das Modul zu einer Kofferform mit Tragegriff zusammenklappen. Die Batterie befindet sich dann in einer Munitionskiste.

In beiden Fällen sei es die Mobilität, die bei den Kunden auf großen Zuspruch stößt, sagt Ok im Gespräch mit Ingenieur.de „Sobald ich ein Gerät fertig habe, ist es eigentlich auch schon verkauft.“ Derzeit fertigt der gelernte Feinmechaniker, der zuvor als Software-Systemingenieur bei Siemens tätig war, pro Monat bis zu vier Anlagen. Je nach Ausführung erzeugen sie 12- und 24-V-Gleichstrom oder 230-V-Wechselstrom (150-4000 W). Smartphones und Tablets lassen sich über integrierte USB-Anschlüsse laden.

Schweizer Fahrradfahrer will Solaranlage auf Weltumrundung mitnehmen

Und wer interessiert sich für die Lightcatcher? „Zu meinen neuesten Kunden zählt beispielsweise eine Frau, die in Tunesien mit einem mobilen Solargenerator Strom für ihren Maniküre-Marktladen gewinnt und unabhängig vom Stromnetz LED-Lampen und Geräte betreibt“, sagt Ok. „Ein anderer Kunde ist Ingenieur und untersucht die Statik von Brücken. Er nutzt die Anlage, um vor Ort Messgeräte zu betreiben. Ein weiterer betreibt in seinem Berliner Apartment mit einem Lightcatcher 2000 auf dem Balkon Beleuchtung, Fernseher und Computer.“ Kapitulieren muss die Anlage lediglich vor Haushaltsgeräten wie dem Herd, die Drehstrom benötigen.

Derzeit konzipiert Ok zudem eine Solaranlage, die ein Schweizer Fahrradfan auf seiner Weltumrundung in einem Anhänger hinter dem Rad herziehen will. Nutzen ließen sich die Generatoren übrigens auch, um E-Fahrräder oder E-Roller zu laden.

Ok: „Jetzt hinterlasse ich der Welt nochmal etwas Gutes“

Große Expansionspläne verfolgt Ok mit seinem Betrieb Voltsonne nicht ­– er ist Idealist. „Ich bin jetzt 53 Jahre alt und habe mir gedacht: Jetzt hinterlasse ich der Welt nochmal was Gutes“, sagt Ok. „Ich möchte zeigen, dass man mit heutiger Technik Nischen innerhalb eines Haushaltes bedienen kann. Wenn man das multiplizieren würde auf alle Verbraucher, könnte man beispielsweise mit Leichtigkeit auf Atomkraftwerke verzichten. Für mich ist es nicht hinnehmbar, dass am Ende eines Smartphones ein Atomreaktor steht.“

Bleibt nur noch die Frage, was die Lightcatcher kosten. Die mobile Ausführung 20 AH-WP kostet 410 €, die größte Ausführung, der Lightcatcher 2000W, 1350 €.

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Von Patrick Schroeder
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