27.05.2015, 13:44 Uhr | 0 |

Keine Funklöcher mehr Versteigerung von Frequenzen: Jetzt kommt das Turbo-Internet

Mit einer Übertragungsrate von bis zu 10.000 Megabit pro Sekunde glänzt die übernächste Mobilfunkgeneration. Die aktuelle lässt sich mit 300 Megabit pro Sekunde auch schon sehen. Damit beide Angebote flächendeckend zur Verfügung gestellt werden, versteigert die Bundesnetzagentur an diesem Mittwoch neue Frequenzen.

LTE-Antenne vor der Telefonica-Zentrale in München
Á

LTE-Antenne vor der Telefonica-Zentrale in München: Am heutigen Mittwoch hat die Versteigerung neuer Frequenzen für schnelles Internet begonnen.

Foto: Telefonica

Das mobile Internet setzt zum Überholen an. Mit dem 4G-Netz, besser bekannt unter dem Kürzel LTE (Long Term Evolution), ist bereits heute eine Übertragungsrate von bis zu 300 Megabit pro Sekunde möglich, die im Festnetz nur selten erreicht wird. Doch dieses schnelle Internet ist nur in Ballungsgebieten verfügbar.

Mit neuen Frequenzen oberhalb von 700 Megahertz soll der flächendeckende Ausbau gelingen, mehr noch: Sie sollen die nächste Mobilfunkgeneration 5G ermöglichen, die eine atemberaubend hohe Übertragungsrate von bis zu 10.000 Megabit pro Sekunde ermöglicht. Am 27. Mai hat die Versteigerung der Frequenzen begonnen, die die Bundesnetzagentur vergibt.

Die Unternehmen, die die Frequenzen ersteigern, müssen eine Abdeckung von 97 Prozent garantieren. Ein 5G-Netz wird derzeit in München in einem Feldversuch erprobt. Ab 2020 soll dieser Standard in Deutschland verfügbar sein. LTE soll bereits 2018 flächendeckend angeboten werden. Da die Signale eines jeden Senders von vielen Mobilfunkern genutzt werden, steht die maximale Übertragungsrate nur selten zur Verfügung. Immerhin: 50 Megabit sollen es schon sein.

Schnelles Internet auch im kleinsten Dorf

Zu Auktion zugelassen sind nur die großen Drei: Deutsche Telekom, Vodafone und das spanische Unternehmen Telefónica, der seine Tochter O2 mit der übernommenen E-Plus vereint. Die Frequenzen sind heiß begehrt, weil sie es ermöglichen, ländliche Gebiete, die via Kabel allenfalls auf eine Geschwindigkeit von 16 Megabit kommen, mit schnellem Internet zu versorgen.

Zwar gibt es regional Bemühungen, Glasfasernetze zu installieren, die 100 und mehr Megabit ermöglichen. Doch das ist ein besonders teurer Weg. Mit den Frequenzen schlagen ihre künftigen Besitzer gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Das schnelle Internet ist mobil und lässt sich per Laptop, PC und mit allen anderen Endgeräten zu nutzen.

Funklöcher gehören bald der Vergangenheit an

„Wir erwarten, dass die Auktion einen starken Impuls für einen raschen Ausbau der Breitbandnetze insbesondere im ländlichen Raum setzt“, sagt der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. Vor allem Unternehmen sind dort massiv benachteiligt, weil sie auf schnelles Internet verzichten müssen, also einen großen Wettbewerbsnachteil haben. Auch Funklöcher auf eher ländlichen Straßen und in Zügen gehören dann der Vergangenheit an.

Die Frequenzen, die jetzt versteigert werden, nutzt bisher das terrestrische digitale Fernsehen (DVB-T), das auf einen neuen Standard (DVB.T2) und neue Frequenzen umgestellt wird. Die Sender, die in diesem Frequenzbereich angesiedelt sind, müssen nach und nach „umziehen“.

Die frei werdenden Kanäle nutzen dann die Mobilfunkbetreiber für G4 und G5. Die Fernsehzuschauer, die das terrestrische Signal nutzen, sitzen dann vor schwarzen Bildschirmen, wenn sie sich nicht einen neuen Decoder zulegen. Frühestens 2017 beginnt der Umzug der Sender. Der Versteigerungserlös wird bei mindestens 1,5 Milliarden Euro liegen. Das ist die Summe der notwendigen Mindestgebote.

Anzeige
Von Wolfgang Kempkens
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden