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23.03.2016, 12:55 Uhr | 0 |

Mobilfunknetze zusammengebrochen Nach Anschlägen in Brüssel läuft Kommunikation über Facebook und Twitter

Unmittelbar nach den Terroranschlägen in Brüssel brachen gestern die Mobilfunknetze in der belgischen Hauptstadt zusammen. Das Krisenzentrum empfahl den Menschen per Twitter, die sozialen Netzwerke zu nutzen, um sich über Verhaltensregeln und das Schicksal ihrer Angehörigen zu informieren. 

Trauer in Brüssel
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Trauernde am Börsenplatz in Brüssel: Viele Menschen wollten sich nach den Anschlägen über das Schicksal ihrer Angehörigen informieren, weshalb die Mobilfunknetze zusammenbrachen. Stattdessen sollten die Menschen auf Facebook und Twitter ausweichen.

Foto: Christophe Petit Tesson/dpa

Facebook, Twitter und Co. können mehr als Nachrichten im Plauderton verschicken. Sie eignen sich auch zur Krisenkommunikation, wenn das mobile Netz an Kapazitätsgrenzen stößt. Das wurde gestern auch nach den Anschlägen in Brüssel deutlich. Weil das Netz innerhalb kurzer Zeit zusammenbrach, baten die belgischen Behörden die Bürger deshalb, auf unnötige Anrufe zu verzichten und auf das Internet und soziale Netzwerke auszuweichen. Auch rieten sie, Notrufnummern über das Festnetz anzuwählen.

Gleich zwei Terroranschläge erschütterten gestern die belgische Hauptstadt Brüssel. So explodierten gegen 8 Uhr morgens in der Abflughalle des Flughafens Zaventem zwei Bomben, kurz nach 9 Uhr detonierte an der U-Bahn-Station Maelbeek im Zentrum des EU-Viertels eine weitere Bombe. Es gab mehr als 30 Tote und über 250 Verletzte. Der öffentliche Verkehr wurde eingestellt.

Facebook aktivierte rasch den Safety Check

Das soziale Netzwerk Facebook aktivierte nach dem Anschlag seinen Safety Check. Damit können Nutzer Angehörigen und Freunden mitteilen, dass sie wohlauf und in Sicherheit sind. Den Anstoß für diesen Dienst gab der Tsunami 2011 in Japan. Die Technik wurde ursprünglich für den Fall von Naturkatastrophen entwickelt und auch nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal 2015 eingesetzt.

Inzwischen wird der Safety Check auch nach Terrorangriffen mit vielen Toten und Verletzten eingesetzt wie im vergangenen Jahr nach den Attentaten in Paris. Denn auch in der französischen Metropole waren wie jetzt in Brüssel die Mobilfunknetze zusammengebrochen. Die Nutzer von Facebook können auch über WLAN und DSL erreicht werden. Außerdem lassen sich so sehr viele Menschen gleichzeitig informieren. 

WLAN-Hotspots wurden nach dem Anschlag geöffnet

Auch das Rote Kreuz hat für Brüssel eine Seite eingerichtet, auf der man entweder jemanden suchen oder selbst eine Nachricht hinterlassen kann, um Angehörige über das eigene Befinden zu unterrichten.

Abgesperrt ist am 23.03.2016 in Brüssel (Belgien) die Metrostation an der Börse. Bei einer neuen Terrorserie sind am Dienstag in Brüssel mehr als 30 Menschen getötet worden. Die Zahl der Verletzten liegt bei mehr als 180. Foto: Federico Gambarini/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Abgesperrte U-Bahn-Station an der Börse in Brüssel: Weil zugleich die Mobilfunknetze ausfielen, wurden die Taxifahrer der Hauptstadt per Twitter aufgerufen, Verletzte abzutransportieren und hilfsbedürftige Passagiere kostenlos mitzunehmen.

Foto: Federico Gambarini/dpa

Mehrere belgische Telekommunikationsanbieter, darunter Telenet, öffneten gestern in Brüssel ihre WLAN-Hotspots. Diese konnten kostenlos und ohne Authentifizierung genutzt werden. Auch das trug zur Entlastung der klassischen Mobilverbindungen bei. Das belgische Krisenzentrum hatte Internetnutzer zudem via Twitter darum gebeten, Streaming-Dienste nicht zu nutzen.

Die Trauer zeigt sich auch in den sozialen Netzwerken

Schnell rollte über die sozialen Netzwerke auch eine Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität. Der Brüsseler Taxi-Verband rief über Twitter alle Fahrer dazu auf, Verletzte abzutransportieren und hilfsbedürftige Passagiere kostenlos mitzunehmen. Brüsseler Bürger luden Menschen, die in der Stadt feststeckten, über Twitter zu sich nach Hause ein (#OpenHouse).

Unter Tags wie #Bruxelles, #JeSuisBruxelles und #BrusseLove machen inzwischen viele Menschen ihrer Trauer oder ihrem Ärger Luft.

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Von Martina Kefer
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