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15.05.2013, 09:20 Uhr | 0 |

Samsung-Test erfolgreich Künftiges Mobilfunknetz 5G soll einhundertmal schnellere Verbindungen bieten

Samsung Electronics hat einen ersten Test für das zukünftige Mobilfunknetz 5G erfolgreich absolviert. Die Südkoreaner übertrugen Daten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1056 Gigabit pro Sekunde über eine Entfernung von zwei Kilometern. Dafür waren allerdings auch 64 Antennenmodule nötig.

5G-Test bei Samsung
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Samsung-Ingenieure haben erfolgreich Daten im 5G-Standard übertragen. Die Technik will Samsung bis 2020 zur Marktreife bringen.

Foto: Samsung

Die Anforderungen an die Mobilfunknetze steigen: Immer mehr Menschen laufen mit Smartphone-Boliden mit Internet-Flatrate durch die Welt. Damit die ständige Verfügbarkeit der Riesenwelt des Internet auch garantiert und schnell funktioniert, arbeiten die Netzbetreiber schon heute am mobilen Netz von Morgen. Einen ersten Test für das 5G-Netz hat jetzt Samsung Electronics erfolgreich hinter sich gebracht. 64 Antennen waren dabei nötig, um Daten im Millimeter-Wellen-Bereich mit einer Frequenz von 28 Gigahertz bei einer Geschwindigkeit von bis zu 1056 Gigabit pro Sekunde und einer Reichweite von maximal zwei Kilometern zu übertragen.

5G soll im Jahr 2020 marktreif sein

Samsung ist davon überzeugt, dass die neue Technologie hundertmal schnellere Verbindungen erlaubt als der aktuelle 4G-Mobilfunkstandard LTE. Dieser erlaubt Bandbreiten von 100 Megabit pro Sekunde. Der noch verbreitete Vorgänger UMTS (3G) kommt auf höchstens auf 42 MBit/s.

Bis 2020 will Samsung die neue Technik zur Marktreife entwickeln. Dann sollen Bandbreiten von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde möglich sein. Der Download eines vollständigen Filmes wäre dann in weniger als einer Sekunde erledigt. Das 4G-Netz erlaubt Bandbreiten von 100 Megabit pro Sekunde. Somit verzehnfacht der jetzt erfolgreich absolvierte Test die mobile Bandbreite im Netz.

Die Samsung-Planungen zum 5G-Netz decken sich mit den Zielen der Europäischen Kommission, die die fünfte Mobilfunkgeneration bis 2020 realisieren will. Dafür finanziert sie ein Forschungsprogramm mit 50 Millionen Euro. 16 Millionen fließen dabei in das EU-Leuchturm-Projekt Metis, das „die europäische Führung im Bereich mobiler und drahtloser Kommunikation weltweit“ sicherstellen soll.

TZI in Bremen ist Metis-Projektpartner

Das Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik der Universität Bremen (TZI) ist einer von 29 Projektpartnern im Metis-Projekt. Ziel ist es, das rasant steigende Datenvolumen und die ebenfalls stark zunehmende Zahl vernetzter Geräte zukünftig zu bewältigen und die Kommunikation von Mensch und Maschine sowie von Maschine zu Maschine effizient, sicher und komfortabel zu machen. Es zeichnet sich ab, dass neue Anwendungen im Bereich der Verkehrssicherheit, im Gesundheitswesen oder auch in der Weiterbildung diese Rasanz beim Wachstum der Datenmengen noch beschleunigen werden. „Schauen sie sich an, welche Auswirkungen die Einführung des Smartphones hat. Vor zehn Jahren hätte es doch kaum jemand für möglich gehalten, dass dieser mobile Computer das soziale Verhalten einer Gesellschaft, etwa durch Social Media, derart verändert“, erläutert Armin Dekorsy, Professor für Nachrichtentechnik am TZI. „Die Datenraten für soziale Netzwerke explodieren förmlich.“

,Die mobile Kommunikation zwischen Menschen ist nur ein wichtiger Aspekt. „Das Internet der Dinge mit mehreren Milliarden an verbundenen Maschine-zu-Maschine-Endgeräten wird innovative Anwendungen hervorbringen, welche die Gesellschaft sozial und ökonomisch weiterentwickeln“, so Dekorsy. „Auch der stets immense Bedarf des Menschen, Informationen über unsere Umwelt zu erfassen und zu sammeln, wird zu weiteren neuen Applikationen auf dem Smartphone führen, welche weit über die heutzutage üblichen Wetter- oder Verkehrsdienste hinausgehen.“

„Es geht nicht darum, ein Video herunterzuladen“

Die im Projekt Metis im Vordergrund stehenden Anwendungsfelder sind die Industrieautomatisierung und die Medizintechnik. „Hier geht es nicht darum, große Datenmengen zu übertragen, etwa ein Video herunterzuladen“, beschreibt Professor Dekorsy. „Vielmehr braucht es eine zeitkritische und sporadische Übertragung mit geringer Datenmenge, wie etwa bei der Temperatur oder dem Herzschlag eines Menschen, die absolut zuverlässig und leistungseffizient funktioniert.“

Weltweites Wettrennen um die Pole-Position

Tatsache ist allerdings auch, dass es weltweit ein Wettrennen um die Pole-Position beim Mobilfunknetz der Zukunft gibt. Neben Metis in Europa arbeitet China seit Februar 2012 an der „IMT-2020 (5G) Promotion Group“. In Japan ist der Mobilfunkbetreiber NTT DoCoMo in Sachen 5G aktiv. Hinzu kommt Samsung Electronics aus Südkorea mit seinem erfolgreichen Test.

Nokia Siemens mischt ebenfalls bei 5G mit. Thorsten Robrecht, Head of Network Systems bei Nokia Siemens, nennt die Ziele für das Mobilfunknetz der Zukunft: "Drei zentrale Ziele müssen erreicht werden: Als Erstes muss das Zehnfache an mobiler Bandbreite bereitgestellt werden. Zweitens muss diese Bandbreite innerhalb der Netze im Vergleich zu den bestehenden Breitbandtechnologien zehnmal effizienter ausgeschöpft werden. Drittens werden die Netze das Zehnfache an Basisstationen benötigen."

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Von Detlef Stoller
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