13.02.2014, 09:37 Uhr | 0 |

Absage von Vodafone Facebook wehrt sich gegen die Datendrosselung der Telekom-Firmen

Um weiter wachsen zu können, fordert Facebook derzeit Mobilfunkbetreiber auf, das Soziale Netzwerk von der Datendrosselung auszuschließen. User sollen die Facebook-App jederzeit ohne Geschwindigkeitsbegrenzung nutzen können – auch wenn ihr Datenvolumen längst erreicht ist. Eine blaue Nase gab es für diese Idee bereits von Vodafone. 

Smartphone mit Facebook-Account
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Facebook hat die Mobilfunk-Betreiber aufgefordert, Facebook von der Datendrosselung auszunehmen. Datenmengen der Facebook-Nutzer sollen nicht auf das Datenvolumen angerechnet werden. Vodafone hat das bereits abgelehnt.

Foto: dpa/Jan-Philipp Strobel

Surft ein User mit seinem Smartphone unterwegs im Internet, werden alle Anwendungen schlagartig langsamer, sobald die Grenze seines monatlichen Datenvolumens erreicht ist – unter anderem auch wegen der intensiven Nutzung von Facebook. Das hindert das größte soziale Netzwerk daran, noch größer zu werden. Deswegen geht es in die Offensive und fordert von immer mehr Mobilfunkbetreibern, Facebook besonders in bestimmten Schwellenländern von der Drosselung auszunehmen.

Vodafone will Facebook keine Netzkapazität schenken

Zuletzt beackerte Facebook-Managerin Sheryl Sandberg den Vodafone-Chef Vittorio Colao. Doch der zeigte sich wenige begeistert von der Idee, Facebook Datenvolumen zu schenken. „Es gibt keinen Grund, warum wir kostenlos Netzkapazität gewähren sollten“, sagte Colao der Financial Times. Jeder Contentprovider der Welt wolle, dass Mobilfunkbetreiber ihre Inhalte von den Datenplänen ausnehmen. Das sei aber „konzeptionell falsch für unser Geschäftsmodell.“

Vodafone-Chef Colao betonte, dass die Unternehmen eine finanzielle Vereinbarung treffen könnten. Denkbar ist das Modell sponsored data, für das sich der Mobilfunkbetreiber AT&T in den USA entschieden hat. Dabei können Unternehmen das anfallende Datenvolumen für ihre Anwendungen selbst bezahlen. User können dann jederzeit Filmtrailer, Spiele oder mobile Shopping-Websites schnell laden – selbst wenn ihr Datenvolumen längst ausgeschöpft ist. Laut Financial Times werde sich Vodafone dieses Geschäftsmodell genau anschauen.

Geschäftsmodell sponsored data ist mögliche Alternative 

Das Geschäftsmodell sponsored data ruft allerdings viele Kritiker auf den Plan. Sie sehen die Netzneutralität gefährdet, da es finanziell schwächere Unternehmen im Wettbewerb stark benachteilige. Laut einem Bericht von heise.de hat die US-amerikanische Verbraucherschutzorganisation Public Knowledge dieser Entwicklung bereits den Kampf angekündigt.

Co-Präsident Michael Weinberg hat demnach die Aufsicht der Behörde Federal Communications Commission aufgefordert, das Programm sponsored data zu überprüfen. Insgesamt sei das offene Internet in Gefahr, meint Weinberg.

Facebook will mit der Initiative Internet.org alle Menschen vernetzen

Mittlerweile sind schon über eine Milliarde Menschen bei Facebook angemeldet. Um weiter wachsen zu können, hat das Unternehmen einen Joker in der Hinterhand: die Initiative Internet.org. Dabei handelt es sich um einen globalen Zusammenschluss von Technologieunternehmen, gemeinnützigen Organisationen und lokalen Gemeinden, der den zwei Dritteln der internetlosen Bevölkerung weltweit einen Zugang ermöglichen soll.

„Als wir darüber nachdachten, wie wir die nächsten fünf Milliarden Menschen miteinander verbinden könnten, erkannten wir, dass die meisten Menschen auf der Welt gar keinen Zugang zum Internet haben“, erklärte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg in einem Posting anlässlich der Gründung der Allianz. 

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Von Patrick Schroeder
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