16.11.2015, 12:50 Uhr | 0 |

Freischalten per Barcode Auslaufmodell SIM-Karte: Telekom kündigt eSIM für 2016 an

Die SIM-Karten der Mobilfunkanbieter sind ein Auslaufmodell: Schon im nächsten Jahr wird es nach Einschätzung der Deutschen Telekom die ersten Geräte mit fest verbauter eSIM geben. Der Kunde fummelt dann keine SIM-Karten mehr ins Handy, sondern aktiviert sein persönliches Internet der Dinge per Barcode.

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Schon 2016 sollen die ersten Handys mit fest eingebauter eSIM auf den Markt kommen. Künftig werden die SIM-Karten nicht mehr gewechselt, sondern per Barcode freigeschaltet.

Foto: Deutsche Telekom

Schon Anfang dieses Jahres hatte die Telekom zur Mobilfunk-Messe Mobile World Congress in Barcelona für das Jahr 2016 die eSIM in Aussicht gestellt. Jetzt wiederholt sie die Ankündigung im hauseigenen Blog, bleibt jedoch konkretere Einführungstermine schuldig. Im kommenden Jahr soll das Fummeln am Einschubfach der SIM-Karte im Smartphone oder das Zurechtscheiden von Micro- zu Nanokarten ein Ende haben. Während die bislang übliche SIM-Karte auf einen Mobilfunkanbieter festgelegt ist und bei einem Anbieterwechsel ausgewechselt wird, soll die eSIM schon im Gerät verbaut sein und sich per Funk auf einen neuen Anbieter umstellen lassen.

Das eigene Internet der Dinge per eSIM

Das e steht für „embedded“, zu Deutsch „eingebettet“. „Die eSIM ist eine programmierbare SIM-Karte für vernetzbare Geräte“ heißt es im Erklärfilm der Telekom. „Per Funkverbindung lassen sich diese vernetzen, verwalten und sogar fernsteuern.“ Und das geht so: Ein neuer Kunde eines Mobilfunkanbieters bekommt einen persönlichen eSIM-Code in Form eines QR- oder Barcodes, den er mit seinem Smartphone einscannt.

Vom Smartphone aus kann er weitere netzwerkfähige Geräte aktivieren, Tablets zum Beispiel, die Smartwatch, den Boardcomputer seines Autos oder den Kühlschrank. Zur Aktivierung zeigt das Smartphone alle Geräte an, die damit in irgendeiner Form verbunden sind – ob per Bluetooth oder WLAN. Und in denen natürlich ebenfalls eine eSIM stecken muss, damit man sie per eSIM-Standard vernetzen kann. Die Zahl der mobilen Geräte, die der Kunde in seinem persönlichen Internet der Dinge aktivieren kann, wird nach den Vorstellungen der Telekom per Vertrag festgelegt.

Internationaler eSIM-Standard

Netzbetreiber und Hardwarehersteller der Branche arbeiten nach Angaben der Telekom unter dem gemeinsamen Dach des internationalen Branchenverbands GSMA an einem offenen eSIM-Standard. Der soll 2016 vorliegen. Dieser Standard wird die technischen Anforderungen an die eSIM und die Regeln für die Profilverwaltung auf der Karte festlegen. „Wir sind überzeugt, dass der neue eSIM-Standard ab 2016 in den Markt kommt und sich dann ab 2017 richtig durchsetzt“, heißt es im Telekom-Blog.

Zunächst werde die eSIM voraussichtlich in Tablets und Smartwatches auftauchen. „Am Anfang werden wir sicher auch Hybridlösungen aus eSIM und Plastikkarte sehen. In zehn Jahren wird es aus unserer Sicht aber keine Plastik-SIM mehr geben“, so die Telekom.

Schon im Sommer war über Verhandlungen zwischen der GSMA und den Geräteherstellern Apple und Samsung über die Einführung einer eSIM für Smartphones berichtet worden. Apple selbst hat im letzten Jahr die Apple SIM eingeführt, die nicht an einen Mobilfunkanbieter geknüpft ist, sondern eine Auswahl unter Datentarifen verschiedener Mobilfunkanbieter erlaubt, darunter auch der Telekom-Tochter T-Mobile.

Auf dem deutschen Markt gibt es die Apple SIM bislang nur für die WiFi + Cellular Modelle des iPad Air 2 und des iPad mini 3 oder neuer. Deutsche Nutzer haben damit aber bis jetzt nur wenige Datentarife ausgesuchter Mobilfunkpartner im Ausland zur Auswahl.

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Von Susanne Neumann
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