Mobiles Internet

RSS Feeds  | Alle Themen Mobiles Internet-Visual-147539076
30.07.2013, 12:40 Uhr | 0 |

LTE fürs Auto Audi hat das erste Auto mit schnellem Internet

Audi bietet ab sofort das derzeit schnellste Internet in seiner Sportback-Version des Audi S3 an. Mit dem LTE-Internet an Bord können Videos unterwegs ruckelfrei angesehen oder eine mobile Videokonferenz gestartet werden.

Audi S3 Sportback
Á

Audi startet mit dem S3 Sportback ins schnelle Internetzeitalter: Bis zu 100 Megabit pro Sekunde bietet die neue, allerdings nicht ganz preiswerte LTE-Technik im S3.

Foto: Audi

Es ist ein Widerspruch: Im schnellen Auto unterwegs sein und zugleich im schnellen Internet surfen. Und das, wo schon das Smartphone am Ohr eine saftige Strafzahlung mit sich bringt. Wer seine Aufmerksamkeit von der Straße abzieht, wird zur potentiell tödlichen Gefahr. So ist es auch kein Wunder, dass bisher alle Versuche, das Internet ins Auto zu bringen, eher halbgar waren. Audi macht mit dieser Halbherzigkeit jetzt Schluss: Der Audi S3 Sportback ist ab sofort mit dem derzeit schnellsten Internet zu haben, basierend auf Long Term Evolution, kurz LTE.

Vorlesefunktion für Facebook und Twitter

Audi versucht mit diesem Angebot den Spagat, dem Fahrer schnelles mobiles Internet zur Verfügung zu stellen und in trotzdem nicht vom Verkehr abzulenken. So gibt es für Facebook und Twitter eine Vorlesefunktion, damit die Augen weiter auf der Straße ruhen können. Im Rahmen von Audi Connect gibt es eine solche Vorlesefunktion auch für E-Mails und eine Diktierfunktion für SMS. Audi verspricht, diese Art von Angeboten in den kommenden Monaten rasch auszubauen.

Doch letztlich ist das schnelle Internet im Auto vor allem für die Mitfahrer interessant. So ermöglicht die LTE-Technologie im Audi S3 Sportback den Beifahrern mit ihren mobilen Endgeräten den Vollzugriff auf das Internet. So sind rollende Videokonferenzen künftig nicht mehr eine Zukunftsvision, sondern mobile Realität.

Genauso einfach ist es für die Beifahrer möglich, sich eine lange und langweilige Autofahrt mit einem Thriller aus einem Online-Video-Streaming-Angebot zu verkürzen. Damit die Fahrt für den Fahrer dann nicht noch langweiliger wird, weil die Gespräche verstummen, kann der sich dann gleichzeitig aus einem Webradio-Angebot seine Wunschmusik auswählen.

Spracherkennung per Tastendruck am Lenkrad

Das Konzept von Audi connect wird durch die Implementation der LTE-Technik in ein Serienfahrzeug nun in der Tat überzeugend, weil es einfach, schnell und konsequent sprachgesteuert ist. Die Spracherkennung wird komfortabel per Tastendruck am Lenkrad bedient. Der an Sehenswürdigkeiten in unbekannter Umgebung interessierte Fahrer sucht per Freitext- oder Stichwortsuche nach interessanten Objekten und lässt sich dann vom Navigationsgerät sicher und simpel dorthin kutschieren.

Dank LTE-Technologie kann er seine Erlebnisse auf der Fahrt mit seinen Kontakten auf Facebook teilen. Audi hat das beliebte soziale Netzwerk fahrzeuggerecht umgesetzt und in das mobile Infotainment integriert. „Vorgefertigte Textbausteine, kombiniert mit Fahrzeugdaten wie beispielsweise der aktuellen Position, informieren nach Bedarf schnell und einfach den ganzen Freundeskreis darüber, dass man gerade im Stau steht und wie lange dieser Zustand bereits anhält.“ Ganz ernsthaft wirbt Audi mit solchen Sprüchen für seine Integration des Internets ins Auto.

Komfortable Verkehrsinformation bietet Vollkontrolle über Fernstraßen

Damit das mit dem Stau erst gar nicht passiert und die Facebook-Freunde sich nicht vor Schadensfreude die Hände reiben, bietet Audi connect natürlich eine komfortable Verkehrsinformation online. Drei volle Jahre genießt der Audi-Fahrer die Vollkontrolle über die Straßen, Bundes- und Landstraßen. Das allerdings nur dann, wenn er diesen Service innerhalb von sechs Monaten nach der Erstzulassung seines internetfähigen Audi S3 aktiviert. Ansonsten verkürzt sich dieser Service entsprechend.

Was schade ist, denn immerhin deckt das Audi-Verkehrsinformationssystem das Straßennetz von Deutschland, Österreich, Schweiz, Belgien, Luxemburg, Frankreich und Italien ab. Das Audi-Verkehrsinformationssystem bietet eine dynamische Routenführung auch eine Verkehrsflussinformation für einzelne Straßenabschnitte in der Navigationskarte. Man kann dann förmlich dabei zusehen, wie der Stau entsteht und dankenswerterweise auch dabei, wie er sich wieder auflöst.

Der Audi-Pilot verpasst kein lokales Highlight mehr

Selbst das Autoradio will Audi mit seinem internetgestützten Multimedia-System revolutionieren. „Renommierte nationale und internationale Redaktionen stellen Texte und Bilder zum aktuellen Weltgeschehen zur Verfügung. Und sofern der jeweilige Anbieter das Angebot unterstützt, werden die Nachrichten in der gewählten Sprache ausgegeben“, wirbt Audi.

Audi connect sorgt auch dafür, dass der Audi-Pilot kein lokales Highlight mehr verpasst. Auch für dieses wichtige Feature soll Audi selbst sprechen: „Die Suchfunktion liefert Ergebnisse zur Adresse der Lokalität, zur Luftlinien-Entfernung vom aktuellen Standort, zur Anfangszeit der Veranstaltung und sogar - falls vorhanden - zur Telefonnummer der Lokalität und zu den jeweiligen Verkehrsregeln des gewählten Landes“, verspricht der Hersteller. „Gesucht werden kann nach Konzerten, Theaterveranstaltungen, Kinos, Touren und Aktivitäten, Museen und Galerien, Sportveranstaltungen, Messen, Diskotheken und Nightlife sowie Sehenswürdigkeiten.“

Die Anzeige der Ergebnisliste lasse sich individuell bestimmen. „Beispielsweise kann nach Preis und Entfernung sortiert oder nach bestimmten Kategorien gefiltert werden. Die integrierte Vorlesefunktion liest die angezeigten Informationen auf Wunsch vor.“

Auto lotst zur günstigsten Tankstelle vor Ort

Ein pfiffiges Feature bietet Audi connect für Sparfüchse: Der Internet-Dienst listet die Preise der günstigsten Tankstellen am Zielort oder an der aktuellen Position auf. Je nach Preis und je nach Entfernung lotst das Navi zur ausgesuchten Tankstelle.

Ab November, verspricht Audi, sollen alle A3-Modelle mit dem schnellen Internet mit Übertragungsraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde ausgestattet sein.  Den schnellen LTE-Internet-Zugang bekommt allerdings nur, wer das große und teure Navigationsgerät kauft, das immerhin 2.725 Euro extra kostet und auch noch an bestimmte Ausstattungs-Merkmale gekoppelt ist, die ebenfalls den Basis-Preis in die Höhe schrauben. Zudem muss der schnelle Mobil-Surfer auch das Audi connect Paket für 500 Euro kaufen.

BMW kooperiert mit der Telekom und Sixt

Soweit wie Audi sind die anderen Anbieter hochpreisiger Autos in Deutschland noch nicht. So kündigte BMW auf der diesjährigen CeBIT gemeinsam mit dem Mietwagenunternehmen Sixt und der Deutschen Telekom an, ab Sommer 2013 rund 4000 BMW-Fahrzeuge bei Sixt mit LTE-Hotspots der Telekom zu verbinden. Registrierte Sixt-Kunden können diesen Service im ersten Jahr kostenlos nutzen, ab dem kommenden Sommer kostet der Service 4,95 Euro pro Miettag.

Für BMW-Endkunden soll der LTE-Hotspot als optionales Zubehörteil zeitgleich verfügbar sein. Neben dem einmaligen Anschaffungspreis von 599 Euro wird für den Betrieb eine SIM-Karte mit Datenvertrag benötigt. Der Endkunde muss sich dabei nicht auf einen Netzanbieter beschränken. Immerhin: Der Hotspot funktioniert auch in Gebieten, die noch nicht mit dem schnellen Internet ausgestattet sind. Da ruckelt der Film dann halt über UMTS, so wie man es heute gewohnt ist.

Anzeige
Von Detlef Stoller
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden