21.10.2014, 14:46 Uhr | 0 |

18 Milliarden Euro Investition 80 Prozent der Neuwagen sollen 2016 Internetzugang haben

Die Autobranche tritt beim vernetzten Auto aufs Gaspedal: Bis 2016 sollen vier von fünf Neuwagen Internetzugang haben. Dafür investiert die Branche in den nächsten Jahren bis zu 18 Milliarden Euro. 

Mercedes-Benz C-Klasse mit dem System Apple CarPlay
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Eine Mercedes-Benz C-Klasse mit dem System Apple CarPlay, das iPhone und Navigationssystem des Autos verbindet: Laut VDA ließen sich durch neue Funktionalitäten die Hälfte der Unfälle vermeiden und Staus reduzieren. Bis 2016 soll 80 Prozent der Neuwagen über einen Internetzugang verfügen. 

Foto: Mercedes-Benz/dpa

Das Zusammenwachsen von Auto und Internet sei eine Revolution, sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), in Berlin. In diese Revolution wolle die Autoindustrie in den kommenden Jahren 16 bis 18 Milliarden Euro investieren, damit spätestens 2016 vier von fünf Neuwagen Internetzugang haben. Derzeit gehen erst 20 Prozent der Autos ins Internet.

Vernetzte Autos könnten Zahl der Unfälle halbieren

Sobald Autos mit Internetdiensten und anderen Fahrzeugen kommunizieren, ließen sich laut VDA etwa die Hälfte der Unfälle verhindern, Staus reduzieren und neue Geschäftsmodelle etablieren. „Vorausschauende Wartung, kundenspezifische mobile Dienstleistungen und Serviceangebote in Echtzeit gehören durch die Analyse von Datenströmen in naher Zukunft zur Mobilität“, sagte Daimler-CIO Michael Gorriz Ende September auf der Veranstaltung „Connected Car ­– Die Zukunft der Mobilität“ auf der Messe IAA Nutzfahrzeuge in Frankfurt am Main.

Bei diesem Treffen der Branchenriesen hielt auch Dieter Kempf eine Lobrede auf den Zukunftsmarkt der vernetzen Autos. Der Präsident des Hightech-Verbandes Bitkom sagte: „In der Vernetzung liegt die Zukunft der Car-IT. Die ITK-Branche treibt diese Weiterentwicklung mit voran.“ Neue Fahrzeugmodelle seien Computer auf Rädern, die ihr volles Potential allerdings erst in der Vernetzung mit anderen Fahrzeugen ausspielen könnten.

Ein schon rollender Computer sind die Sportwagen von Ferrari. Der italienische Autohersteller war im September der erste, der seine Autos mit Apples CarPlay samt Internet ausgestattet hat. 

VDA-Präsident Wissmann: Internationale Politik muss gemeinsam handeln

Doch damit sie dieses Potential ausspielen können, ist der Gesetzgeber gefragt, ist Wissmann überzeugt. Er müsse Rahmenbedingungen im globalen Kontext harmonisieren. „Eines können wir dem Kunden nicht erklären: dass beim Überfahren einer Grenze gewohnte Funktionen und Features nicht mehr genutzt werfen dürfen.“

VDA-Präsident Matthias Wissmann spricht am 25.09.2014 bei der Eröffnungsfeier der IAA Nutzfahrzeuge in der Messe Hannover (Niedersachsen). Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) für Nutzfahrzeuge zeigen 2.066 Ausstellern aus 45 Ländern vom 25. September bis 02. Oktober ihre Produkte und Innovationen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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VDA-Präsident Matthias Wissmann auf der IAA Nutzfahrzeuge: Wissmann nimmt auch den Gesetzgeber in die Pflicht. Der Bund müsse Rahmenbedingungen harmonisieren, damit Internetservices im Auto grenzunabhängig funktionieren. 

Foto: dpa

Informationen müssten sich in standardisierter Form über definierte Schnittstellen austauschen lassen. Wissmann: „An dieser Stelle sind ein enger Schulterschluss und gemeinsames Handeln mit der nationalen und internationalen Politik nötig, um die Mobilität in Zukunft sicher, komfortabel und effizient zu gestalten.“

McKinsey: Marktvolumen versechsfacht sich bis 2020

Deutsche Autohersteller und Zulieferer sind laut Wissmann bei der Car-IT übrigens gut aufgestellt, da sie viele Milliarden in Innovationen investiert haben. „Je früher wir die Öffentlichkeit über die faszinierenden Möglichkeiten der individuellen Mobilität von morgen begeistern, umso schneller werden aus Innovationen Märkte.“

Davon ist auch McKinsey überzeugt. Die New Yorker Managementberatung prognostiziert, dass sich das Volumen für Bauteile und Dienstleistungen rund um das vernetzte Auto bis 2020 versechsfacht – von derzeit 30 Milliarden Euro jährlich auf 170 Milliarden Euro. 

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Von Patrick Schroeder
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