27.05.2016, 07:13 Uhr | 0 |

Druck 4.0 drupa 2016: Druckindustrie ist trotz sinkender Umsätze optimistisch

Die Umsatzzahlen der Branchen sinken, und doch ist die Druck- und Papierindustrie mit Blick auf die weltgrößte Druck- und Papiermesse optimistisch: Die Digitalisierung, eine der Ursachen für die Schwindsucht von Druckerzeugnissen, könnte auch den Weg aus der Krise weisen. Ab Dienstag, 31. Mai 2016, trifft sich die Branche zehn Tage lang auf der drupa in Düsseldorf.

Aufstellung der Druckmaschine FI-F1 des spanischen Ausstellers Comexi auf der drupa 2016
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Volle Konzentration beim spanischen Aussteller Comexi in Halle 10: Die neue Flexodruckmaschine FI-F1 wiegt 52 Tonnen. Die Aufstellung in Maßarbeit. Natürlich sind auch die großen deutschen Druckmaschinenhersteller in Düsseldorf präsent.

Foto: Constanze Tillmann/Messe Düsseldorf

Die Umsatzzahlen der Branche zeigen das Problem der Branche: Klassische Druckerzeugnisse wie Zeitungen und Kataloge leiden unter dem Siegeszug des Internets und sinkenden Auflagen. Dagegen wächst der Digitaldruck, also die Erzeugung individueller Produkte. Der Gesamtumsatz der Druck- und Papierindustrie sank 2015 um 2 % von 20,7 auf 20,3 Milliarden Euro, so der Bundesverband Druck und Medien (bvdm). Und diese Entwicklung setzte sich mit einem Umsatzminus von geschätzt 0,7 % im 1. Quartal fort.

Die stärksten Einbußen hatte 2015 das Geschäft mit klassischen Verlags­erzeugnissen wie Zeitschriften (-9,4 %), Zeitungen (-4,5 %) und Büchern (-5,6 %). Zuwächse hatte der Umsatz mit Katalogen (2,3 %) und bedruckten Etiketten (3,5 %). Trotzdem ist die Branche optimistisch, denn die Werbeausgaben steigen. Und davon profitiert auch die Druckindustrie, insbesondere die Segmente Außen­werbung und Fach­zeit­schriften.

Digitaldruck und 3D sind Trendthemen der drupa

Kein Wunder, dass angesichts der Branchenentwicklung der Digitaldruck, die Individualisierung von Druckerzeugnissen und der 3D-Druck die Trendthemen der drupa sind, der weltweit wichtigsten Messe der Druck- und Papierindustrie.

„Touch the future“ ist das Motto der drupa 2016, die am kommenden Montag, 31. Mai in der Messe Düsseldorf beginnt. 1820 Aussteller aus 54 Ländern präsentieren bis zum 10. Juni in allen 19 Messehallen die zahlreiche Neuheiten. „Einen solch umfassenden 360-Grad-Blick auf die gesamte Branche bietet nur die drupa“, betont der Vorsitzende der Geschäftsführung Messe Düsseldorf, Werner M. Domscheidt. Mehr als 300.000 Besucher erwartet Domscheidt zur drupa.

Der 3D-Druck ist einer der wichtigsten Trends der drupa 2016. Gebündelt ist der 3D-Druck in der Sonderschau touchpoint 3D fab + print in Halle 7a. „Der touchpoint bringt die klassische Druckbranche mit den Visionären im 3D-Druck zusammen und bietet dadurch die Chance, das wirtschaftliche Potential von 3D-Druck und additiver Fertigungstechniken auszuloten“, erläutert Sabine Geldermann, Direktorin der drupa.

Videoquelle: Messe Düsseldorf

Megathema Print 4.0

Der Megatrend der drupa 2016 wird Print 4.0, so Claus Bolza-Schünemann, Vorsitzender des drupa Komitees und Vorstandsvorsitzender der Koenig & Bauer AG. „Print 4.0 ermöglicht die Individualisierung und Personalisierung im Digitaldruck. Für hochwertige Verpackungen oder für die rasch wachsende Vielfalt von Lösungen im industriellen und funktionalen Druck ist diese digitale Vernetzung von Maschinen und Systemen die Lösung und gleichzeitig Garant für Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit.“

Deshalb ist auch Packaging Production eines der wichtigen Themen der Messe. Aktuellen Prognosen zufolge wird der Verpackungsmarkt bis 2018 auf 985 Milliarden US-Dollar ansteigen. Deshalb widmet die Messe dem Thema eine eigene Sonderschau. In der Halle 12 spiegelt der Touchpoint Packaging mit rund 30 Ausstellern die Marktrelevanz der Verpackung wider.

Breiten Raum nimmt auf der Messe auch der funktionale Druck ein, also gedruckte Elektronik. Dazu zählen Touchsensoren auf Möbeloberflächen, Bluetooth-Lautsprecher aus Papier oder leitfähige Tinten.

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Von Detlef Stoller & Axel Mörer-Funk
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