14.03.2016, 14:54 Uhr | 0 |

CeBIT 2016 Roboter, Drohnen und 3D-Drucker sind Highlights der Messe

Humanoide Roboter, Animationssoftware und der größte Serien-3D-Drucker der Welt: Die Digitalisierung in unserem Alltag ist kaum noch zu stoppen. Das zeigt die weltgrößte Computermesse CeBIT 2016 in Hannover. Doch nicht alle Unternehmen können Schritt halten. 

Kleid aus dem 3D-Drucker
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Gesellschaftsfähig: Mode aus dem 3D-Drucker. Auf der CeBIT trägt ein Model am Stand der Telekom ein Kleid aus einem 3D-Drucker. 

Foto: Ole Spata/dpa

Freunde der Binärcodes und integrierten Schaltkreise aufgepasst: Die CeBIT 2016 ist an. Auf der weltgrößten Computermesse in Hannover präsentieren über 3000 Aussteller seit heute tausende Neuheiten aus der digitalen Welt. Wir zeigen Ihnen einige Highlights:

Humanoider Roboter Pepper begrüßt die Gäste

Auf der CeBIT ist Pepper zu sehen, ein 1,20 m großer und 28 kg schwerer humanoider Roboter, der Gäste begrüßt. Er kann mit HD- und 3D-Kameras Mimik und Gestik seines Gegenübers analysieren und auf Emotionszustände unterschiedlich reagieren.

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Ihr liebstes Kind: Aurora Chiquot, Kommunikationsmanagerin von Aldebaran, umarmt auf der CeBIT am Stand des Unternehmens den humanoiden Roboter "Pepper". 

Foto: Ole Spata/dpa

Erkennt er Traurigkeit, kann er beispielsweise ein Lied abspielen und dazu tanzen oder einen Witz erzählen. Das kommt in der Welt gut an. Rund 20.000 Peppers hat das japanische Telekommunikationsunternehmen Softbank bereits verkauft. Zukünftig sollen die humanoiden Roboter auch als Gästebetreuer auf Kreuzfahrtschiffen Einzug halten.

Berliner Start-up zeigt den weltgrößten Serien-3D-Drucker

Ein Highlight ist am Stand von BigRep zu bewundern. Das Berliner Technologie-Startup hat BigRep One im Gepäck, den angeblich weltweit größten, serienmäßig verfügbaren 3D-Drucker. Er hat ein Arbeitsvolumen von 1,3 m3 (1147x1000x1188 mm) und kann problemlos ganze Stühle, Tische oder – so wird es auf der CeBit passieren – eine 170 cm hohe Rakete ausdrucken.

BigRep könnte besonders für mittelständische Industriebetriebe interessant sein. Denn mit einem Preis von 29.000 € ist er deutlich günstiger als vergleichbare Industriegeräte im sechsstelligen Bereich.

Gesicht von Brad Pitt schnell animiert

Haben Sie den Film „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ gesehen? Darin lebt Brad Pitt sein Leben rückwärts, vom Greis zum Kleinkind. Dabei haben die Filmemacher jede einzelne Szene am Computer nachbearbeitet, um Brad Pitts Gesicht altersgemäß zu animieren. Dafür benötigen sie ein genaues dreidimensionales Gesichtsmodell, im Fachjargon face rig genannt. Das soll sich mit einer Software aus Saarbrücken zukünftig viel schneller erstellen lassen, ohne die bislang benötigten Scanner und Mehrkamerasysteme.

„Dieses Gesichtsmodell können wir allein auf der Basis von Aufnahmen einer einzelnen Standard-Videokamera erzeugen“, sag Forscher Christian Theobalt. „Wir schätzen dabei mit mathematischen Modellen die Parameter ab, die man benötigt, um alle Details des Gesichtsmodells zu erfassen.“ Über mathematische Verfahren könne man dem Gesicht dann unterschiedliche Ausdrücke verpassen. „Wir können also am Computer entscheiden, ob der Schauspieler oder Avatar eher fröhlich oder nachdenklich ausschauen soll, und können ihm eine detailreiche Mimik geben, die es so vorher in den Filmaufnahmen nicht gab.“

Digitalisierung verändert die deutsche Wirtschaft

Die Digitalisierung führt zu tiefgreifenden Veränderungen in der deutschen Wirtschaft. Laut einer Studie des IT-Branchenverbands Bitkom haben 40 % der Unternehmen infolge der Digitalisierung bereits neue Produkte auf den Markt gebracht und 57 % bestehende Angebote angepasst. „Die Digitalisierung der Wirtschaft nimmt Fahrt auf“, sagte Bitkom-Präsident Thorsten Dirks zur Eröffnung der CeBIT. So geben 64 % der befragten 507 Unternehmen aller Branchen an, dass sich infolge der Digitalisierung ihr Geschäftsmodell verändert – im Vorjahr waren es noch 55 %.

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Die Firma Dronemasters zeigt auf der CeBIT 2016 Business-Anwendungen rund um das Thema Drohne.

Foto: Peter Steffen/dpa

Die Studie zeigt aber auch, dass viele Unternehmen unzureichend auf den digitalen Wandel vorbereitet sind. 28 % haben noch immer keine Digitalstrategie. „Die Unternehmen brauchen für die Digitalisierung einen strategischen Ansatz und eine Verankerung in der Unternehmensspitze“, ist Dirks überzeugt. 

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Von Patrick Schroeder
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