29.01.2014, 17:12 Uhr | 0 |

Spielwarenmesse in Nürnberg Hightech fürs Kinderzimmer: Roboterhunde, Flugdrohnen und Smartphone-Brettspiele

Ob elektronischer Roboterhund, winzige Miniaturdrohne oder ein Brettspiel mit Smartphone-Unterstützung: Seit heute sind diese Dinge in Nürnberg auf der Spielwarenmesse zu sehen. Aussteller aus über 60 Ländern präsentieren dort Spielzeuge der Zukunft für Jung und Alt. Und zeigen technische Entwicklungen. 

Mini-Drohne
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Die winzige Flugdrohne Nanoquad ist kaum größer als eine Hummel. Sie wiegt 11,5 Gramm und kann sich für fünf Minuten in der Luft halten.  

Foto: Revell/Screenshot aus Produktvideo

Für Aufsehen sorgt auf der Messe Zoomer, der bislang wohl technologisch ausgereifteste Roboterhund der Welt. Schöpfer des elektronischen Dalmatiners ist der kanadische Spielwarenhersteller Spin Master. Er hat einen Sprachprozessor integriert, mit dem der Hund über 30 Kommandos erlernen kann. Ruft ihm ein Kind zu „Zoomer, spiel tot“, fällt der Hund auf den Rücken und streckt die Beine von sich. Nach Aufforderung gibt er auch Pfötchen. 

Blind ist der Hund mit den LED-Augen nicht: Fototransistoren auf der Brust ermöglichen es, dass er seine Umgebung wahrnimmt und darauf reagiert. Sobald der Mensch sagt, dass er gerne Ball spielen möchte, aktiviert sich in Zoomer eine Verfolgungsfunktion. Der Hund lässt den Ball nicht mehr aus den Augen und bewegt sich immer in seine Richtung. Möglich machen das fünf Motoren in Rumpf und Gliedmaßen.

Zuneigung kann man Zoomer entgegenbringen, indem man ihn am Bauch krault. Das merkt er natürlich und reagiert mit einem freudigen Hecheln. Selbst wenn man nicht mit ihm spielt, verhält sich der elektronische Liebling des Menschen entsprechend seiner digitalen Persönlichkeit: Er spaziert auf seinen rollenden Pfoten durch den Raum und schnüffelt an Objekten.

Zu den elektronischen Eroberern der Kinderzimmer zählen Messeexperten auch kleine Flugdrohnen mit vier Propellern. Hersteller Revell präsentiert das derzeit kleinste Fluggefährt seiner Art. Der Quadrocopter Nanoquad ist lediglich 4,5 Zentimeter lang und ebenso breit.

Die winzigen Propeller haben einen Durchmesser von 30 Millimetern. Sie sind aber stark genug, um den 11,5 Gramm schweren Quadrocopter abheben zu lassen. Er lässt sich mit einem herkömmlichen Controller steuern und kann im Zimmer gemütlich seine Runden drehen. Allerdings nur für fünf Minuten. Danach ist der 3,7-V-Akku mit 100 mAh erschöpft und muss für 45 Minuten an die Steckdose.

Brettspiel mit Smartphone-Steuerung

Auch der Trend zum Smartphone geht an Spielwarenhersteller nicht vorbei. Ravensburger zeigt auf der Messe ein neues Brettspielsystem namens Smartplay. Die Spieler stellen ein Smartphone in eine spezielle Halterung in die Mitte des Spielfelds. Es behält fortan alle Würfelergebnisse und Spielzüge im Auge und untermalt die Aktionen mit Sprache, Geräuschen und Musik.

„Smartplay schafft damit eine sehr reale und lebendige Atmosphäre“, sagt Michael Tiesler, Geschäftsführer von Ravensburger. „Die Spieler haben zum Beispiel das Gefühl, als Quizteilnehmer direkt in einem Fernsehstudio oder als Ritter auf dem Turnierplatz zu stehen und sich mit anderen zu messen.“ Das mühselige Lesen der Spielregeln soll dann auch der Vergangenheit angehören. Das Smartphone liest sie vor. Das Brettspiel kommt im September auf den Markt.

Spielzeugbranche hat ein schwaches Weihnachtsgeschäft hinter sich

Für die Spielwarenbranche sind solche Neuheiten Hoffnungsträger. Denn in den letzten Monaten waren Umsätze rückläufig, erklären Marktforscher der NPD-Group. „Das Weihnachtsgeschäft hat die Erwartungen diesmal nicht erfüllt“, sagte Analyst Alexander Weber im Gespräch mit der Welt. Seiner Meinung nach habe es zuletzt an einem Topprodukt gefehlt, an dem kein Kind vorbeikommt. Bestverkauftes Produkt war in Deutschland im Jahr 2013 das elektronische Plüschtier Furby aus dem Hause Hasbro – eine Mischung aus Maus, Katze und Eule. Es kann, ähnlich wie Zoomer, mit Kindern interagieren. 

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Von Patrick Schroeder
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