03.04.2014, 07:00 Uhr | 0 |

Hannover Messe 2014 Highlights: Cyberspace für Ingenieure, superleichtes E-Auto und der Roboter-Butler

Die bedeutendste Industriemesse der Welt hat wieder einige ausgefallene Highlights zu bieten: Während das deutsche Unternehmen Virtalis einen Konstruktions-Cyberspace für Ingenieure präsentiert, beweisen deutsche Studenten, dass zukunftsweisende Elektroautos nicht unbedingt von riesigen Konzernen stammen müssen. MIR aus Dänemark zeigt einen Roboter-Butler, der mit einer 3D-Kamera selbstständig durch Krankenhäuser fährt. 

Software Visionary Rende erzeugt einen dreidimensionalen Cyberspace
Á

Die Software Visionary Render erzeugt einen dreidimensionalen Cyberspace, in dem Ingenieure gemeinsam an neuen Projekten arbeiten können. Sie bewegen sich im virtuellen Raum mit Hilfe eines Controllers. 

Foto: Virtalis

Es sieht aus wie in einem Computerspiel: Ein Ingenieur steht vor einem gigantischen Screen und bewegt sich entlang des riesigen virtuellen 3D-Modells eines Düsenjets. In der Hand hält er einen Controller, mit dem er im Cyberspace eine virtuelle Kopie seiner Hand steuert. Er kann beispielsweise Bauteile abmontieren, drehen und sie von allen Seiten begutachten.

Doch das Ganze ist kein simples Computerspiel, sondern vielmehr ein mächtiges Konstruktionsprogramm für die CAD-Branche. CAD steht dabei für Computer aided design, also für rechnergestütztes Konstruieren. „Visionary Render ermöglicht es den Benutzern, einfach mit ihren Daten auf entsprechenden Ebenen zu interagieren und in die Virtual-Reality-Umgebung einzutauchen, um mit anderen Usern in dieser Umgebung zusammenzuarbeiten“, erklärt David Cockburn-Price, Marketingchef des Erfinders Virtalis aus Moers bei Duisburg.

Technische Universitäten bieten Autokonzernen mit ultraleichtem E-Auto die Stirn 

Auch für Autofans hat die Hannover Messe ein besonderes Highlight zu bieten. Deutschlands führende Technische Universitäten, die TU9, präsentieren erstmals das Elektroauto Ineco. Gerade einmal 900 Kilogramm bringt die Ultraleicht-Karosserie des sportlichen Viersitzers auf die Waage – der E-Golf von VW bringt es hingegen auf ganz 1500 Kilogramm.

Dass Ineco dermaßen leichtfüßig ist, liegt zum einen an der nur 150 Kilogramm leichten Karosserie. Sie besteht aus einer neuen Werkstoffkombination aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff und Stahl. Zum anderen haben die jungen Nachwuchsingenieure alle üblichen Komponenten der herkömmlichen E-Autos unter die Lupe genommen und abgespeckt, wo es nur ging.

Unter der Motorhaube sitzt ein 120-PS-starker Synchro-Elektromotor, der dank Leichtbauweise lediglich 9,7 kW Strom pro 100 Kilometer benötigen soll. Das sind gut zwei kW weniger als der VW E-Up, der bislang zu den effizientesten E-Autos zählt. Nach 120 Kilometern sind die Batterien allerdings schon am Ende. Zur TU9-Allianz zählen übrigens die RWTH Aachen, die Technischen Universitäten in Berlin, Braunschweig, Darmstadt, Dresden und München sowie die Leibniz Universität in Hannover, das Karlsruher Institut für Technologie und die Universität Stuttgart.  

Roboter-Butler fährt dank 3D-Kamera selbstständig durch Gebäude

Interessant wird es auch am Stand von Mobile Industrial Robots (MIR). Das dänische Unternehmen zeigt dort den Mir 100, einen kleinen Transportroboter auf vier Rädern. Er kann selbstständig bis zu 100 Kilogramm schwere Lasten durch Gebäude transportieren. Sobald er ein Hindernis erkennt, weicht er automatisch aus oder stoppt. Möglich machen das zwei Scanner und eine 3D-Kamera.

Zusätzlich ist ein Navigationssystem eingebaut, das ein detailliertes Abbild der Umgebung speichert. Anders als bei klassischen Bewegungsautomaten muss der Anwender daher weder Drähte in den Boden verlegen, noch Sensoren an die Decke montieren. Auch die Steuerung ist vergleichsweise einfach: Mir 100 lässt sich direkt über einen PC oder sogar ein Smartphone bedienen. Derzeit kommen die kleinen Roboter-Taxis testweise in dänischen Krankenhäusern zum Einsatz. 

Anzeige
Von Patrick Schroeder
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden