16.08.2016, 13:03 Uhr | 0 |

500.000 Besucher erwartet Gamescom 2016: Immer mehr Spiele mit 3D-Effekt

Eine Messe der Superlative: Rund 500.000 Besucher werden sich in den kommenden Tagen in Köln anschauen, was die Computer- und Videospiel-Branche Neues zu bieten hat. Die großen Themen: Mobile Gaming und Virtual Reality. Aber auch klassische Zocker kommen auf ihre Kosten – wenn sie denn eine Karte haben. Die Gamescom 2016 ist schon seit Wochen ausverkauft.

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500.000 Besucher werden in diesem Jahr auf der Gamescom erwartet.  

Foto: Henning Kaiser/dpa

Bis einschließlich Sonntag, 21. August, steht Köln ganz im Zeichen des gepflegten Computerspiels – und nein, diesmal geht es nicht um die Jagd auf ein paar putzige Pixelmonster, die auf der Straße herumlungern, sondern um die volle Packung: Es ist Gamescom-Zeit.

Aussteller aus 53 Ländern

Voraussichtlich 500.000 Besucher werden die Spielemesse stürmen, so die Veranstalter. Am Mittwoch können sich noch Fachbesucher und Pressevertreter leidlich frei in den Messehallen mit Ausstellern aus 53 Ländern bewegen, ab Donnerstag darf dann auch der gemeine Zocker erkunden, was die Computer- und Videospiel-Branche für seine zukünftige Freizeitgestaltung vorgesehen hat.

Besucher gehen durch eine Halle am 06.08.2015 in Köln (Nordrhein-Westfalen) auf der Computerspiele Messe Gamescom. Foto: Oliver Berg/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Besucher der Gamescom 2015: Verkleiden ist auch in diesem Jahr erlaubt. Waffennachbildungen dürfen allerdings keine mehr mitgebracht werden. Auch Rucksäcke und Taschen sollten möglichst zuhause bleiben. Die Sicherheitskontrollen wurden verschärft. Bei einer halben Million erwarteter Besucher wird es ohnehin zu Warteschlangen kommen. Aber ohne Gepäck geht es auf jeden Fall schneller. 

Foto: Oliver Berg/dpa

Neben dem so genannten „Mobile Gaming“ auf dem Smartphone oder Tablet – immer mehr Leute zocken unterwegs und auf mobilen Endgeräten – spielt dem Branchenverband Bitkom zufolge dabei das Thema „Virtual Reality (VR)“ eine immer größere Rolle: Nachdem die ersten VR-Brillen in den vergangenen Jahren vorgestellt wurden, geht der Trend Richtung breite Masse. Immer mehr Games mit 3D-Effekt kommen auf den Markt, deren Spielewelt man selbst betritt und nahezu spürt – eben mithilfe der Brillen wie Oculus Rift oder die HTC Vive, von HTC und Valve.

VR-Spiele: Wichtiges Thema und Nische gleichermaßen

Die sind allerdings nicht gerade günstig und haben hohe Anforderungen an den angeschlossenen PC, sodass die entsprechenden Spiele derzeit noch eher ein Nischenprodukt sind – und das, obwohl zwei von fünf Gamern grundsätzlich Interesse an einer VR-Brille hätten, wie Bitkom erklärt. Ob die PSVR von Sony für die Playstation 4, die im Oktober für unter 500 Euro auf den Markt kommen wird, die Interessenten zu Käufern werden lässt, wird sich zeigen – der geneigte Gamescom-Besucher kann ja schon einmal einen Blick riskieren.

Auch der Handcontroller von Oculus, der ein Hantieren mit virtuellen Gegenständen ermöglicht, dürfte interessant sein, ebenso wie die VR-Spiele zu publikumswirksamen Themen wie Batman von Warner oder Star Trek von Ubisoft, die es – Nische hin oder her – natürlich schon gibt.

Klassische Video- und Computerspiele in Hülle und Fülle

Doch keine Sorge, auch für den klassischen Computerspieler gibt es jede Menge neues Futter: Ubisoft reist unter anderem mit dem Actionspiel „For Honor“, mit „South Park – die rektakuläre Zerreißprobe“ und dem Open-World-Game „Watch Dogs 2“ an, während EA mit dem Shooter „Battlefield 1“ vertreten ist, der im Oktober für PlayStation 4, Xbox One und PC erscheinen soll. 

Wer sich nicht zwischen Sport und Gaming entscheiden kann, ist vielleicht mit dem Dauerbrenner „FIFA 17“ (ebenfalls von EA) oder dem ein oder anderen Rennspiel wie zum Beispiel „Gran Turismo“ für die PlayStation 4 gut bedient, während Square Enix sicherlich sein Endzeit-Game „Deus Ex: Mankind Devided“ für PC, Playstation und Xbox One mitbringen dürfte.

Foto: Oliver Berg/dpa (zu dpa "Die Liebe in Zeiten der 16 Bit - Retro-Trend verändert Spieleszene" vom 15.08.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Der Inhaber eines Ladens für Retrospiele, Christoph Noll sitzt am 5. August 2016 in Köln vor einer Nintendo-Konsole. Viele Spiele auf der diesjährigen Gamescom brillieren mit opulenter Grafik. Aber die Szene kennt auch einen anderen Trend: die Sehnsucht nach Pixel-Look und den alten Lieblingskonsolen. 

Foto: Oliver Berg/dpa

Und bei „Horizon: Zero Dawn“ für die PlayStation 4 tritt die Heldin mit Pfeil und Bogen gegen Roboter-Dinos an.

Natürlich ist auch Blizzard Entertainment wieder mit dabei – der hauseigene Kassenknüller-Veteran „World of Warcraft“ geht am 30. August mit der neuesten Erweiterung „Legion“ in die nächste Runde. Ihren neuesten Streich „Overwatch“ haben die Kalifornier auf jeden Fall im Gepäck: Für den seit Mai erhältlichen Multiplayer-Egoshooter gibt es eine eigens eingerichtete Arena, in der die E-Sports-Champions zeigen können, was sie drauf haben.

Handanlegen nur für Auserwählte

Gespannt ist die Spielergemeinde auch auf „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“, den neuesten Teil der ikonischen Zelda-Reihe von Nintendo. Allerdings werden bei diesem Spiel gerade einmal 50 Besucher, die sich schon im Vorfeld anmelden mussten, die Gelegenheit zum Selberspielen haben; der Rest muss sich aufs Zuschauen beschränken.

ARCHIV - SYMBOLBILD - Computer-Spieler sitzen am 21.08.2013 in Köln (Nordrhein-Westfalen) auf der Gamescom vor Computern. Foto: Oliver Berg/dpa (Zu dpa "Gamescom wächst und wird internationaler" vom 14.07.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Computer-Spieler: Die Chancen auf der Gamescom selber spielen zu können sind gering, der Besucherandrang riesig.

Foto: Oliver Berg/dpa

Spieler, die stattdessen den Kontakt zu kleinen Spieleherstellern suchen, sind in der Indie Booth Arena gut aufgehoben: Hier präsentieren die Entwickler aus 18 Ländern insgesamt 80 Spiele. Theoretisch wird es auf dem Gamescom Campus: Hier geht es um Jugendschutz, Medienkompetenz, Karrierechancen in der Gamesbranche und andere Themen.

Kurzentschlossenen bleibt nur das Rahmenprogramm 

Wer allerdings jetzt erst auf die Idee kommt, die Gamescom 2016 zu besuchen, hat schlechte Karten – die Messe ist seit Juli im Prinzip ausverkauft, von ein paar nicht abgeholten Tickets, die am Dienstag kurzfristig in den Verkauf kamen, mal abgesehen. Höchstens mit den Nachmittagstickets ab 14 Uhr, die es direkt vor Ort gibt, hat man eventuell eine Chance, muss sich aber auf lange Wartezeiten einstellen.

Die Alternative: Gamescom-Flair unter freiem Himmel. Wie in jedem Jahr gibt es über ganz Köln verteilt – genauer gesagt auf dem Neumarkt, dem Rudolfplatz und dem Hohenzollernring sowie dem Apostelnplatz – ein buntes Rahmenprogramm mit Musik zum Beispiel von Joris, Max Giesinger und Abay, mit Streetfood-Angeboten und natürlich auch ein paar Möglichkeiten zum Spielen.

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Von Judith Bexten
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