05.04.2016, 13:56 Uhr | 0 |

Weltleitmessen in Düsseldorf Drähte, Kabel und Rohre: Messeduo Wire und Tube mit Rekordbeteiligung

Ohne Rohre, Drähte und Kabel wäre unser modernes Leben, in Industrie und Alltag, undenkbar. In Düsseldorf zeigt jetzt das Messeduo Wire und Tube zum 15. Mal, was es Neues gibt in der weltweiten Draht, Kabel- und Rohrindustrie. 

Alle zwei Jahre kommen die führenden Unternehmen der weltweiten Draht-, Kabel- und Rohrindustrie in Düsseldorf zusammen. Eigentlich sind Wire (Draht und Kabel) und Tube (Rohre) zwei getrennte Messen, aber der gemeinsame Auftritt wird in diesem Jahr bereits zum 15. Mal geplant und hat sich bewährt. 2600 Aussteller aus 50 Ländern zeigen bis zum 8. April 2016 die technologischen Highlights aus ihren Branchen auf 111.000 qm.

Alltagsprodukt aus Draht – der Einkaufswagen muss viel aushalten

Die Lage sei ernst in der europäischen Stahlindustrie, heißt es von Messeseite. Überkapazitäten auf dem Weltmarkt, Billigimporte aus China und ein massiver Preisdruck machten den Herstellern der Branchen zu schaffen. Dennoch werden so viele Aussteller wie noch nie ihre Produkte auf der Messe vorstellen.

Die Relevanz der beiden Branchen in unserer Gesellschaft, die immer mehr auf Kommunikationstechnologie setzt, ist gestiegen. Nicht allein im täglichen Leben, das ohne Verbindungskabel, Metallfedern oder Telefondrähte nicht funktionieren würde. Strapazierfähige Drähte und Kabel werden vor allem auch in der Bau- und Automobilindustrie benötigt. Ähnliches gilt für die Rohrherstellung und -bearbeitung.

Ein schönes Beispiel dafür, wie ein aus Draht hergestelltes Alltagsprodukt mit hohen Anforderungen an das Material von neuer Technologie profitiert, ist der Einkaufswagen. Er wird täglich herumgeschubst und gerammt und muss eine Menge aushalten, bis er nach einer durchschnittlichen Laufleistung von 10.000 km ausrangiert wird. Die tragenden Rohre des Wagens, der um die 200 kg Beladung aushalten kann, werden mittlerweile mit hochpräzisen Laser-Schneidemaschinen zugeschnitten.

Neue Schneidetechnologie mit Laser macht auch kleine Stückzahlen effizient

Wo früher noch in aufwendigen Einzelschritten gesägt, gefräst und gebohrt wurde, läuft jetzt alles vollautomatisch und äußerst schnell. Dabei ist der Laserstrahl, der beliebige Konturen, Löcher und Ausschnitte anbringen kann, das einzige Werkzeug. Mit dem 3600 W starken Laser lassen sich auch kleine Stückzahlen mit vergleichsweise wenig Aufwand bearbeiten.

Videoquelle: Messe Düsseldorf/M4TV

Nicht nur Einkaufswagen werden mit der Laserrohrschneidetechnologie bearbeitet, auch Fahrräder, Fitnessgeräte oder Maschinenrahmen im Automobilbereich und viele Möbel werden inzwischen damit hergestellt. Beim Einkaufswagen wird die Nachfrage noch zusätzlich angekurbelt, denn jedes Jahr werden etwa 100.000 Stück gestohlen.

Großes Thema der Rohrindustrie sind die weltweit maroden Wasser- und Kanalsysteme

Bei der Rohrfachmesse Tube zeigen über 1200 Aussteller ihre Produkte aus den Bereichen Rohrherstellung, -handel und –zubehör. Eines der großen Themen in der Branche sind fehlende oder mangelhafte Kanäle, deren Reparatur, Renovierung und Erneuerung weltweit vielen Industrienationen Kopfzerbrechen machen.

In Sankt Petersburg seien 40 Prozent des 6755 km langen städtischen Wasserleitungsnetzes verschlissen, berichtet die Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing. Bis 2025 will die Stadt auch die Kanalisation modernisieren und die schnell rostenden Rohre aus Roheisen austauschen. Auch in den USA, zum Beispiel in Chicago oder Washington D.C., wird in naher Zukunft um die 40 Prozent der Rohrleitungen ausgetauscht. Sie stammen zum Teil aus den 1940er bis 1960er Jahren und sind in einem sehr schlechten Zustand.

Auch in Deutschland weiter Sanierungsbedarf im Kanalnetz

In Deutschland ist der Sanierungsbedarf ebenfalls hoch und der Bedarf an Rohren entsprechend. Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall geht davon aus, dass rund 20 Prozent aller Kanalanlagen Schäden aufweisen und kurz vor dem Ende ihrer Lebensdauer stehen. Bei der Erneuerung ist die Wahl passender Werkstoffe für die Rohrherstellung wichtig.

Als Materialien wurden bisher überwiegend Steinzeug sowie Beton/Stahlbeton verwendet. Langsam holen auch Kunststoffrohre bei neuen Netzen auf, ihr Anteil liegt bislang bei 7 Prozent des Gesamtnetzes.

Auf der Sonderschau Plastic Tube Forum zeigen Hersteller von Kunststoffrohren während der Messe die Vorteile der lange haltbaren Plastikröhren.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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