05.03.2015, 06:43 Uhr | 0 |

Genfer Autosalon Die Highlights: sehr schön, sehr schnell und sehr stark

Rennsemmeln mit gigantischer Leistung, Klassiker im neuen Gewand und Sportliches für den Umweltbewussten: Das sind die Highlights auf dem Genfer Automobilsalon, der heute seine Türen öffnet.

Morgan Aero 8
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Da würde auch James Bond gerne einsteigen: der neue Morgan Aero 8. 

Foto: Morgan

Mit dem Auto könnte James Bond durch die Schweizer Alpen brettern. Wobei: Man hätte sich kaum gewundert, wenn nicht Daniel Craig drin säße, sondern Roger Moore oder Sean Connery. So klassisch kommt der Morgan Aero 8 daher. Ausladende Kotflügel, weit geschwungene Formen – und ein bisschen traurige Augen. Die Gestaltung der Scheinwerfer erinnert an Comicfiguren. Vielleicht kommt der leicht trübsinnige Ausdruck auch daher, dass von den Vorgängern des Aero 8 seit dem Jahr 2000 ganze 1250 Stück verkauft wurden.

Allerdings ist das für den Nischenproduzenten Morgan durchaus eine stolze Zahl. Und bei Stückpreisen bis zu 170.000 Euro für die Topvariante mit 367 PS auch kein Wunder. Auf dem Genfer Autosalon präsentieren die Briten ab Donnerstag die neue Generation des Cabrios mit Aluminiumchassis und einem 4,8-Liter-Motor von BMW. Dank verbesserter Aerodynamik soll das Geschoss nur elf Liter Benzin auf 100 Kilometer verbrauchen.

Der Morgan Aero 8 kostet bis zu 170.000 Euro und wird von einem 4,8-Liter-Motor von BMW angetrieben.

Der Morgan ist eines der optischen Highlights beim Genfer Automobilsalon, auf dem praktisch alle namhaften Hersteller der Welt bis zum 15. März insgesamt 900 Fahrzeuge präsentieren. Eines von vielen Highlights, jedenfalls dann, wenn man Design, Individualität und Power als Maßstäbe anlegt.

Was Power betrifft, schlägt ausgerechnet ein Schweizer alle anderen: 1160 PS bringt die neue „RS“-Version des Agera von Koenigsegg auf die Straße. Schon das Kürzel legt nahe, dass dieser Sportwagen aber vor allem für die Rennstrecke gedacht ist – ein Spielzeug für Leute, bei denen Geld keine Rolle, schließlich reichen die Preise bei Koenigsegg bis in den siebenstelligen Bereich hinein.

Ferrari klebt an der Straße

Selbst Ferrari kann bei dieser Leistung nicht mithalten. Ganze 670 Pferdestärken entwickelt der neue 488 GTB. Dafür soll die Rennsemmel aber auch alltagstauglich sein und mit ihrem Fahrverhalten Maßstäbe setzen. Ferrari jedenfalls behauptet, dass der 488 GTB über 50 Prozent mehr Abtrieb als sein Vorgängermodell verfüge und gleichzeitig weniger Luftwiderstand biete.

Das sei möglich durch einige Neuerungen wie einen doppelten Frontspoiler und seitliche Lufteinlässe. Außerdem wurde der Unterboden mit so genannten Vortexgeneratoren ausgestattet, die als Störelemente auf der glatten Fläche dienen und so dem Abriss der Luftströmung entgegenwirken.

Geschoss mit 2,3 Tonnen Gewicht

Alles, was vom Gewohnten abweicht, zieht natürlich auch in Genf die Blicke auf sich. Das sind nicht nur die hochgezüchteten Sportler, sondern auch Spezialmodelle wie der Maybach-Pullmann. Zum 50-Jährigen der legendären Limousine stellt Daimler eine neue Version vor: Sechseinhalb Meter lang, mit einer lounge-ähnlichen Inneneinrichtung für entspannte Konferenzen und einem Zwölfzylinder, der das 2,3 Tonnen schwere Gefährt in nur fünf Sekunden auf 100 km/h beschleunigen soll.

Um Verbrauch und CO2-Ausstoß machen sich die Käufer solcher Fahrzeuge wohl eher weniger Gedanken. Wer klimafreundlich und doch schick und schnell unterwegs sein will, kann in Genf erstmals in Europa die neue Version von Teslas Elektro-Sportler S P85D bewundern. Er soll die Kraft von 700 Pferden entwickeln und den äußerlich nicht sehr spektakulären Wagen in 3,4 Sekunden auf 100 km/h jagen. Der E-Auto-Pionier aus den USA verspricht dabei sogar noch eine komfortable Reichweite von 480 Kilometern.

Kein Spektakel bei den Kleinen

Und die Kleinen? Gibt es Spektakuläres in Sachen Bescheidenheit? Kaum. Peugeot präsentiert in Genf eine neue Variante des 208, der im Sommer auf den Markt kommen und nur noch drei Liter Diesel verbrauchen soll. Opel präsentiert seinen neuen kleinen Flitzer Karl, der der Marken weiteren Aufschwung bescheren soll. Und die Marke Borgward feiert in Genf ihre Wiederkehr. Und gespannt sind wir natürlich, ob das Elektroauto Quantino der Nanoflowcell AG aus Liechtenstein wirklich 1000 Kilometer Reichweite ohne Nachtanken schafft.

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Von Werner Grosch
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