12.03.2014, 08:00 Uhr | 1 |

Genfer Autosalon 2014 Chinesischer Autobauer Qoros stellt Elektrofahrrad mit Cloud-Anbindung vor

Auf der diesjährigen Automesse in Genf präsentierte die junge chinesische Automarke Qoros auch ein eigenes E-Bike. Als Motorrad und Fahrrad zugleich ist das „Qoros eBIQUE“ für den Stadtverkehr aber auch für abseits der Straße gedacht. Der Clou: Über den Bildschirm am Lenker geht’s in die Qoros-Cloud.

Vorstellung des eBIQUE auf dem Genfer Autosalon 2014.
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Vorstellung des eBIQUE auf dem Genfer Autosalon 2014. An der Entwicklung war die Marke Greyp von Rimac Automobili maßgeblich beteiligt. Rimac-Designer Adriano Mudri sitzt auch gut auf dem Qoros-Roller.

Foto: Qoros

Fahrradnation war gestern, heute darf man China getrost als Elektrofahrradnation bezeichnen. Der Markt für die elektrisch betriebenen Zweiräder ist riesig und jährlich wächst sowohl die Zahl der Autos als auch der E-Bikes in den über 130 luftverschmutzten Millionenstädten. 2012 wurden allein 23 Millionen E-Bikes in China verkauft. Trotz ihrer Beliebtheit haben die Elektroroller aber nicht unbedingt einen guten Ruf. Vor allem die giftigen Blei-Säure-Batterien der Billigroller sind gesundheitlich und umweltpolitisch eine Katastrophe. Jetzt hat die junge chinesische Automarke Qoros auf dem Genfer Autosalon ihr neues E-Bike, das „Qoros eBIQUE“ vorgestellt: Hightech-Zweifahrrad statt Billig-Roller.

Mit 49 Kilogramm ist das eBIQUE deutlich schwerer als herkömmliche E-Bikes

„Wir haben das eBIQUE Konzept für den modernen Städter entwickelt“, sagt Qoros-Designchef Gert Hildebrand. „Es gibt über 130 Millionen E-Bikes in China und viele Städte haben bereits die Benzin-Motorräder zum Teil oder ganz verboten. Neben dem alltäglichen Gebrauch für Pendler ist das eBIQUE auch für Fahrten abseits der Straßen hervorragend geeignet.“

Entwickelt hat Qoros das neue E-Bike gemeinschaftlich mit Greyp Bikes und so hat das Rad von Qoros große Ähnlichkeit mit dem Greyp G-12 Elektrorad, das zum stolzen Preis von 6500 Euro zu haben ist. Optisch lassen die beiden E-Bikes eher an Motocross-Maschinen als an Fahrräder denken und auch vom Gewicht her liegt das eBIQUE mit 49 Kilogramm weit jenseits der Fahrradklasse. Die meisten E-Bikes hierzulande wiegen zwischen 20 und 29 Kilogramm. So wird die Möglichkeit für den eBIQUE-Fahrer, sein Radl durch reine Muskelkraft fortzubewegen, in der Praxis wahrscheinlich kaum genutzt werden. Eher wird die Fortbewegung mit Unterstützung des eingebauten Elektromotors oder mit reiner Motorleistung in Frage kommen.

Beim reinen Elektroantrieb darf dann zwischen Street, Eco und Power gewählt werden. Im Street-Modus reicht es für 25 Stundenkilometer, der Eco- und Power-Modus erlauben 60 respektive 65 Kilometer pro Stunde. Angetrieben wird der E-Motor von einer 1,3 Kilowattstunden starken Lithium-Batterie, die Reichweiten zwischen 80 und 120 Kilometern zulässt und innerhalb von 80 Minuten an jeder Steckdose geladen werden kann.

Über die hauseigene Qoros-Cloud gibt es Infotainment an Bord

Besonders spannend wird es am Lenker, denn dort befindet sich ein Infotainmentsystem mit einem fünf Zoll großen Touchpad. Hier kann der Fahrer die Bordinfos wie Reifendruck und Batterielaufzeit abrufen. Über eine 3G-Verbindung geht er in die hauseigene „Qoros-Cloud“, die es standardmäßig auch in den meisten Automodellen von Qoros gibt. Über die Cloud, die auch per Smartphone, Tablet, PC oder Mac angesteuert werden kann, gibt es ein Routenplanungssystem, intelligente Navigation mit Updates in Echtzeit, Infos über das Wetter oder die nächstgelegene Aufladestation. Auch auf seine Sozialen Netzwerke braucht der eBIQUE-Fahrer nicht zu verzichten und kann seine Lieblingsstrecken oder interessante Orte direkt kommunizieren.

Das eBIQUE selbst ist darüber hinaus mit einem Erkennungssystem für Fingerabdrücke, auch für mehrere Nutzer, ausgestattet. Damit könnte, in Verbindung mit der Ortungstechnologie, das E-Bike für ein „Roller-Sharing-System“ geeignet sein. 

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Von Gudrun von Schoenebeck
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kommentare
31.03.2014, 00:01 Uhr Derry Konsul
Eine sehr interessante Entwicklung, die auch für Europa von Bedeutung sein könnte, wenn die entsprechende Praxistauglichkeit gegeben ist. Entscheidend würde jedoch der Preis für ein solches E-Bike sein. Als realistische Obergrenze für eine ausreichende Käuferschicht wären ca. 1.000 € anzusehen.
Es müsste jedoch auch eine Variante geben, die eine maximale Geschwindigkeit von 25 km/h erreicht, um eine zulassungsfreie Verwendung zu ermöglichen.

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