08.01.2015, 09:12 Uhr | 0 |

Technik im Textilbereich Carbon-Parkett kann leuchten und heizen

Eine Optik wie Naturholz, aber zusätzliche Funktionen bietet das Carbon-Parkett, das Forscher der RWTH Aachen in Dresden vorstellen. Die Messe „staged“ präsentiert dort ab Freitag junge Designer und technische Highlights aus dem Textilbereich. 

Lichtbeton
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Die Aachener Wissenschaftler bringen nicht nur Parkett zum Leuchten. Auch ihren Lichtbeton präsentieren die ITA-Forscher in Dresden. Hier sind LED-Paneele in die Fassade integriert.

Foto: Lucem GmbH

Parkett in jeder beliebigen Farbe. Mit Leuchtpunkten oder -streifen, als Bodenbelag oder in den inneren Zierleisten eines Autos. Steuerbar durch einfaches Wischen. Das ist die Entwicklung, die das Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen vom 9. bis 11. Januar auf der „staged“ in Dresden vorstellt.

Die Ausstellung ist Teil der Einrichtungsmesse „room+style“ und präsentiert vor allem Ideen von jungen Designern aus Deutschland, Tschechien und Polen. Parallel dazu sind technische Entwicklungen aus dem Textilbereich wie die des ITA zu sehen.

Besonders hartes und vielseitiges Material

Textilbereich? Parkett? Das Produkt aus Aachen besteht aus Carbon, also einem auf Kohlefasern beruhenden Verbundwerkstoff. Aufgrund seiner Herstellungsweise wird er der Textilbranche zugerechnet, die sich in Deutschland inzwischen zu einer Hightech-Industrie entwickelt hat: Rund die Hälfte ihrer Produkte sind heute so genannte technische Textilien wie die Carbonfaser, die immer häufiger als leichtes und besonders robustes Material etwa in Autos und Flugzeugen zum Einsatz kommt.

Die Vorzüge des Carbon wollen die Aachener Forscher nun für andere Bereiche nutzbar machen. Ihr spezielles Parkett kombiniert Verstärkungstextilien, die unterschiedlich ausgerichtet und daher besonders fest sind. Das Material wird zusätzlich benetzt mit einem so genannten duromeren Matrixsystem, das aus besonders harten, glasartigen Kunststoffen besteht.

Heizung per Wischen aktivieren

Damit soll nicht nur ein besonders langlebiges Produkt erzeugt werden – die Entwicklung zielt eben auch auf kreative Designs, weil das Material in jeder beliebigen Farbe hergestellt werden kann. „Integrierte lichtleitende Fasern bringen die Oberfläche zum Leuchten. Anzahl, Größe und Anordnung der Lichtpunkte sind individuell gestaltbar“, heißt es beim ITA.

Neben dem Licht können weitere Funktionen integriert werden. Ein Beispiel: Das Armaturenbrett eines Autos leuchtet blau, der Besitzer kann die Farbe durch bloßes Wischen bis hin zu rot verändern. Gleichzeitig wird damit die Heizung aktiviert.

Ästhetik mit Effizienz kombiniert

Das Aachener Institut will ein eigenes Spin-off-Unternehmen gründen, um die bereits patentierte Entwicklung zu vermarkten. Die Forscher präsentieren in Dresden auch ihren bereits früher entwickelten Lichtbeton, in dem LED-Paneele integriert sind.

Die Messe staged stellt insgesamt 20 innovative Produktkonzepte vor. Viele junge Designer nehmen an dem begleitenden Wettbewerb teil, der neben der ästhetischen Gestaltung auch die effiziente Materialnutzung bewertet. Im vergangenen Jahr siegte Wassilij Grod mit einem Tisch aus Bambus, der bei hoher Stabilität extrem leicht ist. 

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Von Werner Grosch
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