15.09.2015, 12:48 Uhr | 0 |

IAA 2015 Autonomes Fahren: Google gibt Gas, Porsche lästert

Google gibt Gas bei seinem Projekt des autonomen Fahrens: Der Internet-Konzern hat den ehemaligen Hyundai-Manager John Krafcik zum Chef des Projekts ernannt. Google ist mit seiner mobilen Vision erstmals Aussteller auf der weltgrößten Automesse IAA. Unterdessen hat Porsche-Chef Matthias Müller das autonome Fahren als Hype abgetan.

Google Auto
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Das ist kein Lego-Auto, sondern Googles Vision des selbstfahrenden Autos. Es fährt derzeit mit 40 km/h durch Kalifornien, Virginia und Texas.

Foto: Google

Ab September hat John Krafcik einen neuen Job: Der 53-Jährige wird nach Informationen des Wall Street Journals Googles Roboterauto-Projekt übernehmen. Die nötige Erfahrung bringt er mit. Krafcik war von 1990 bis 2004 Manager bei Ford und bis 2013 Geschäftsführer und Präsident des US-Ablegers von Hyundai. Bis vor kurzem arbeitete er für True Car, ein Online-Shop für Autos.

Googles bisheriger Projektchef Chris Urmson bleibt aber trotz der Personalie aktiv. Er wird weiter für die technische Entwicklung der selbstfahrenden Autos zuständig sein.

Googles Roboterauto-Projekt könnte eigene Firma werden

Was plant Google? Es scheint, dass der Konzern das selbstfahrende Auto verstärkt Richtung Serienproduktion treibt. Bislang ist das Roboter-Projekt Teil von Googles Forschungsabteilung Google X.

Das Projekt könnte sich in Zukunft zu einer eigenständigen Firma aufschwingen und Teil der neuen Holding Alphabet werden. Unter diesem Namen agieren zukünftig die vielen eigenständigen Google-Geschäftsbereiche.

 

Das Roboterwagen-Projekt sei „ein guter Kandidat, um irgendwann in der Zukunft eine Alphabet-Firma zu werden – aber noch nicht jetzt“, bestätigt eine Google-Sprecherin im Gespräch mit dem Magazin Automotive News. Der Konzern stellt aber immer wieder klar, dass man selbst keine Autos produzieren, sondern mit Partnern zusammenarbeiten wolle.

Autonomes Auto juckelt mit 40 km/h durch Virginia und Texas

Google forscht seit sechs Jahren am selbstfahrenden Auto: Am Anfang baute der Konzern die Technik – GPS, Radar, Laser und Kameras – in Fahrzeuge anderer Hersteller ein. Mittlerweile existiert ein kleiner Zweisitzer aus eigener Entwicklung. Er hat weder Lenkrad noch Gas- und Bremspedal. Stattdessen fährt er auf Knopfdruck autonom durch die Gegend. Zunächst gab es Tests in Kalifornien, mittlerweile darf das autonome Google-Auto mit 40 km/h auch durch Virginia und Texas rollen – allerdings mit einem Lenkrad und einem Fahrer, der im Notfall eingreift.

Gegenwind auf der IAA: Porsche-Chef gegen autonomes Fahren

Google ist erstmals Aussteller auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt. Und schon im Vorfeld erfährt der Konzern Gegenwind: „Das autonome Fahren stellt für mich einen Hype dar, der durch nichts zu rechtfertigen ist“, sagt Porsche-Chef Matthias Müller dem Magazin auto motor und sport.

„Ich frage mich immer, wie ein Programmierer mit seiner Arbeit entscheiden können soll, ob ein autonom fahrendes Auto im Zweifelsfall nach rechts in den Lkw schießt oder nach links in einen Kleinwagen.“ Das scheint tatsächlich ein ungeklärtes Dilemma zu sein. 

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Von Patrick Schroeder
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