16.03.2015, 12:39 Uhr | 0 |

CeBIT 2015 Alibaba-Gründer Ma stellt Einkaufen per Gesichtserkennung vor

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Sonntagabend die weltgrößte Computermesse CeBIT eröffnet – gemeinsam mit Jack Ma aus China. Der milliardenschwere Gründer des Onlinehändlers Alibaba hat seinen nächsten Clou vorgestellt: das Einkaufen per Gesichtserkennung

Jack Ma, Gründer des Onlinehändlers Alibaba, auf der CeBIT 2015
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Jack Ma, Gründer des Onlinehändlers Alibaba, präsentierte zu Beginn der CeBIT eine Gesichtserkennung für das Smartphone, die das Passwort beim Onlinekauf ersetzt. 

Foto: /Ole Spatadpa

Der digitale Wandel durchdringe alles, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel während ihrer Eröffnungsrede in Hannover. Besonders die Vernetzung Produktion in der Industrie 4.0 biete große Möglichkeiten, sei aber auch durch einen globalen und kräftigen Wettbewerb gekennzeichnet.

Merkel sprach sich deswegen beim Ausbau der digitalen Wirtschaft für einen Schulterschluss zwischen Deutschland und China aus:„Es bieten sich Kooperationen geradezu an.“

China bislang stärkstes CeBIT-Partnerland

Kein anderer IT-Markt boomt derzeit so stark wie der chinesische. Laut einer Studie der europäischen Initiative European Information Technology Observatory (EITO) wird er 2015 um 8,8 Prozent wachsen. Dieses Jahr ist China mit über 600 Ausstellern laut Messechef Oliver Frese das bisher stärkste Partnerland.

China begrüßte den von Merkel angesprochenen Schulterschluss: Deutschland und China seien Marktführer in Asien und Europa und würden nun in eine neue Phase der Partnerschaft eintreten, sagte der chinesische Vize-Ministerpräsident Ma Kai in seiner Rede. Das Land wolle Hindernisse jedweder Art beseitigen, um einen globalen Markt aufzubauen.

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Jack Ma (re.), Gründer und CEO des Internetkonzerns Alibaba Group, überreicht Bundeskanzlerin Angela Merkel am 15. März 2015 während der Eröffnung der weltweit größten Computermesse CeBIT ein Geschenk neben Chinas Vize-Ministerpräsident Ma Kai (li.) und Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen. F

Foto: Christian Charisius/dpa

Wichtig ist Merkel dabei das geplante Abkommen zum Investitionsschutz für Unternehmen zwischen China und der EU. Es soll Investoren vor staatlicher Bevormundung durch die kommunistische Einheitspartei schützen. Bislang erhalten ausländische Firmen beispielsweise Marktzugang nur mit örtlichen Partnern und müssen sich oft mit Klagen rund um den Know-how-Schutz herumschlagen.

Merkel: „Unternehmen und Investoren haben ein natürliches Interesse daran, dass sie wissen, in welchen Rahmenbedingungen sie arbeiten: Berechenbarkeit, Verlässlichkeit, Gleichbehandlung der verschiedenen Unternehmen in unseren Ländern.“

Reichster Mann Chinas als Gastredner

Als weiteren Gastredner für die Messe-Eröffnung konnte die CeBIT einen der erfolgreichsten Pioniere der digitalen Wirtschaft gewinnen: den Unternehmer Jack Ma. Der ehemalige Englischlehrer ist mit der Gründung des Onlinehändlers Alibaba zum reichsten Mann Chinas aufgestiegen und besitzt mittlerweile ein geschätztes Vermögen von 22,2 Milliarden US-Dollar.

Er betonte, dass chinesische Technologie-Konzerne von deutschen Traditionsunternehmen lernen könnten. „Es gibt kaum Internet-Unternehmen, die länger als drei Jahre existieren. Wir brauchen eine Lösung, wie man so lange überleben kann wie Mercedes und Siemens.“

Alibaba-Gründer Jack Ma bezahlt per Gesichtserkennung

Nach diesen Worten zauberte Ma noch seine neueste Erfindung aus der Hosentasche: das Einkaufen mit Gesichtserkennung, das die 2800 Gäste in der Messehalle auf der Videowand verfolgen konnten. Ma bestellte auf der Bühne mit seinem Smartphone eine 67 Jahre alte Briefmarke mit Messemotiv aus Hannover.

Den Kauf schloss er allerdings nicht mit einem Passwort ab, sondern über Gesichtserkennung. Ein Blick in die Smartphone-Kamera genügte, damit die Software Ma über charakteristische Gesichtsmerkmale authentifizieren konnte. In wenigen Tagen soll die Briefmarke bei Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok eintreffen.

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Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD, 9.v.l.), Telekom-Chef Timotheus Höttges (8.v.l.) und Chinas Vize-Ministerpräsident Ma Kai (7.v.l.) stehen am 16. März 2015 beim Eröffnungsrundgang über die CeBIT in Hannover am Stand der Deutschen Telekom. Die weltgrößte Computermesse CeBIT geht bis zum 20. März, Partnerland ist China. 

Foto: dpa/Jochen Lübke

Insgesamt sind 3300 Aussteller aus 70 Ländern auf der CeBIT vertreten. Die Messe läuft bis zum 20. März unter dem Motto d!conomy (digital economy) – ein Kunstbegriff, der auf die Durchdringung von Wirtschaft und Gesellschaft durch die Informationsindustrie anspielt. Wichtige Themen sind Industrie 4.0, Datensicherheit und Big Data.

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Von Patrick Schroeder
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