19.01.2015, 08:51 Uhr | 0 |

IMM Cologne und LivingKitchen 100.000 Möbel und Einrichtungsgegenstände

Gemütlichkeit liegt voll im Trend, wenn es um die Wohnungseinrichtung geht. Was die Branche diesbezüglich zu bieten hat, ist ab heute auf der imm Cologne zu sehen – der ersten internationalen Interior-Design-Messe des Jahres. In der Stadt selbst wird es aber eher lebhaft: Über 150.000 Besucher werden bis zum Ende der Schau am 25. Januar erwartet. 

Teppich von Jan Kath "Spacecrafted 3"
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Abgehoben: Der knotenreiche Teppich von Jan Kath "Spacecrafted 3" mit sternenfunkelndem Weltraummotiv auf dem Dach der Kölner Lanxcess-Arena in Szene gesetzt.

Foto: Koelnmesse

Und natürlich haben sich auch die Kreativen das Jahr über nicht ausgeruht: Gezeigt werden in Köln von rund 1.300 Unternehmen aus 50 Ländern über 100.000 Möbel und Einrichtungsgegenstände, davon etwa ein Drittel absolute Neuheiten. Ergänzt wird die 66. imm cologne durch die alle zwei Jahre stattfindende Messe LivingKitchen, die aktuelle Entwicklungen rund um die Küche präsentiert.

Echte Hingucker bietet im vierten Jahr der Aktion „Köln möbliert“ deren Bilderreihe mit dem Motto „Vor den Türen und Toren Kölns“. Wie zum Beispiel die imm cologne-Neuheit "Spacecrafted 3" von Jan Kath: Der knotenreiche Teppich mit sternenfunkelndem Weltraummotiv fand auf dem Dach der Lanxess Arena mit einem Blick auf Köln, Dom und Koelnmesse seinen exklusiven Platz.

Backofen von Siemens drückt aufs Tempo

Gar nicht gemütlich sondern extrem flugs arbeitet ein neuer Backhofen namens iQ700 von Siemens. Laut Hersteller ist er der schnellste Backofen, den es je gegeben hat. Er soll dem Bedürfnis moderner Verbraucher nach mehr "Speed" mit den zwei neu entwickelten Zeitverkürzungsoptionen coolStart und varioSpeed entgegenkommen. CoolStart reduziert die Zubereitungsdauer flacher Convenience-Produkte – bei einer Tiefkühl-Pizza etwa von bisher 20 auf rund zwölf Minuten – und zwar direkt aus dem Gefrierfach und ohne Vorheizen.

Technik, die zu einem Plus an Gemütlichkeit beitragen kann, zeigt das Sofa „finn“ von Willi Schillig. Ausgerüstet mit einer LED-Beleuchtung im Fußbereich lässt sich diese mit einer Fußbewegung aktivieren und erzeugt ein indirektes, warmes Licht.

Auch Textilien können längst mehr als schön und kuschelig: So stellt die Création Baumann einen dreidimensionalen Stoff mit dem Namen Eprisma vor, der von der spontan gegründeten imm cologne-Band "Halle 11" kurzerhand als Vorhang für ein Premierenfoto genutzt wurde.

Gemütlichkeit liegt im Trend

Und doch wird bei aller Action rundum auf der Möbelmesse für Zuhause die Wiederkehr der Gemütlichkeit ausgerufen. Weiches und Rundes dominiert die Möbel von morgen, gepaart mit einer urigen Einfachheit. Metall und Kunststoff adé! Naturmaterialien erfahren eine regelrechte Renaissance. So präsentieren gleich mehrere Hersteller Küchen im Landhausstil.

Hauptsächliche Designelemente bestehen aus Massivholz und dunklem, warmen Stein. Das Verlangen nach dem großen Wohlbehagen kommt nicht von Ungefähr. Die Fachwelt interpretiert den Hang zu uriger Gemütlichkeit mit der Begierde der Menschen, sich in den eigenen vier Wänden einen Gegenpol zum hyperhektischen Alltag zu schaffen.

Kissen sind das neue Design-Objekt

Auffallend ist dabei auch die große Zahl der eingesetzten Kissen. Kissen im Bett, Kissen auf der Wohnlandschaft, Kissen auf der Küchenbank.

Diese Kissen sind es allerdings, an denen sich das Credo der klassischen 50er-Jahre-Gemütlichkeit deutlich bricht. Biederen Braun-, Beige- und Grautönen wird eine Absage erteilt. Stattdessen dominiert hier das Schrille: giftiges Grün, beißendes Orange oder aufdringliches Pink.

Designer aus Shanghai wollen mit Möbeln beunruhigen

Ein mittlerweile etabliertes Highlight für die Messebesucher ist die begehbare Inszenierung "Das Haus". Unter dem Motto "Interiors on Stage" präsentierten in den vergangenen Jahren verschiedene Designer und Architekten, wie sie sich gegenwartsgerechtes Wohnen vorstellen.

Zeigte die dänische Designerin Louise Campbell 2014 den äußert liebevoll und detailreich gestalteten Entwurf zweier Häuser, die zum Entspannen einluden, so geht die Einrichtungsphilosophie mit den Shanghaier Architekten Lyndon Neri & Rossana Hu dieses Jahr in eine gänzlich andere Richtung. Das Duo kündigte bereits an, die Besucher bewusst beunruhigen zu wollen. Die beiden möchten hinterfragen, wie viele Möbel heute tatsächlich nötig sind und ob sie überhaupt auf richtige Weise genutzt werden.

Mit dem Bereich "Pure Talents" will die IMM Cologne zukünftigen Designtalenten Forum und Kontaktbörse zugleich bieten. Hochschulen aus den Bereichen Innenarchitektur, Architektur sowie Produktdesign bekommen die Möglichkeit, sich und die Projekte besonders herausragender Studierender vorzustellen.

Möbelbranche im Aufwind: 31,3 Mrd. Umsatz 2014

In Deutschland befindet sich die Möbelbranche derzeit im Aufwind. Nach Angaben des Bundesverbands des deutschen Möbel- Küchen- und Einrichtungsfachhandels erreichte die Branche 2014 einen Umsatz von 31,3 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung um 1,8 Prozent im Vergleich zum Jahr 2013. Die nach wie vor gefragteste Warengruppe sind Küchenmöbel mit einem Umsatzanteil von 28 Prozent. 

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Von Jan-Martin Altgeld und Martina Kefer
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