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22.09.2014, 12:43 Uhr | 0 |

Vor UN-Klimagipfel Weltweit demonstrierten Hunderttausende Klimaschützer

Morgen beginnt in New York der Klima-Sondergipfel. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon will damit die notwendige Dynamik erzeugen, um den im Dezember 2015 in Paris geplanten Weltklimavertrag vielleicht doch noch realisieren zu können. Im Vorfeld demonstrierten weltweit so viele Menschen wie noch nie für mehr Klimaschutz.

Klima-Demonstration "Mal schnell die Welt retten"
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Vor dem Brandenburger Tor in Berlin versammelte sich gestern eine riesige Menschenmenge: Es waren Teilnehmer der Klima-Demonstration "Mal schnell die Welt retten". Die Aktion fand statt anlässlich des bevorstehenden UN-Klimagipfels am Dienstag. Auch in zahlreichen anderen Städten der Welt wurde protestiert. Nach Angaben der  Veranstalter war es die "größte Klima-Demonstration der Geschichte".

Foto: dpa/Jörg Carstensen

In New York sollen am Dienstag beim Klima-Sondergipfel doch noch die Weichen auf eine weltweite Zusammenarbeit für die Rettung des Weltklimas gestellt werden. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki Moon will bei dem Treffen mit 126 Staats- und Regierungschefs ein Scheitern des für Dezember 2015 geplanten Weltklimavertrags verhindern. Mehr als 190 Staaten sollen sich dem Ziel verpflichten, die Erderwärmung auf zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Wert zu begrenzen.

42 Grad Celsius und neun Zentimeter dicke Hagelkörner

„Schönen guten Abend, herzlich Willkommen, ich begrüße Sie hier zu Ihrem Wetter am 7. August 2050. Und der Sommer präsentierte sich bisher schon so, dass immer wieder Unwetter unterwegs waren und das ist auch heute wieder der Fall gewesen. Hier eine Superzelle, aufgenommen von Benedikt Schmidt aus Ingolstadt.“ So empfängt Sven Plöger, einer der bekanntesten Meteorologen im deutschen Fernsehen in einer fiktiven Wetterprognose für die 2050er Jahre.

KOMBO - Die vierteilige Bildkombo aus Archivfotos zeigt verschiedene Wetter-Situationen aus dem Sommer 2014. Einen Sonnenuntergang hinter dem Teufelsberg in Berlin (17.07.2014, im Uhrzeigersinn), eine überflutete Straße in Münster (Nordrhein-Westfalen, 28.07.2014), Blitze die über den Himmel bei Algermissen im Landkreis Hildesheim (Niedersachsen, 10.06.2014) zucken und eine Mädchengruppe die sich im Regierungsviertel in Berlin an einem Brunnen abkühlt (06.08.2014). Fotos: Daniel Bockwoldt/Philipp Seibt/Paul Zinken/Julian Stratenschulte/dpa (zu dpa «Bilanz des Sommers 2014: Juli war außergewöhnlich» vom 15.09.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Wetter-Situationen aus dem Sommer 2014: Sonnenuntergang hinter dem Teufelsberg in Berlin (17. Juli), überflutete Straße in Münster (28. Juli), Blitze bei Algermissen im Landkreis Hildesheim in Niedersachsen (10. Juni) und eine Mädchengruppe, die sich im Regierungsviertel in Berlin an einem Brunnen abkühlt (6. August). 

Foto: dpa

Temperaturen von 42 Grad Celsius und Hagelkorn-Durchmesser von sieben bis neun Zentimeter malt Plöger da an die digitale Studiowand. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) koordiniert die Kampagne, die mit Fernsehsendern in 14 Ländern kooperiert, um die Bevölkerung mit solchen fiktiven Wetterberichten für die lokalen Auswirkungen des Klimawandels zu sensibilisieren. Geht es mit den Emissionen des Treibhausgases Kohlendioxid so weiter wie bisher, drohen die globalen Durchschnittstemperaturen um mehr als vier Grad Celsius anzusteigen.

Mehr als 2600 Demonstrationen weltweit

Hunderttausende Menschen gingen am vergangenen Wochenende bei mehr als 2600 Demonstrationen in 156 Ländern der Erde für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen. So viel Mobilisierung für den Klimaschutz hat es bislang noch nie gegeben. Alleine in Melbourne wurden 30.000 Demonstranten gezählt. Die Australier kritisierten vor allem ihren Regierungschef Tony Abbot, der als erster eine eingeführte Kohlendioxid-Abgabe für große Energieverbraucher wieder abgeschafft hat.

Über 2,1 Millionen Menschen unterzeichneten bisher die Online-Petition

In London zogen Tausende durch die Innenstadt am Parlamentsgebäude vorbei, auch in Paris machten sich Tausende auf beim Marsch für das Klima. Koordiniert hat all die vielen Märsche für mehr Klimaschutz die im Jahre 2007 gegründete Organisation Avaaz, die sich selber als weltweite Bürgerbewegung versteht. Avaaz hat zudem eine Online-Petition zum Klimaschutz ins Internet gestellt, die bisher schon von mehr als 2,1 Millionen Menschen unterzeichnet wurden ist. Darin wird gefordert, den Ausstoß von Kohlendioxid allmählich auf Null zu senken. „Ich kann ganz ehrlich sagen, dass dies die wichtigste Petition ist, die wir je gestartet haben“, sagt Ricken Patel von Avaaz völlig unbescheiden.

„Mal schnell die Welt retten“

Etwa 10.000 Menschen folgten am Sonntag in Berlin dem Aufruf zur Straßen-Präsenz, der unter dem Motto „Mal schnell die Welt retten“ stand und forderten auf einer Kundgebung vor dem Brandenburger Tor verschärfte Klimaziele und einen Umstieg auf Erneuerbare Energien. Es dürfte den Politikern, die sich am Dienstag zu diesem Sondergipfel in New York einfinden, also gehörig in den Ohren klingeln von dem geballten Protest auf der Welt gegen die bisher so erfolglose weltweite Klimapolitik.

Angela Merkel kommt nicht zum Umwelt-Gipfel

Amerikas Präsident Barack Obama wird vor Ort sein, genauso wie der britische Premierminister David Cameron und der französische Präsident Francoís Hollande. Aber:

Eine Lichtprojektion ist am 17.09.2014 in Berlin am Abend auf der Fassade des Paul Löbe-Hauses zu sehen. Die Aktivisten der globalen Bürgerbewegung Avaaz fordern damit Bundeskanzlerin Merkel (CDU) auf, zum UN-Klimagipfel am 23.09.2014 nach New York zu reisen. Foto: Paul Zinken/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Lichtprojektion auf der Fassade des Paul Löbe-Hauses in Berlin: Die Aktivisten der globalen Bürgerbewegung Avaaz forderten damit Bundeskanzlerin Merkel (CDU) auf, zum UN-Klimagipfel am 23. September nach New York zu reisen. 

Foto: dpa/Paul Zinken

Anstelle von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird in New York Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) die deutsche Klima-Fahne hochhalten. Das Fehlen der einstigen Klimakanzlerin Merkel hat auch den neuen indischen Präsident Narendra Modi zu einer Absage bewogen. Auch China hat übrigens abgesagt.

300.000 Menschen in New York auf der Straße

Das größte Demo-Event fand in New York statt, wo am gestrigen Sonntag mehr als 300.000 Menschen auf die Straße gingen, um Taten statt Worte vor dem UN-Klimagipfel am Dienstag zu fordern. Zu der nach Angaben der Organisatoren „größten Klima-Demonstration aller Zeiten“ hatten sich auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, Hollywood-Star Leonardo di Caprio, der frühere US-Vizepräsident Al Gore und New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio angekündigt. „Ich bin überwältigt von solch einer Macht, Energie und Stimme der Menschen“, sagte Ban Ki Moon. „Der Klimawandel ist ein charakterisierendes Thema unserer Zeit und wir dürfen keine Zeit verlieren.“

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Von Detlef Stoller
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