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02.12.2014, 12:51 Uhr | 0 |

10.000 Delegierte Weltklimakonferenz in Lima ist zum Erfolg verdammt

Schon zu Beginn der am Montag begonnenen Weltklimakonferenz in Lima liegt der Vertragsentwurf auf dem Verhandlungstisch. Die 20. Klimakonferenz ist zum Erfolg verdammt, wenn in einem Jahr in Paris endlich ein verbindlicher Fahrplan für das Weltklima auf der Erde verabschiedet werden soll.

Demonstration des BUND vor dem Brandenburger Tor für mehr Klimaschutz
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Demonstration des BUND vor dem Brandenburger Tor für mehr Klimaschutz.

Foto: Matthias Balk/dpa

Der gescheiterte Gipfel von Kopenhagen im Dezember 2009 steckt den Delegierten in Peru noch in den Knochen. Mit leeren Händen und Ratlosigkeit flogen sie nach Hause. Jetzt in Lima in Peru soll alles besser werden. „2014 droht das heißeste Jahr in der Geschichte zu werden und die Treibhausgasemissionen nehmen weiter zu. Wir müssen dringend handeln“, mahnte UN-Klimasekretärin Christina Figueres in ihrer Eröffnungsrede des Gipfels.

10.000 Politiker, Aktivisten und Experten angemeldet

Zum Gipfel haben sich etwa 10.000 Politiker, Aktivisten und Experten angemeldet. Delegationen von 195 Staaten der Erde sind auf der mittlerweile 20. Klimakonferenz der Vereinten Nationen vertreten. Die Befunde sind klar. Erst vor vier Wochen hat der Weltklimarat seinen fünften Bericht vorgelegt: Es ist der Mensch, der dafür sorgt, dass es auf diesem Planeten wärmer wird, mit immer mehr Extremwetterereignissen.

„Eine echte Herausforderung“, sagt Figueres, wenn sie an die nächsten zwei Wochen Verhandlung in Lima denkt. Doch es gibt Bewegung im Klimapoker: So haben sich die Europäer Ende Oktober doch noch auf ein Klimaziel geeinigt: Bis 2030 will die EU ihre Kohlendioxid-Emissionen um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 verringern.

USA und China haben sich bewegt

Wichtiger noch: Die USA und China, bisher die größten Bremser im Klimaschutz, stehen plötzlich gemeinsam gegen die Erderwärmung. Im November kündigten die USA an, ihre CO2-Emissionen bis 2025 um 26 bis 28 Prozent im Vergleich zu 2005 zu reduzieren. Ein Riesenfortschritt. China blieb vager, verkündete aber immerhin, seine Treibhausgasemissionen ab spätestens 2030 reduzieren zu wollen.

epa04510909 Executive Secretary of the UN Framework Convention on Climate Change (UNFCCC), Christiana Figueres, delivers a speech during the opening of the the 20th United Nations Climate Change Conference (COP-20) at Lima, Peru, 01 December 2014. The 12-day UN conference in Lima will bring together 195 countries from 01 to 12 December 2014 to propose the guidelines for an agreement that is to be formally sealed a year later in Paris. EPA/PAOLO AGUILAR +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Eröffnung der Weltklimakonferenz der UNO in Lima durch UN-Klimasekretärin Christina Figueres: 10.000 Vertreter von 195 Staaten der Erde, von Organisationen und Bürgerinitiativen sind nach Lima gekommen.

Foto: Paolo Aguilar/dpa

„Wir haben eine grundlegend andere Situation, als wir sie vor Kopenhagen hatten“, sagt Karsten Sach, Deutschlands Chefunterhändler bei den Verhandlungen. Ein Paradigmenwechsel hat stattgefunden: Im Kyoto-Protokoll von 1997 hatte die Staatengemeinschaft im Vorfeld festgelegt, wie stark die Emissionen sinken sollen.

Aktionsplan Klimaschutz wird morgen im Kabinett verabschiedet

In Zukunft läuft es wohl anders herum: Jeder Staat gibt in den Prozess als nationalen Plan hinein, welche Reduktion für ihn machbar ist. Mit einem Bündel von Maßnahmen will die Bundesregierung laut Aktionsplan Klimaschutz zwischen 62 und 78 Millionen Tonnen an Kohlendioxid zusätzlich einsparen. Nur so kann Deutschland sein Ziel erreichen, bis 2020 die Emissionen von Treibhausgasen um 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Ab dem 9. Dezember will Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) an den Verhandlungen in Lima teilnehmen. Die Summe aller nationalen Pläne wird dann am Ende zeigen, wie der Anstieg der Treibhausgase begrenzt werden kann.

„Wir wissen jetzt schon, dass es nicht genügt“, sagt Christina Figueres. Deshalb soll es neben den nationalen Zielen eine regelmäßige Überprüfung geben. Noch will niemand das hohe Ziel der Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad aufgeben. Derzeit sieht es nicht gut aus, denn die Lücke ist riesig: Schon in den nächsten sechs Jahren bis 2020 emittieren die Staaten voraussichtlich zehn Gigatonnen Kohlendioxid mehr, als das Zwei-Grad-Ziel erlauben würde. Das hat die UN-Umweltorganisation UNEP errechnet.

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Von Detlef Stoller
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