07.11.2013, 14:30 Uhr | 0 |

UN-Klimabericht Neuer Rekord bei Konzentration von Treibhausgasen

Die Konzentration von Treibhausgasen, die die globale Erwärmung vorantreiben, hat im Jahr 2012 ein Rekordhoch erreicht. Nach einem Bericht der UN-Organisation für Meteorologie sind die klimaschädlichen Gase in der Atmosphäre so schnell gewachsen wie nie zuvor.

Qualmende Schornsteine
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Nach dem "Treibhausgas-Bericht" der World Meteorological Organization (WMO) hat der Anteil der Treibhausgase in der Atmosphäre 2012 ein neues Rekordhoch erreicht. Laut WMO hat der Erwärmungseffekt zwischen 1990 und 2012 um 32 Prozent zugenommen. Zu 80 Prozent sei dies auf Emissionen durch fossile Brennstoffe zurückzuführen. 

Foto: dpa/Patrick Pleul

Jedes Jahr legt die „World Meteorological Organization“ (WMO) der Vereinten Nationen einen Bericht über den Zustand unserer Atmosphäre hinsichtlich der sogenannten Treibhausgase vor. 50 Länder liefern Daten an das weltweite Datenzentrum für Treibhausgase (WDCGG) nach Japan, wo sie systematisch für den „Treibhausgas-Bericht“ analysiert werden.

Seit 1750 hat die CO2-Konzentration um 41 Prozent zugenommen

Nun macht die WMO auf eine äußerst beunruhigende Entwicklung aufmerksam: „Der Anteil der Treibhausgase in der Atmosphäre hat 2012 ein neues Rekordhoch erreicht.“ Zwischen 1990 und 2012 habe der Erwärmungseffekt um 32 Prozent zugenommen. Zu 80 Prozent sei dies auf Emissionen durch fossile Brennstoffe zurückzuführen. Kohlendioxid liegt hier an erster Stelle, aber auch andere langlebige und wärmespeichernde Gase wie Methan und das Stickoxid Lachgas tragen zur Erwärmung bei.

Laut Bericht ist die Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre von 2011 bis 2012 um 2,2 ppm (parts per million, Moleküle pro Millionen Teilchen) auf 393,1 ppm gestiegen. Damit liegt die Zunahme in dieser Zeit höher als der Durchschnitt der Zunahme in den vergangenen zehn Jahren (2,02 ppm). Die täglichen Messungen des Kohlendioxids hatten im Monat Mai sogar Wden Wert von 400 ppm überschritten.

Seit dem Beginn der industriellen Zeit um 1750 sei die weltweite durchschnittliche Konzentration von CO2 in der Atmosphäre um 41 Prozent gestiegen. Bei Methan liegt die Zuwachsrate bei 160 Prozent, die Lachgaskonzentration hat um 20 Prozent zugenommen.

„Diese Beobachtungen zeigen erneut, wie wärmespeichernde Gase, die durch menschliche Aktivitäten entstehen, die natürliche Balance unserer Atmosphäre durcheinander bringen und einen wesentlichen Beitrag zum Klimawandel darstellen“, sagte der WMO-Generalsekretär Michel Jarraud.

„Die Zeit ist nicht auf unserer Seite, wir müssen jetzt handeln“

„Das Ergebnis ist, dass sich das Klima verändert, das Wetter extremer wird, Gletscher schmelzen und Meeresspiegel steigen“, so Jarraud. „Wenn wir mit ‚business as usual‘ weitermachen, könnten die Temperaturen am Ende dieses Jahrhunderts um 4,6 Grad höher liegen als zu vorindustriellen Zeiten. Die Zeit ist nicht auf unserer Seite, wir müssen jetzt handeln.“

Allgemein hoffen Wissenschaftler, dass ein Temperaturanstieg um zwei Grad zu einem Klimawandel führen würde, dessen Folgen gerade noch beherrschbar sind. Dazu dürfte die CO2-Konzentration dem Weltklimarat IPCC zufolge den Wert von 450 ppm allerdings nicht überschreiten.

Gerade erst hatte auch das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) seinen Jahresbericht vorgelegt, der sich auf Daten von 44 wissenschaftlichen Gruppen aus 17 Ländern stützt. UNEP weist ebenfalls darauf hin, dass die Emissionen deutlich über dem Wert liegen, der notwendig wäre, um das sogenannte Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Bis 2020 dürften dazu jährlich eigentlich nicht mehr als 44 Gigatonnen Kohlendioxid ausgestoßen werden. UNEP zufolge sind es allerdings 59 Gigatonnen, wenn keine weiteren Maßnahmen unternommen werden. Und selbst wenn alle Staaten ihre freiwilligen Zusagen einhalten würden, wären es immer noch 52 Gigatonnen.
Die Warnungen der internationalen Organisationen kommen kurz vor der UN-Klimakonferenz, auf der vom 11. bis 22. November 2013 in Warschau ein neuer Weltklimavertrag vorbereitet werden soll. 

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Von Gudrun von Schoenebeck
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