05.12.2014, 10:00 Uhr | 0 |

WMO warnt Klimawandel: 2014 droht neuer Wärmerekord

2014 könnte das im globalen Durchschnitt wärmste Jahr seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnung Mitte des 19. Jahrhunderts werden. Damit würden 14 der 15 wärmsten Jahre im 21. Jahrhundert liegen, berichtet die Welt-Meteorologie-Organisation (WMO) aus Anlass des Klimagipfels in Peru. Die Folgen wie extreme Regenfälle oder Dürren würden immer deutlicher spürbar, heißt es.

20. UN-Klimakonferenz in Lima
Á

Die Teilnehmer der Weltklimakonferenz in Lima machen Pause – die globale Erderwärmung nicht. 

Foto: Helmut Reuter/dpa

„Es gibt keine Pause bei der globalen Erwärmung“, sagt WMO-Generalsekretär Michel Jarraud. Die Zahlen scheinen eindeutig: 2014 steuert auf einen neuen Wärmerekord zu, werde mit Sicherheit aber eines der wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen. „Was wir beobachten, passt genau zu unseren Erwartungen aufgrund des Klimawandels. Rekordhitze, verbunden mit sintflutartigen Regenfällen und Überschwemmungen, zerstörte in diesem Jahr Siedlungen und vernichtete Leben.“

In weiten Teilen Europas gab es in diesem Jahr zwar keine extremen Hitzewellen. Auffallend waren jedoch in einigen Regionen die gewaltigen Regenmengen, beispielsweise in Frankreich und Großbritannien.

Emissionen an Treibhausgasen steigen weiter

Für besonders beunruhigend hält die WMO die Tatsache, dass die Temperaturen in diesem Jahr über weiten Teilen der Ozeane besonders hoch liegen, und das auch auf der Nordhalbkugel. Dabei gab es 2014 gar nicht das Klimaphänomen El Nino, das alle paar Jahre für eine extreme Erwärmung des Wassers im Pazifik und entsprechend heftige Stürme sorgt.

ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein Thermometer, das Temperaturen von über 35 Grad anzeigt, wird am 19.07.2014 Karlsruhe (Baden-Württemberg) gegen die Sonne gehalten. Foto: Uli Deck/dpa (zu dpa «Weg zum UN-Klimavertrag in Paris 2015 - Zwischenstopp Lima» vom 27.11.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++
Á

In weiten Teilen Europas gab es in diesem Jahr zwar hohe Temperaturen, aber keine extremen Hitzewellen. Auffallend waren jedoch in einigen Regionen die gewaltigen Regenmengen, beispielsweise in Frankreich und Großbritannien.

Foto: dpa

Die WMO legt ihren Zwischenbericht zum laufenden Klimagipfel in Peru vor. Er soll einen neuen globalen Klimavertrag vorbereiten, der dann Ende 2015 in Paris beschlossen werden soll. Die immer noch weltweit massiv steigenden Emissionen an Treibhausgasen sorgten dafür, dass die Zukunft des Planeten immer unsicherer und unwirtlicher werde, sagte Jarraud.

Klimawandel in der Politik?

Basis für den neuen Vertrag, der auf das 2012 schon abgelaufene Kyoto-Protokoll folgen soll, ist die Klima-Rahmenkonvention der Vereinten Nationen, die bereits 1992 beim Erd-Gipfel in Rio beschlossen wurde. Die Exekutiv-Sekretärin der Konvention, Christiana Figueres, lässt angesichts des neuen Berichts keinen Zweifel daran, dass die Weltgemeinschaft handeln müsse: „Unser Klima verändert sich, und jedes Jahr wachsen die Risiken für extreme Wetterereignisse mit schweren Folgen für die Menschheit.“

Allerdings sieht sie auch einen „Klimawandel in der Politik“, die sich immer mehr auf eine bedeutsame Vereinbarung in Paris hinzu bewege. Zuletzt hatten die weltgrößten Emittenten USA und China erstmals die Bereitschaft zu einer Selbstverpflichtung zur Reduktion von Kohlendioxid angedeutet.

Ziel der globalen Klimapolitik soll sein, den Anstieg der Durchschnittstemperatur bis zum Jahr 2050 auf zwei Grad zu begrenzen. Nur so könnten nach Ansicht der meisten Forscher die Folgen in einem beherrschbaren Rahmen gehalten werden.

Anzeige
Von Werner Grosch
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden