12.04.2017, 10:50 Uhr | 0 |

Umweltschutz Dieses Getränk sagt Plastikflaschen den Kampf an

Forscher aus Großbritannien haben Trinkwasser transportfähig gemacht – ohne Plastik und ohne Glas. Einfach so. Als geleeartigen Ball.

Wasser ohne Plastikflasche
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Diese Kugel ist Trinkwasser für unterwegs - ohne Plastikmüll.

Foto: Skipping Rocks Lab

Plastikflaschen sind kein Problem mehr in Deutschland seit es Flaschenpfand gibt? Oh doch. Wie die Deutsche Umwelthilfe ermittelt hat, verbraucht jeder Deutsche im Schnitt 207 Einweg-Plastikflaschen im Jahr. Denn Einweg-Plastikflaschen sind das dominierende Packmittel für Getränke und haben einen Marktanteil von rund 54%. Und Plastik verschwindet nicht, es zerfleddert. Langsam und umweltschädlich auf unseren Weltmeeren.

Das Startup Skipping Rocks Lab aus London sagt der Plastikflasche nun den Kampf an. Die fünf Gründer haben eine Kugel entwickelt, die aus Trinkwasser besteht und wie ein geleeartiger Golfball aussieht. Ooho, wie sie ihr Produkt nannten, besteht aus Wasser und ist umwickelt mit einer Hülle aus Meeresalgen. Die Bio-Hülle wird vom Wasserbollen geschält und ist natürlich abbaubar, die handelsübliche Plastik- oder Glasflasche entfällt. Und die Herstellung der Braunalgenhülle soll auch noch günstiger sein als die von Plastikflaschen, so die Entwickler.

Sie schmeckt auch nicht nach Meer oder Alge, sondern vollkommen neutral. Die Briten weisen deshalb darauf hin, dass Geschmacksrichtungen selbstverständlich hinzugeführt werden können. Ebenso wie Farben. Also alles wie gehabt, einzig das Trinkerlebnis ist ein anderes. Denn Ooho ist eher ess-, denn trinkbar.

Derzeit wird die Wasserkugel auf Marathons getestet, wo üblicherweise massenhaft Einwegflaschen von den Läufern während der Strecke eingesammelt und am Wegesrand wieder abgeladen werden. Doch die Wasserkugel soll es auch in die Geschäfte schaffen und der erste Schritt dafür ist getan: Die Entwickler von Skipping Rocks Lab haben eine halbe Million Euro eingesammelt und damit ihr Finanzierungsziel erreicht – 24 Tage vor Ende der Crowdfunding-Kampagne.

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Von Lisa Schneider
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