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10.04.2014, 13:45 Uhr | 0 |

Daten der Polarstern Das Eis in der Antarktis schmilzt immer schneller

Die Schmelzrate des Eises im antarktischen Weddellmeer wird sich bis zum Ende dieses Jahrhunderts verzwanzigfachen. Zu diesem dramatischen Ergebnis kommt eine Simulation des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) aus Bremerhaven. Die Daten lieferte ein internationales Wissenschaftlerteam an Bord des deutschen Polarforschungsschiffs Polarstern. 

Am 13. April wird das Forschungsschiff Polarstern in Bremerhaven einlaufen
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Am 13. April wird die Polarstern in Bremerhaven einlaufen. Das Forschungsschiff war eineinhalb Jahre unterwegs. An Bord Forscher aus elf Nationen. 

Foto: Alfred Wegener Institut

Meereisphysik, Form und Beschaffenheit des Meeresbodens und Biologie waren Forschungsschwerpunkte der Expedition. Dabei halfen den Forschern auf der Polarstern einige Einheimische: Weddellrobben, die sie mit Sensoren und Funkgeräten ausgestattet hatten. Die unfreiwilligen Helfer ermittelten Salzgehalte und Wassertemperaturen unter den Eisschollen, die sich auf andere Art nicht ermitteln lassen. 

Schmelzrate des Eises wird sich bis Ende des Jahrhunderts verzwanzigfachen

Außerdem gewannen die Forscher Erkenntnisse über das Tauchverhalten der Tiere und die Wege, die sie bei der Nahrungssuche zurücklegten. Alle Daten wurden per Satellit direkt ans Alfred-Wegener-Institut gesendet, das den Beinamen Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung trägt. Dort machten die Forscher die erschreckende Erkenntnis: Bis zum Ende des Jahrhunderts wird sich die Schmelzrate des Eises im Weddellmeer verzwanzigfachen. 

Außer den Robben lieferten fest installierte Messgeräte auf großen Eisschollen eine Fülle von Daten, die ebenfalls direkt nach Bremerhaven geschickt wurden. Der Fokus lag auf der Ermittlung von Temperaturverteilungen im Wasser und unter dem Eis, regionalen Veränderungen des Salzgehalts und Wassertiefen sowie Meeresströmungen. Wertvolle Erkenntnisse lieferten auch Sensoren, die zwei Jahre lang Daten erfasst und gespeichert hatten und jetzt eingeholt und gegen neue ausgetauscht wurden.

Forscher untersuchen das Filchner-Ronne-Schelfeis

Die Arbeiten konzentrierten sich auf das Filchner-Ronne-Schelfeis im Süden des Weddellmeeres. Ziel der Arbeiten war die Erfassung und Verfolgung der sehr kalten Schmelzwasserfahne des Eises und ihre Vermischung mit wärmerem Wasser aus dem tieferen Weddellmeer. Die Forschungsergebnisse sind ein kleines Puzzleteilchen für das Gesamtbild der Klimaveränderungen auf der Erde und des großräumigen Wetters.  

„Diese Expedition war die erste in einer Folge weiterer Polarstern-Fahrten, um den Ist-Zustand des Systems Filchner-Ronne-Schelfeis zu verstehen und die Wassermassen vor und unter dem Schelfeis zu vermessen. Dann vergleichen wir sie mit den wenigen historischen Daten und können so die gerechneten Modelle überprüfen“, sagte der Leiter der hydrographischen Arbeitsgruppe an Bord, Michael Schröder vom AWI.

Polarstern fährt am 13. April in Bremerhaven ein 

Eineinhalb Jahre war die Polarstern mit Forschern aus elf Nationen an Bord unterwegs. Sie legte dabei 120.000 Kilometer zurück, das entspricht dem Dreifachen des Erdumfangs am Äquator. Am 13. April wird sie in Bremerhaven zurückerwartet. Nach einem Wartungs- und Reparaturaufenthalt in der Lloyd-Werft läuft sie Mitte Mai wieder aus in Richtung Antarktis.

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Von Wolfgang Kempkens
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