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09.10.2015, 13:44 Uhr | 0 |

Geschäftsidee von Ingenieuren Berliner Start-up ReBeam ist für Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert

Sie reparieren alte Beamer, die das Wohnzimmer zum Heimkino machen. Klingt nicht sonderlich aufregend. Trotzdem hat ein Berliner Start-up es geschafft, mit dieser Geschäftsidee für den renommierten Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert zu werden. Jetzt hofft ReBeam auf den Titel „Deutschlands nachhaltigste KMU“.

Heimkino
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Beamer und Projektoren fürs Heimkino bietet das Berliner Start-up ReBeam an. Das Besondere: Alte Geräte werden angekauft, auf Vordermann gebracht und günstig weiterverkauft. 

Foto: Thomson/dpa

Auf den ersten Blick wirkt die Geschäftsidee von Dipl.-Ing. Jonas Huber und Dipl.-Ing. Jan Schulte aus Berlin-Kreuzberg etwas angestaubt. Zusammen haben sie 2009 die Firma ReBeam gegründet, die alte oder defekte Beamer aufkauft, repariert und dann wieder verkauft. Mit dieser Geschäftsidee überzeugten die ReBeam-Gründer die Jury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises, die das kleine Berliner Start-up nun in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste KMU“ nominiert.

„Gegenentwurf für die Branche“

„Die ReBeam GmbH hat als junges KMU mit mutiger Vision, klarem Fokus und besonderer Konsequenz Nachhaltigkeit in einer konkreten Elektronikwertschöpfungskette erfolgreich umgesetzt. Damit entwirft das Unternehmen einen Gegenentwurf für die Branche und zur Wegwerfgesellschaft, um Nutzungsraten zu erhöhen und Elektronikkreisläufe stärker als bisher zu schließen“, begründet die Jury ihre Entscheidung.

11.000 Beamer aufbereitet

Die Zahlen von ReBeam können sich sehen lassen. Jeder aufbereitete Projektor erspart der Umwelt 60 kg Kohlendioxid, verglichen zur Neuproduktion. Seit 2009 haben die Berliner Ingenieure bereits 11.000 Beamern zu einem zweiten Leben verholfen. Dadurch wurden im Vergleich zur Neuproduktion rund eine Million kg Kohlendioxid eingespart.

85 % der angekauften Projektoren werden als aufbereitete Beamer wieder verkauft. Zum Teil kosten die Projektoren nur 20 % der vergleichbaren Neuware. Alle Beamer haben eine Gewährleistung von mindestens zwölf Monaten. 10 % der angekauften Beamer dienen als Ersatzteilspender, nur 5 % gehen direkt zum Recyclinghof.

Intelligente Kundenbindung

Die 15 Mitarbeiter des Berliner Start-ups betreiben eine intelligente Art der Kundenbindung: ReBeam bietet eine unabhängige Modellberatung, stellt Ferndiagnosen über das Telefon, gibt Tipps zur Pflege über YouTube-Videos. ReBeam punktet so mit einer sehr geringen Reklamationsrate und einer hohen Kundenzufriedenheit. Das funktioniert: ReBeam hat seinen Umsatz in den letzten drei Jahren gleich um das Zehnfache auf 1,25 Millionen € gesteigert.

Kostenlose Abholung von zu Hause

Das liegt auch an der einfachen Abwicklung: Über eine Ankaufplattform können Kunden aus ganz Europa ihren gebrauchten Beamer in Zahlung geben. Direkt nach Eingabe von Hersteller, Modell und Zustand des Gerätes spuckt die Plattform den Ankaufpreis aus.

Bequem geht es weiter. Der Transportdienstleister UPS holt den Beamer zum Wunschtermin kostenlos beim Kunden zu Hause ab. Und nur drei Werktage nach Überprüfung des Projektors bekommt der Kunde sein Geld.

„Gegenbewegung zur Wegwerfgesellschaft“

Die Berliner Ingenieure investieren viel Herzblut: „Wir haben den ganzheitlichen Anspruch, in unserem professionellen und privaten Umfeld eine Gegenbewegung zur Wegwerfgesellschaft zu schaffen“, sagt Geschäftsführer Dipl.-Ing. Jonas Huber. „Spaß an der Technik hat für uns nichts damit zu tun, jedes Jahr ein neues Gerät zu kaufen und Technik zu konsumieren – Spaß an der Technik bedeutet für uns, den vorhandenen Produkten ein neues Leben zu geben.“

Preisverleihung am 27. November 2015

Zwei weitere Unternehmen sind nominiert für den Preis als „Deutschlands nachhaltigste KMU“. Das ist zum einen die Bohlsener Mühle, ein Hersteller von Cerealien, Cracker, Dauergebäck und Backwaren. Und das ist zum anderen die Firma Mader, die sich auf Druckluft und Pneumatik spezialisiert hat. Am 27. November 2015 ist im Maritim-Hotel in Düsseldorf die feierliche Preisverleihung. 

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Von Detlef Stoller
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