07.02.2015, 09:39 Uhr | 0 |

Tests in den USA YouTube lässt Zuschauer Kameraperspektiven wählen

Beim weltgrößten Online-Videoportal YouTube können Nutzer zukünftig verschiedene Kameraperspektiven wählen. In einer Konzertaufnahme der Musikerin Madilyn Bailey steht die Funktion schon jetzt zum Test bereit. Bislang ist sie aber auf die USA beschränkt.

Der Zuschauer kann bei einem Konzertvideo von Madilyn Bailey die Kameraperspektive frei wählen
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Der Zuschauer kann bei einem Konzertvideo von Madilyn Bailey die Kameraperspektive frei wählen – über kleine Vorschau-Kästchen am rechten Bildrand. Ob das Feature auch nach Deutschland kommt, ist unklar.

Foto: YouTube/Madilyn Bailey

Was bei manchen Spielfilmen auf DVD schon knapp vor der Jahrtausendwende möglich war, testet YouTube nun an einem Onlinevideo: Unter dem Titel Interactive Experience bietet das Google-Unternehmen in einem seiner Clips die Möglichkeit, zwischen vier Kameraperspektiven zu wechseln. Das Testvideo – eine Aufnahme der Musikerin Madilyn Bailey während eines Auftritts – zeigt am rechten Rand vier kleine Vorschau-Rechtecke zur Auswahl der jeweiligen Kameraperspektive. Der Wechsel zwischen den Perspektiven ist entweder per Mausklick möglich, aber auch über die Pfeiltasten sowie die Ziffern eins bis vier.

Im Fall des Testvideos zeigt Kameraperspektive eins eine Frontalsicht auf die Musikerin mit ihrer Gitarre. Ein Wechsel auf Einstellung zwei bietet dem Betrachter einen Blick auf die Fingerfertigkeiten Madilyn Baileys an ihrem Instrument. Die Perspektiven drei und vier sind im Wesentlichen moderate Kameraflüge über das Publikum. Mal mehr, mal weniger weit von der Bühne entfernt.

Gibt es einen wirklichen Mehrwert?

Fest steht: Das Ganze funktioniert – und das auch einigermaßen ruckelfrei. Es drängt sich aber auch der Gedanke auf, dass YouTube hier eine Sache größer verkaufen will als sie tatsächlich ist.

Ob das Feature des multiperspektivischen Zuschauens einer Konzertaufnahme einen Mehrwert verleiht oder nicht, ist letztendlich eine Frage des Geschmacks. Durchaus sinnvoll sein könnte die Sache zum Beispiel bei Produktvideos.

Einführung in Deutschland ungewiss

Aber gerade bei letzteren wären wohl 360-Grad-Videos die kompromisslosere Variante. Bereits auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas im Januar wurde bekannt, dass YouTube irgendwann offenbar auch diese Rundum-Videos ermöglichen möchte. Wann und ob tatsächlich, ist aber noch unklar. Bislang gestattet es YouTube nur Nutzern aus den USA, Videos mit mehreren Blickwinkeln hochzuladen. Ob und wann das Ganze international ausgeweitet werden soll, ist noch nicht bekannt.

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Von Jan-Martin Altgeld
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