13.11.2014, 15:16 Uhr | 0 |

Internet für alle SpaceX-Chef Musk will 700 Kommunikationssatelliten ins All schicken

Tesla-Chef Elon Musk will ein weltumspannendes Netz zur Versorgung aller Menschen mit Internet aufbauen. Google und Facebook wollen das auch. Ein britisches Unternehmen ist schon weiter. Es betreibt bereits acht Satelliten für die Versorgung von Afrika.

SpaceX-Chef Elon Musk
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SpaceX-Chef Elon Musk hat ein neues Projekt angekündigt: Er will die mit 115 Kilogramm kleinsten und leichtesten kommerziellen Satelliten der Welt entwickeln. Sie sollen das Internet auch in entlegenste Regionen bringen.

Foto: dpa

Rund vier Milliarden Menschen vor allem in den ärmeren Staaten Asiens und in Afrika haben keinen Breitbandzugang zum Internet. Nachdem Facebook und Google Pläne vorgestellt haben, mit Ballons und unbemannten Flugzeugen, deren Motor mit Solarstrom angetrieben wird, selbst die entlegensten Gebiete der Erde mit einem Internetzugang zu versorgen, setzt Elon Musk jetzt noch eins drauf. Der Tesla-Motors- und SpaceX-Gründer will bis zu 700 Kleinsatelliten ins All schießen, die die Welt ans Internet anbinden sollen. Das Wallstreet Journal, das die Pläne bekanntmachte, schätzt die Kosten auf mehr als eine Milliarde Dollar. Es können auch zwei oder noch mehr sein.

Das Projekt erinnert an Iridium, das Satellitenkommunikationssystem, das der US-Konzern Motorola 1998 fertigstellte. Es besteht aus 66 Satelliten, über die man mit Spezialtelefonen kommunizieren kann. Zwei Jahre später musste das eigens zu diesem Zweck gegründete Tochterunternehmen Konkurs anmelden.

Satelliten sollen leicht und billig sein

Iridium kostete rund fünf Milliarden Dollar. Eine solche Kostenexplosion wollen Musk und sein Partner Greg Wyler, Chef des Unternehmens WorldVu Satellites, das sich einen großen Block an Frequenzen gesichert hat, vermeiden. Deshalb wollen sie die kleinsten und leichtesten kommerziellen Satelliten der Welt entwickeln. Die sollen nur 115 Kilogramm wiegen. Das reduziert die Transportkosten ins All, den natürlich Musks Unternehmen SpaceX übernehmen will.

Dessen kommerzielle Rakete Falcon 9 hat bereits eine Reihe von erfolgreichen Missionen hinter sich. Die bisher kleinsten kommerziellen Satelliten bringen mehr als doppelt so viel auf die Waage. Außerdem wollen die Partner den Preis der neu zu entwickelnden Satelliten auf unter eine Million Dollar drücken. Das ist weniger als die Hälfte dessen, was die bisher billigsten Satelliten kosten.

Teile von Afrika werden schon versorgt

Wyler ist auch Gründer und nach seinem Ausscheiden größter Aktionär des britischen Unternehmens O3b Networks, das sich auf Kommunikationssatelliten spezialisiert hat und von Google mitfinanziert wird. O3b betreibt bereits acht jeweils 700 Kilogramm schwere Satelliten, die in einer Höhe von 8000 Kilometern über der Erde schweben. Im Dezember sollen vier weitere folgen, 2015 dann die letzten vier. Sie bieten Menschen in abgelegenen Regionen, vor allem in Äquatornähe, einen Breitbandzugang ins Internet. Die Satelliten baut Thales Alenia Space. Bisher nutzen den Dienst offenbar nur Unternehmen, staatliche Stellen und Telekomgesellschaften. Die Kosten sind nicht veröffentlicht. 

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Von Wolfgang Kempkens
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