18.03.2015, 15:11 Uhr | 0 |

Spartan ersetzt IE Abschied vom Internet Explorer: Microsoft will Browsermarkt aufmischen

Ade IE: Der Internet Explorer verschwindet mit der Markteinführung des neuen Betriebssystems von Microsoft. Sein Nachfolger hat noch keinen echten Namen und hört derzeit auf den Codenamen Spartan. Der Neue soll schlanker, schneller und auch effizienter sein.

Screenshot des neuen Windows-Browsers Spartan
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Screenshot des neuen Windows-Browsers Spartan: Er soll im Vergleich zum Internet Explorer deutlich mehr Funktionen haben und sogar über eine Sprachsteuerung verfügen.

Foto: dpa/Microsoft

Spartan soll es also richten und das Desaster um den Internet-Explorer des IT-Giganten Microsoft in eine ruhmreichere Ära führen. Spartan ist dabei zunächst nicht viel mehr als ein Codename für den vollkommen runderneuerten Browser, mit dem Microsoft seine Nutzer ab Sommer im Internet surfen lassen möchte. Dann kommt Windows 10 auf den Markt und damit endet die zwanzigjährige Ära des glücklosen Internet Explorers.

Nach der Jahrtausendwende war der IE der Platzhirsch im Internet

Im Sommer 1995 veröffentlichte Microsoft den Internet Explorer 1 und ging damit in direkte Konkurrenz zum damals dominierenden Browser Netscape Navigator. Zunächst erfolgreich: Im Jahre 2001 gewann Microsoft den unter dem Namen Browserkrieg geläufigen Konflikt, indem es seinen Internet Explorer in das Betriebssystem Windows integrierte und seinen weltweiten Marktanteil auf etwa 90 Prozent ausbaute. Netscape verschwand beinahe vollständig vom Markt, der Explorer von Microsoft war nunmehr der Platzhirsch beim Surfen im Internet.

Doch zahlreiche Sicherheitslücken kratzen am Image des Internet Explorers, dessen Marktanteil heute weltweit nur noch bei etwa 20 Prozent liegt. Inzwischen warnte sogar die US-Regierung vor der Benutzung des Internet Explorers. Ein beispielloser Absturz. Heute surfen die User vor allem mit Chrome, Firefox, aber auch Safari von Apple und Opera im Netz. Nun zieht Microsoft die Reißleine, gönnt dem Internet Explorer nach 20 Jahren den Ruhestand und lässt Spartan an den Start gehen. Eine Version 12 des Internet Explorers wird es somit definitiv nicht geben.

Spartan erlaubt direkte Manipulation des dargestellten Inhalts

Einige Funktionen des neuen Browsers lassen aufhorchen. So erlaubt der Browser eine direkte Manipulation des dargestellten Inhaltes. Beispielsweise lassen sich relevante Texte mit einem Ditgitzer-Stift einkreisen. Die so markierten Blöcke können dann mit einem Clipping-Tool und der Teilen-Funktion von Windows 10 als Ausschnitt der Webseite an andere verschickt werden. Das vereinfacht die Konzentration auf das Wesentliche doch ganz erheblich. Es soll so auch möglich sein, dass mehrere Teilnehmer einer Gruppe gemeinsam Anmerkungen zu einer Webseite machen.

A photoilustration shows a computer screen with the Internet Explorer browser logo and internet web sites. Like it or not, the Internet Explorer (IE) from Microsoft is still controlling the browser market. This means that many people spend much time every day using it, and many face problems they wanted to solve. Photoilustration: Simon Chavez/dpanull [ Rechtehinweis: usage worldwide, Verwendung weltweit ]
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Der Internet Explorer wird nach 20 Jahren eingestellt. Er hatte in der Frühzeit des Internets den beherrschenden Netscape Navigator in kürzester Zeit aus dem Markt gedrängt.

Foto: Simon Chavez/dpa

Spartan soll auch deutlich übersichtlicher werden. Ähnlich wie in heutigen Konkurrenz-Browsern können Nutzer offene Browser-Tabs nach eigenen Kriterien zu Gruppen zusammenfassen. So kann der Nutzer recht einfach zum Beispiel private Webseiten von beruflich genutzten Webseiten separieren oder auch thematisch zusammengehörige Webseiten in einer Gruppe zusammenfassen. Das Ziel ist es, möglichst viele Tabs im Browser geöffnet zu haben, ohne den Durchblick zu verlieren.

Im Internet surfen per Sprachbefehl

Zudem wird die Sprachassistentin Cortana als intelligente Suchmaschine Bestandteil des neuen Browsers. Bei der Suche nach einem Restaurant kann Cortana beispielsweise die Speisekarte direkt bereitstellen oder auch die notwendigen Informationen für eine Reservierung.

Durch diese Verknüpfung wird Spartan weit mehr werden als ein reines Anzeigesystem von Inhalten im Netz. Spartan wird damit zum Werkzeug. Und das Surfen im Netz wird mit der Cortana-Verknüpfung wohl deutlich komfortabler. Denn Cortana ermöglicht es dem Nutzer, das Internet per Sprachbefehl zu durchsuchen. Endloses Tippen entfällt.

„Wir werden weiterhin den Internet Explorer haben“

Klar scheint aber auch: „Wir werden weiterhin den Internet Explorer haben.“ Das sagte Microsoft-Marketing-Chef Chris Capossela dem Internet-Magazin „The Verge“. Damit ist wohl gemeint, dass der Internet Explorer in einigen Versionen von Windows 10 aus Gründen der Unternehmens-Kompatibilität enthalten sein wird. Denn manche Unternehmensanwendungen laufen nur auf dem Browser von Microsoft. Und diese Kunden will der Konzern wohl nicht vor den Kopf stoßen.

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Von Detlef Stoller
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