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24.10.2016, 07:29 Uhr | 0 |

Tageslicht-Simulation per LEDs Mit Licht 1 wird die Leuchtstoffröhre smart und salonfähig

Weniger ist mehr – jedenfalls beim Design dieser Lampe. Sie sieht aus wie eine klassische Neonröhre, erzeugt aber ein deutlich angenehmeres Licht und spart dabei noch Energie. Bequem per App bedienen lässt sie sich auch noch. Die Zielgruppe ist so begeistert, dass eine Crowdfunding-Aktion bereits nach wenigen Stunden das benötigte Kapital eingebracht hat. 

Licht 1 von von Kiën
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Licht 1 von  Kiën: Diese Lampe kann mehr, als ihr reduzierter Look vermuten lässt. 

Foto: Kiën

Licht 1 heißt die Lampe, die das Berliner Startup Sygns als erstes Produkt ihrer neu gegründeten Marke Kiën auf den Markt gebracht hat. Der Name ist an Schlichtheit kaum noch zu überbieten – und genau das ist Programm. Das Design der Lampe erinnert nämlich frappierend an eine Leuchtstoffröhre, von denen unzählige Exemplare kaltes und liebloses Licht in Lagerhallen, Garagen, Werkstätten und an sonstige Stellen gebracht haben. Doch der Schein trügt buchstäblich. Diese Lampe kann mehr, als ihr reduzierter Look vermuten lässt.

Stufenlos regelbar von „Glühbirne“ bis „Tageslicht“

Anders als ihre Design-Vorbilder arbeitet Licht 1 nicht mit Neon-Gas, sondern erzeugt ihre Helligkeit mithilfe von energiesparenden Midpower-LEDs – übrigens aus deutscher Produktion. Diese sind auf der Platine der Lampe in zwei Reihen angeordnet, die unterschiedlich stark leuchten können. Damit ermöglichen die Erfinder einen stufenlosen Übergang zwischen den Extremen 2700 Kelvin – dem warmen Schein einer Glühbirne – und 5000 Kelvin, was neutralem Tageslicht entspricht. Auf diese Weise kann der Nutzer die Beleuchtung genau nach seinen Wünschen regulieren – egal ob für einen Wohnraum oder für den Arbeitsplatz.

Dass das jeweils perfekte Licht unmittelbare Auswirkungen auf den Biorhythmus des Menschen hat, ist mittlerweile allgemeiner Konsens. Dementsprechend legten die drei Gründer von Sygns viel Wert darauf, dass sich das Licht an jede Tagessituation anpassen lässt. Es unterstützt sowohl Ruhephasen als auch die Produktivität und ermöglicht ermüdungsfreies Sehen, so die Erfinder. Letzteres werde zum Beispiel dadurch erreicht, dass Räume zwar gleichmäßig ausgeleuchtet sind, ein Zusammenspiel von Licht und Schatten dem Auge dennoch Anhaltspunkte gibt. Außerdem werde ein Farbwiedergabeindex (CRI) von über 90 erreicht.

Bedienung per App

Die Intensität und die Lichtfarbe von Licht 1 kann jeder Nutzer selbst über eine entsprechende App regeln, die es für iOS, Android und Windows gibt. Das funktioniert sogar für einzelne Leuchten eines ganzen Verbunds, zum Beispiel im Büro. Auch auf den Smarthome-Controller Nuimo von Senic reagiert die Lampe. Und wenn der Akku leer ist oder das Smartphone gerade ausnahmsweise mal zum Telefonieren benutzt wird, reicht auch ein herkömmlicher Lichtschalter – der kann dann aber nur Ein und Aus. 

Das Neonröhren-Design täuscht nicht nur in Anbetracht der technischen Features, sondern auch, was Fertigung und Material betrifft. Die drei Köpfe hinter Sygns – Produktdesigner Markus Mai und die Neon-Schriftzugexperten Nils Lehnert und Anthony Genillard – haben sich nach langen Überlegungen bewusst für eine extrem reduzierte Form entschieden, die gleichzeitig als eigenständige Pendelleuchte funktioniert. Herausgekommen ist diese röhrenförmige Lampe in den Längen 60, 100 und 140 cm mit einem Durchmesser von 4 cm und aus drei unterschiedlichen Materialien.

Drei Varianten: Aluminium, Holz oder Beton

Die wiederum sind durchaus spannend und wirken alles andere als lieblos oder gar billig: Neben pulverbeschichtetem Aluminium gibt es noch die Variante „dünne Eichen- oder Nussholzschichten auf Metallkern“ und „Beton“ – Industriebeton, der in eine Form gegossen und zur Verhinderung von Brüchen verstärkt wird. Auch diese Komponenten stammen ebenso wie die LEDs aus deutscher Fertigung.

Die Stromzufuhr regelt ein Baldachin aus dem jeweils selben Material, der an der Zimmerdecke oder der Wand befestigt wird. Ein Plug – Stecker, Griff und Abschluss der Lampe – leitet die Energie ohne freiliegende Kabel. Gleichzeitig kann man damit mehrere Lampen verbinden. Diese Komponente aus dem 3D-Drucker haben sich die Macher übrigens extra patentieren lassen.

Crowdfunding war mehr als erfolgreich

Mit Licht 1 haben die drei Berliner ganz offenbar den Nerv ihrer Zielgruppe getroffen. Nachdem sie die Lampe im September auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin und bei der Design Junction in London präsentiert hatten, starteten sie am 18. Oktober eine Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter. 50.000 Euro wollten sie sammeln, um die Serienproduktion zu ermöglichen und den Markteintritt vorzubreiten. Dieses Ziel hatten sie bereits am Folgetag erreicht, die Produktion ist also gesichert. Einen Tag später stand der Zähler kurz vor dem Zweifachen – und die Kampagne läuft noch bis zum 23. November.

Unterstützer können sich unterschiedliche Varianten von Licht 1 zum Sonderpreis sichern. Erhältlich werden die Lampen dann voraussichtlich ab Frühjahr 2017 sein. Anders als die Form erinnert der voraussichtliche Preis nicht gerade an eine Neonröhre: Den Angaben auf der Kickstarter-Projektseite zufolge geht es bei etwa 800 Euro für die 60-cm-Variante los. 

Ganz viel Licht: Einen Blick auf 50.000 LEDs in der Wüste können Sie hier genießen.

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Von Judith Bexten
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