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01.09.2016, 10:53 Uhr | 0 |

Per Knopfdruck bestellen Amazon kommt jetzt bis ins Badezimmer der Kunden

Total bequem? Oder nur der nächste Schritt zum gläsernen Kunden? Kunden des Internethändlers Amazon können jetzt auch in Deutschland „Dash“-Buttons ordern, um Zahnpasta, Rasierklingen, Waschmittel oder Katzenfutter mit nur einem Knopfdruck nachzubestellen – am nächsten Tag ist die Lieferung da.

Dash-Buttons von Amazon im Badezimmerschrank
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Amazon im Kosmetikschrank: Zeit für neue Zahnpasta? Einmal auf den Dash-Button mit Oral-B-Signatur gedrückt und schon bringt der Postbote sie am nächsten Tag vorbei. 

Foto: Amazon

Ups, der Kaffee ist aus. Und der Klamottenberg ist riesig, aber kein Waschpulver nirgends. Schlimmer noch: Das Toilettenpapier geht zur Neige.. Jetzt müsste man schnell in den Laden gehen oder ins Internet, um die Sachen nachzukaufen. Viel einfacher soll das in Zukunft sein, verspricht Amazon.

Der Versandhändler führt den seit einem Jahr in den USA schon erhältlichen „Dash“-Button nun auch in Deutschland ein. Das ist ein physischer Knopf in der Größe eines Einwegfeuerzeugs, den man zum Beispiel in der Küche aufhängen oder direkt an die Waschmaschine pappen kann. Man kauft das Ding für 4,99 Euro und synchronisiert es per App mit dem Smartphone. Drückt man den Knopf kommt am nächsten Tag der Paketbote mit der Lieferung vorbei. Der Kaufpreis für den Button wird mit der ersten Order verrechnet.

Unsinnige Massenbestellungen werden erkannt

Für jedes Produkt gibt es einen eigenen Button. Das bedeutet einerseits, dass man die Wlan-Minigeräte in der ganzen Wohnung verteilen muss – fürs Erste machen 20 Anbieter bei „Dash“ in Deutschland mit. Andererseits ist nur so möglich, was Amazon als die große Bequemlichkeit anpreist: ein Klick, fertig.

Zwei Klicks hieße dann aber schon: Die Ware kommt doppelt. Dass nun aber die Kinder beim Spielen mal eben 1.000 Pakete Waschpulver ordern, soll ausgeschlossen sein, weil das System unrealistische Bestellungen erkennt und löscht. Außerdem gibt es eine Schutzfunktion, die jede weitere Bestellung sperrt, solange die letzte nicht geliefert wurde.

Auf dem Weg zum smarten Haushalt

Nach der Einführung in den USA im Frühjahr 2015 schien „Dash“ zunächst nicht sehr erfolgreich. In den vergangenen Monaten soll die Zahl der Bestellungen sich aber verdreifacht haben. Von zweien pro Minute spricht der Onlinehändler derzeit. Ob das als viel gelten kann? Jedenfalls sieht sich Amazon ermutigt, das System auch im deutschen Markt zu testen.

„Dash“ ist ohnehin nur ein Schritt auf einem weiteren Weg: Hersteller wie Bosch oder Samsung arbeiten längst an Geräten, die den Nachfüllbedarf selbst erkennen und automatisch die Order rausgeben. Das kann vor allem bei Geräten wie Druckern sinnvoll sein, die ja sowieso den Füllstand der Patronen registrieren. Und Amazon will auf der Basis solcher Smart-Home-Technologie zum Rundumversorger werden.

Einige Kritikpunkte am System

Ob „Dash“ hierzulande Erfolg haben wird, bleibt indes abzuwarten, denn die Liste der häufig geäußerten Kritikpunkte ist lang: Erstens sieht der Kunde den aktuellen Preis für das bestellte Produkt erst, wenn er die Bestätigung auf sein Smartphone erhält – unangenehme Überraschungen inklusive. Zweitens muss er wirklich für jedes Produkt einen eigenen Button haben – will er das Waschmittel wechseln, muss er einen neuen kaufen. Drittens muss man Premiumkunde sein, also „Amazon Prime“ für 49 Euro im Jahr gebucht haben. Schließlich viertens: Wer trotzdem spontan begeistert ist von „Dash“, kann die Buttons zwar schon bestellen, bekommt aber aktuell dann die Ansage: „Gewöhnlich versandfertig in 7-9 Wochen.“

Und so richtig spannend wird es eigentlich sowieso erst, wenn noch viel schneller per Drohne geliefert werden kann – woran Amazon ja vordringlich arbeitet.

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Von Werner Grosch
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