02.07.2014, 12:28 Uhr | 0 |

Entwicklung des KIT Gestengesteuerter Roboter Fifi erleichtert die Lagerarbeit

Er ist rot, kann seinen Hals strecken und bis zu 300 Kilogramm auf seinem platten Kopf transportieren: der Roboter FiFi, eine Entwicklung Karlsruher Ingenieure. Er folgt Lagerarbeitern auf Schritt und Tritt und reagiert auf deren Gesten. 

Roboter Fifi reagiert auf Gestensteuerung
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Mit den Händen kann der Bediener Fifi dazu veranlassen, den Hals zu strecken. Während die kleine Version 30 Kilogramm heben kann, wuchtet der große Bruder 300 Kilogramm in die Höhe. 

Foto: KIT

FiFi ist kein Hund, wie man vermuten könnte. Trotzdem läuft er bei Fuß. FiFi ist ein rollender Roboter, der Gesten versteht. Weist die Hand des Benutzers nach links, rollt er in diese Richtung. Wenn beide Hände eine Art Abwehrhaltung signalisieren, bleibt er stehen und wartet geduldig auf neue Anweisungen. Forscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben den kleinen roten Roboter entwickelt.

Fifi lässt sich ganz ohne Berührung steuern

Die menschlichen Gesten erfasst eine Kamera an Bord des roten Helfers. Ein Bildverarbeitungssystem wertet sie aus. Darauf basierend erhalten die Fahrmotoren entsprechende Marschbefehle. FiFi gehorcht allerdings nur Menschen, die er kennt. Fremde können ihn nicht vom Kurs abbringen. „Mit FiFi haben wir ein Assistenzsystem entwickelt, das den Menschen in seiner direkten Umgebung unterstützt und berührungslos steuerbar ist“, sagt Projektleiter Andreas Trenkle vom KIT. Der elektrische Laufbursche soll vor allem dort eingesetzt werden, wo Lasten zu transportieren sind.

Bisher gibt es zwei Versionen. Die kleinere, die am KIT selbst gebaut worden ist, schafft Lasten von bis zu 30 Kilogramm. Sie kann beispielsweise in Ersatzteillagern eingesetzt werden. Ein Mitarbeiter sammelt laut Auftrag das benötigte Material ein und legt es in eine Kiste auf Fifis Plattform, deren Höhe sich verstellen lässt. Wenn der Weg zum Ziel mit einer weißen Linie markiert ist, genügt ein Fingerzeig und der Roboter folgt ihr, bis sie endet. Auf die gleiche Art kehrt er an seinen Arbeitsplatz zurück. Laserscanner tasten dabei stets die Umgebung ab, um zu verhindern, dass er mit Menschen, achtlos abgestellten Kartons oder gar mit Seinesgleichen kollidiert.

Der große Fifi kann 300 Kilogramm stemmen

Eine größere Version hat Bär Automation aus Gemmingen bei Heilbronn nach KIT-Plänen gebaut. Der große Fifi schleppt Lasten von bis zu 300 Kilogramm. Wenn mehrere Teile transportiert werden müssen, kann sogar ein Anhänger angekoppelt werden.

Praxistests waren so erfolgreich, dass das System von Bär Automation jetzt auf den Markt kommen soll. Fifi könne auch dazu beitragen, Arbeitsplätze altersgerecht zu gestalten, sagt Trendle. Wichtig in einer Zeit, in der das Rentenalter weiter nach hinten rückt. Die Preisgestaltung ist noch nicht abgeschlossen.

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Von Wolfgang Kempkens
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