12.04.2013, 10:59 Uhr | 0 |

Automation GMA auf dem Weg zu Industrie 4.0

Industrie 4.0 ist das Stichwort, mit dem Aktivitäten zur Smart Factory, zu Cyber Physical Systems oder zum Internet der Dinge eng verbunden sind. "Das sind unsere aktuellen Themen", umreißt Dieter Westerkamp, Geschäftsführer der VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik, den Arbeitsbereich.

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Industrie 4.0 ist nur eins der Themen,  mit denen sich die VDI/VDE-Gesellschaft für Mess- und Automatisierungstechnik (GMA) derzeit intensiv beschäftigt.

Foto: dpa

Die Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik (GMA) koordiniert alle Aktivitäten des VDI und des VDE im Bereich der Mess- und Automatisierungstechnik sowie den optischen Technologien. "Wir sind das Forum für die Personen, die auf diesen Gebieten tätig sind", beschreibt Dieter Westerkamp, Geschäftsführer der VDI/VDE-GMA, den Anspruch der Fachgesellschaft.

Der GMA haben sich derzeit über 22 000 persönliche Mitglieder aus VDI und VDE zugeordnet, rund 1500 Ehrenamtliche aus Industrie, Forschung und Lehre sind in 75 Fachgremien aktiv.

Das Ergebnis ihrer Arbeiten sind VDI/VDE-Richtlinien, kleinere Veranstaltungen mit Pilotcharakter oder größere, die über das VDI-Wissensforum veranstaltet werden.

"Wir stellen neutrale Plattformen zur Verfügung, an denen man sich beteiligen kann", erläutert Dieter Westerkamp die Arbeitsweise. "Unsere Gremien greifen aktuelle Themen auf, etwa Cyber Physical Systems, Industrie 4.0, Computertomografie in der Messtechnik oder bei optischen Technologien die LED-Beleuchtung."

Treffpunkt der Experten: "Wir moderieren die Themen, die in der aktuellen Diskussion sind", erläutert Elektroingenieur Westerkamp die Arbeitsweise. "Dazu bringen wir Vertreter der Wissenschaft, der industriellen Entwicklung und Anwendungen an einen Tisch, um vernünftige Lösungen für anstehende Herausforderungen zu entwickeln. Wir unterstützen keine proprietären Lösungen, sondern erarbeiten und veröffentlichen allgemein anerkannte Regeln der Technik."

Etwa 50 VDI/VDE-Richtlinien erarbeiten die Experten in den Gremien der GMA jährlich. Das reicht von IT-Sicherheit in der Automatisierungstechnik über die Prüfmittelüberwachung bei Messschiebern bis zum Design von Bildschirmen für eine optimale Prozessführung.

Weil die Themen der Experten auch in der öffentlichen Diskussion eine wichtige Rolle bekommen, beugt die GMA vor und will die gesellschaftliche Bedeutung der Mess- und Automatisierungstechnik verdeutlichen. "Ohne sie würde vieles nicht funktionieren, etwa ABS oder ESP im Automobil", meint Westerkamp. Doch der Anspruch des Experten geht weiter: "Die Themen, die die GMA bewegen, und unser Know-how wollen wir der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen."

Die Bedeutung der optischen Technologien und die der Automatisierungstechnik sei im Bewusstsein der Öffentlichkeit noch nicht tief verankert, muss der GMA-Geschäftsführer in Diskussionen immer wieder feststellen. Deswegen sorgt die GMA über Internetseiten, Broschüren und weitere Aktivitäten dafür, dass Informationen zur Verfügung stehen.

Automatisierungstechnik im Alltag: Die Broschüre "Die Zukunft kommt ganz automatisch" verdeutlicht, was Automatisierung im privaten und im beruflichen Umfeld leistet, die Broschüre "Automation 2020" soll hingegen die zukünftige Bedeutung und Entwicklung der Automation zeigen und die Internetseite www.vdi.de/ganz-automatisch bietet per Video, Bild und Text Laien einen Überblick über Automatisierungstechnik im Alltag.

"Beim Thema Beleuchtung ist der Informationsbedarf ähnlich hoch. Wir werden uns diesem Thema deshalb sehr intensiv widmen", erklärt Westerkamp einen der kommenden Arbeitsschwerpunkte.

Zukunft zum Greifen nah: Industrie 4.0 ist ein weiterer Arbeitsschwerpunkt der GMA. Westerkamps Perspektive: "Wir sehen Industrie 4.0 als nächste Stufe der Automation auf Basis fast unbegrenzt zur Verfügung stehender Informationen und Vernetzungen."

Die Vision: Ein Werkstück bringt zur Maschine Informationen mit, wie es bearbeitet werden will, die Maschine führt diese Arbeiten aus und teilt gleichzeitig anderen ihren Auslastungs- und Wartungszustand mit, und Menschen können dank IT-Unterstützung höherwertige Arbeiten verrichten als heute.

Industrie 4.0 weckt Erwartungen und Hoffnungen an die Annäherung zwischen Produktion, Automation, Elektronik sowie Informations- und Kommunikationstechnik. Die Experten der GMA werden sich aktiv in das Projekt Industrie 4.0 einbringen.

"Industrie 4.0 ist ein großes Thema, es wird über die nächsten vier bis sechs Jahre die Diskussionen prägen", erwartet Dieter Westerkamp. Denn Industrie 4.0 hat viele Unterpunkte, etwa Demonstrationsfabriken oder Geschäftsmodelle für deren Automatisierungstechnik zu entwickeln Geschäftsmodelle etwa, die Aufschluss darüber geben, wo und wie man künftig Hard- und Software bezieht bzw. betreibt.

Zur Hannover Messe hat die GMA hierzu ein Positionspapier veröffentlicht, in dem Thesen und Handlungsfelder zu Chancen und Nutzen von Cyber Physical Systems aus Sicht der Automatisierer formuliert sind.

Keine Probleme bereite es der GMA, für die jeweiligen Aufgaben Experten zu finden, sagt GMA-Geschäftsführer Westerkamp: "Zum einen kennen wir sie, zum anderen starten wir bei Bedarf Aufrufe unter Mitgliedern und über die Fachpresse mit Hinweisen auf Ziele unserer geplanten Arbeiten. Darauf melden sich die Experten bei uns."

Kooperierende Partner: Die GMA ist national und international vernetzt. Ihre Kooperationspartner sind im Inland u. a. der Fachverband Automation im ZVEI, die Namur, die GI, die AMA oder der VDMA. Hinzu kommen Erfahrungsaustausch und Kooperationen mit Forschungseinrichtungen und staatlichen Stellen, etwa Fraunhofer-Gesellschaften, der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt oder der Bundesanstalt für Materialprüfung.

Die GMA ist die deutsche Mitgliedsorganisation bei global agierenden
Interessengruppen der Automatisierungstechnik, etwa bei der International Federation of Automatic Control (Ifac), dem Dachverband der Automatisierungs-Communities mit derzeit 50 Mitgliedsorganisationen oder der International Measurement Confederation (Imeko) mit etwa 40 Mitgliedsorganisationen.

"Die Mitglieder melden sich bei uns, wenn sie Problemlösungen oder Kontakte suchen. In 70 % der Fälle können wir die Antwort direkt geben, für die verbleibenden 30 % kennen wir in unserem Netzwerk jemanden, der Antworten geben kann", umreißt Westerkamp einen Teil der täglichen Aufgaben. Persönlich erreicht man ihn und seine Kollegen in der Geschäftsstelle allerdings nicht immer, denn: "Wir sind aktiv in unserem großen Netzwerk unterwegs und gestalten die Arbeiten vor Ort mit."

Zentrales Ereignis des GMA-Netzwerks ist der jährliche Kongress Automation in Baden-Baden, der in diesem Jahr am 25./26. Juni stattfinden wird. rus

www.vdi.de/gma

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Von Rudolf Schulze | Präsentiert von VDI Logo
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