Interview zur IT-Sicherheit Symantec-CEO Enrique Salem: "Daten sind das neue Erdöl"
Symantec-CEO Enrique Salem verrät, mit welchen Sicherheitsattacken Unternehmen rechnen müssen, warum Daten so kostbar sind und warum die Automobilindustrie verstärkt in IT-Security investieren sollte.
Enrique Salem spricht über IT-Sicherheit im Unternehmen.
Quelle: Symantec
Bildquelle: SymantecVDI nachrichten: Herr Salem, dass Mitarbeiter ihre privaten mobilen Geräte in die Unternehmen einschleusen – Stichwort: „Bring your own device“ –, ist ein Riesentrend. Gleichzeitig sehen viele Experten darin ein Risiko, was erwarten Sie?
Salem: Im App Store gibt es mittlerweile eine halbe Million Apps, ebenso mehrere Hunderttausend im Android-Market, da ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Cyberkriminelle diese Apps massiv attackieren werden. Wir wissen noch nicht, wann dieser Angriff stattfinden wird, aber er wird stattfinden, auf jeden Fall. Apps sind das nächste große Angriffsziel. Unser Ansatz ist dann, nicht nur die Geräte abzusichern, sondern vor allem auch die darauf installierten Programme, also applikationszentriert, abzusichern.
Eine weitere Angriffswelle erwarten viele Beobachter durch das sogenannte Internet der Dinge. Werden Cyberkriminelle also in Zukunft alle Ampeln auf Rot schalten können oder gibt es schon bald einen Virus in der Mikrowelle?
Also, ich glaube nicht, dass die Bedrohung demnächst im Kühlschrank sitzt. Eher sehe ich die Automobilindustrie betroffen.
Inwiefern?
Stichwort „Smart Car“. Das Auto der Zukunft wird neue Technologien eingebaut haben, es wird intensiv vernetzt sein. Das ist für mich eher ein lohnendes Ziel. Wissen Sie, Cyberkriminelle suchen immer nach einer günstigen Gelegenheit. Und ein Smart Car könnte ihnen diese Gelegenheit bieten.
Sie sprechen also bereits mit der Automobilindustrie über solche Szenarien
Das ist vertraulich, aber wir schauen fortlaufend, wo ein Angriff stattfinden könnte.
Zwar keinen Angriff, aber eine intensive Störung gab es nach den verheerenden Tornados im Mittleren Westen der USA. Von den dadurch verursachten Stromausfällen waren auch einige namhafte Cloud-Anbieter betroffen. Diese mussten daraufhin ihre Services über mehrere Stunden stoppen. Ist das erst ein Vorgeschmack auf das, was uns bei der steigenden Verbreitung der Cloud zukünftig noch drohen wird?
In der Tat wechseln wir durch die Cloud zu einer gänzlich neuen IT-Architektur. Und diese müssen wir glaubwürdiger machen und darüber hinaus hoch verfügbar. Dazu können gerade wir von Symantec mit unserer Veritas-Technologie einen Beitrag leisten.
... und zwar?
Es gibt zwei Wege, den Unternehmensdaten zu schaden: einmal durch Datenverlust wie durch einen Stromausfall und zweitens dadurch, dass sie ein Cyberkrimineller stiehlt. Und für beide Fälle sind wir eindeutig positioniert. Wir haben sowohl Back-up und Disaster Recovery im Angebot als auch IT-Security – anders als unser Wettbewerb.
Symantec ist also „Cloud-ready“, andere Hersteller nicht?
Schauen Sie sich etwa McAfee beziehungsweise Intel an. IT-Sicherheit ist dort im Portfolio vorhanden, aber kein Back-up und Recovery. Oder EMC, die sind im Bereich Storage und Back-up gut unterwegs, aber dadurch, dass sie nur die Sicherheitskomponenten von RSA im Portfolio haben, bestehen Lücken im Angebot.
Wie äußert sich das?
Indem bei ihnen die Erkenntnis gereift ist, dass Daten sozusagen das neue Erdöl sind. Daten sind die neue Währung dieses Millenniums, sie sind wertvoll. Und wir helfen ihnen dabei, diese zu schützen, gegen Katastrophen und Kriminelle. Und das ist, was die Kunden wollen, gerade im Zeitalter der Cloud.
Es wäre aber doch sicher zu kurz gesprungen, wenn sich Symantec ausschließlich auf diese Bereiche konzentrieren würde. So ist doch etwa mit dem
Flame-Virus eine ganz neue Art von Bedrohung entstanden, oder?
Richtig, und auch darauf sind wir vorbereitet. Unsere Reputation-based Security ist sowohl im Consumer- als auch im Enterprise-Umfeld die beste Lösung, um sich gegen derlei Angriffe abzusichern.





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