31.01.2014, 14:50 Uhr | 0 |

Modul für Mobilgeräte Neue Verschlüsselung soll vor Online-Spionen schützen

Geheime Konstruktionspläne, sensible Unternehmensdaten, Ermittlungserkenntnisse der Polizei: Wer solche Daten in heutigen Zeiten per E-Mail verschickt, muss seine Daten ganz besonders gut gegen Online-Spione schützen. Cyphway heißt ein neues Gerät, das die mobile Datenübertragung angeblich unknackbar verschlüsselt, so die Erfinder am Fraunhofer Institut in Karlsruhe. 

Tatort einer Schießerei in Berlin
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Polizeibeamte untersuchen am 11. Januar in Berlin den Tatort einer Schießerei, eine Sportwettenbar in Reinickendorf: Bilder vom Tatort dürfen Polizisten nicht per Smartphone verschicken, weil die Gefahr des Datendiebstahls zu groß ist. Fraunhofer-Forscher haben ein Verschlüsselungsgerät entwickelt, das Unternehmen und Behörden ermöglicht, sensible Daten sicher zu verschicken.

Foto: dpa/Maurizio Gambarini

Bei der Datenkommunikation zwischen Smartphones oder Unternehmensserver und Tablets kommt es immer wieder zu Hackerangriffen, Spionageattacken und Datenlecks. Das hindert Polizei, Behörden und Unternehmen oftmals daran, Vorteile der schnellen, mobilen Datenkommunikation zu nutzen. Ohne eine sichere Verbindung dürfen Polizisten beispielsweise keine Tatortbilder per Smartphone austauschen.

Fraunhofer IOSB stellen neues System auf der CeBIT 2014 vor

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für sichere Kommunikationsarchitekturen (IOSB) arbeiten derzeit an einem Gerät namens Cyphway, das sichere Datenverbindungen ermöglichen soll. Es ist auf Ver- und Entschlüsselung spezialisiert und sorgt für eine sichere Verbindung mit Smartphones, Tablets oder PCs. Zu sehen sein soll das Gerät auf der CeBIT 2014 im März.

„Die Sicherheitssysteme auf dem Cyphway sind modular aufgebaut. Dies ermöglicht eine einfache Anpassung des Sicherheitssystems für unterschiedliche Einsatzszenarien“, erklärt Dr. Andreas Jakoby, Projektleiter des Fraunhofer IOSB. Die Kryptofunktionen des Geräts lassen sich nutzen, um Daten in einer Cloud bereitzustellen, mobil auf Firmendaten zuzugreifen oder Telefonkonferenzen abhörsicher zu machen.

Hacker haben angeblich keine Chance

Will ein Polizist ein Tatortbild verschicken, überträgt es das Smartphone zunächst über einen verschlüsselten Bluetoothkanal an das CyphWay. Das Gerät verschlüsselt das Foto und schickt es als geschützte Datei zurück. Der Empfänger der Datei braucht das Gerät ebenfalls. „Die nach hohen kryptographischen Standards gesicherte Datei kann problemlos an ein anderes Mobilgerät oder einen Server übermittelt werden“, sagt Jakoby. „Im Falle, dass sie dabei in falsche Hände gerät, sind die übertragenen Informationen nicht lesbar und für den Datendieb nutzlos.“

Auch Hacker können die Verschlüsselungen nicht umgehen, so die Ingenieure. Selbst auf dem Extragerät soll ein unberechtigter Zugriff oder Manipulationsversuch von vornherein ausgeschlossen sein. Cyphway lässt bei Fachleuten allerdings Fragen aufkommen. So ist zum Beispiel ein aufgenommenes Foto im ersten Moment auf dem Smartphone noch unverschlüsselt gespeichert. Eine bösartige Schadsoftware könnte das Bild vor der Verschlüsselung abgreifen.

Hinzu kommt auch, dass durch Aktivitäten der Geheimdienste, besonders der amerikanischen NSA, viele Kryptografielösungen geschwächt oder mit Hintertüren versehen wurden. Hier braucht es mehr Informationen, um beurteilen zu können, wie sicher Cyphway tatsächlich ist.

Wenig praktikabel erscheint auch die Vorstellung, dass Polizisten oder Außendienstmitarbeiter zum Smartphone oder Tablet noch ein weiteres Gerät bei sich tragen. Hier haben bislang Kryptohandys die Nase vor, die selbst rundum geschützt sind.

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Von Klaus Ahrens
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