11.11.2015, 16:43 Uhr | 0 |

Deutsche Telekom kooperiert Mehr Datensicherheit: Microsoft kündigt deutsche Cloud an

Von Frankfurt und Magdeburg aus möchte Microsoft künftig eine deutsche Datenwolke anbieten. Dort will der Software-Riese Server für Cloud-Dienste aufstellen, bei denen der Datenschutz groß geschrieben wird. Betreiber der beiden Zentren wird die Deutsche Telekom sein. Als Sicherheitsgarant. Das hat seinen Preis.

Microsoft-Chef Satya Nadella
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Microsoft-Chef Satya Nadella kündigte heute in Berlin Cloud-Dienste aus deutschen Rechenzentren an. Azure, Office 365 und Dynamics CRM Online sollen voraussichtlich ab zweitem Halbjahr 2016 auch unter Einhaltung deutscher Datenschutzregeln verfügbar sein.

Foto: Microsoft

Microsoft bietet Cloud-Dienste unterschiedlicher Art an, mit denen Privatleute oder auch ganze Firmen ihre mitunter kostbaren Daten dezentral im Internet speichern und von überall abrufen können. In Deutschland soll künftig die Telekom als eine Art Treuhänder garantieren, dass die im internationalen Vergleich strengen deutschen Datenschutzrichtlinien auch tatsächlich eingehalten werden.

Unterschiedlich strenge Datenschutzrichtlinien 

Denn abhängig davon, in welchem Land die Server für einen Cloud-Dienst untergebracht sind, fallen die Datenschutzrichtlinien, an die sich der jeweilige Dienst halten muss, unterschiedlich streng aus. Nutzer des Microsoft-Produktes Office 365 beispielweise, welches auch aus der Cloud heraus verwendbar ist, sind derzeit hauptsächlich durch EU-Recht und die eher moderaten Bestimmungen aus Irland abgesichert. Grund: In Dublin befinden sich die für das Produkt relevanten Rechenzentren. Beide Gesetze fallen deutlich schwächer aus als das deutsche Datenschutzrecht.

Dass Firmen und Privatleute spätestens seit den Snowden-Enthüllungen verstärkten Wert auf eine hohe Datensicherheit legen, hat auch Microsoft erkannt. Um den Nutzern aus Deutschland die Gewissheit zu geben, ausschließlich Datenschutz made in Germany genießen zu können, kooperiert der global agierende Konzern nun mit der Telekom.

Aufpreis von 25 % für deutschen Datenschutz

Die Speicher- und Rechenkapazitäten in Frankfurt am Main und in Magdeburg will der IT-Konzern nutzen, um seine Cloud-Dienste wie eben Office 365 oder auch Azure in einer zusätzlichen Variante anzubieten. Der einzige Unterschied zu den bisherigen: ausschließlich deutsche Datenschutzrichtlinien. Den sprichwörtlichen Finger drauf halten soll aber ein anderer: T-Systems.

Die Telekom-Tochter wird die Rechenzentren betreiben und soll so als Treuhänder einen verantwortungsvollen Umgang mit den anvertrauten Daten garantieren. Schließlich unterliegt das Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland auch der hiesigen Rechtsordnung. Nur mit Zustimmung und unter Aufsicht von T-Systems darf Microsoft auf die in Frankfurt und Magdeburg gespeicherten Daten zugreifen. So soll verhindert werden, dass sensible Daten deutscher Firmen in Länder mit laxeren Schutzbestimmungen transferiert werden. 

Beginnen soll das Ganze im zweiten Halbjahr 2016. Und es wird auch teurer. Etwa ein Viertel mehr müssen Kunden zahlen, die die Cloud-Dienste mit ausschließlich deutschem Datenhosting nutzen möchten.

Wer den großen IT-Konzernen mit Stammland USA in puncto Datenschutz generell misstraut, kann zum Beispiel auf Cloud-Dienste mittelständischer deutscher Unternehmen zurückgreifen. In der Initiative Deutsche Wolke versammeln sich Organisationen und auch Unternehmen, die ausschließlich deutsche Datenschutzrichtlinien anwenden. 

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Von Jan-Martin Altgeld
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